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Trennbanken Kapitalisieren statt spalten

 ·  Banken werden nicht sicherer, wenn das riskante Handelsgeschäft vom Einlagen- und Kreditgeschäft abgespalten wird. Daher wird das geplante Trennbankengesetz das Finanzsystem nicht stabiler machen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)
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H. Trickler
H. Trickler (tricky1) - 08.02.2013 18:28 Uhr

Hr. Frühauf ist wohl auf einem Auge blind

und das andere hat er den Banken verkauft?

Mehrere renomierte Fachleute haben detailliert begründet, warum es zweckmässig ist die fatale Aufhebung der Trennung wieder einzuführen.

Das schliesst nicht aus, dass auch mehr Eigenkapital notwendig sein wird und man auch Schattenbanken nicht beliebig spekulieren lassen darf!

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Reinhard Kropp

Frühauf sollte sich eine Famulatur über den Glass-Steagall-Act II gönnen...

...damit er mit dem Fabulieren aufhört - "nach der Aufhebung des mehrfach modifizierten, 1933 in den USA eingeführten Trennbankensystems (durch Bill Clinton in 1999), kam es in der Folge durch Fehlentwicklungen im Finanzsystem zum Zusammenbruch der Lehmann-Bank in 2008 mit den bekannten Folgen" (zitiert aus Wikipedia)

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Birgit schemel

Nicht die Intentionen umdeuten

und dagegen dann eine Argumentation aufbauen! Es geht nicht darum, Banken sicherer zu machen, sondern das Geld eines bestimmten Kundenkreises zu abzusichern. Und das gelingt über dir Risikotrennung sehr wohl, die hier zur Debatte steht. Eine bessere Kapitalisierung?Gerne! Aber AUCH! Nicht anstatt.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 11:59 Uhr

Trennbankensystem?

Das wird ein undurschaubares, krisenanfälliges System. Niemand gibt ständig Auskunft darü- ber, welche "Spekulationsgelder" er wo in welcher Höhe liegen hat. Es sei den man vernichtet das Geschäftsgeheimnis ganz, das bereits beschädigt ist. Eine hohe Eigenkapital-Quote be- deutet i.d.R. viel höhere Zinsen. Die Eigentümer bzw. Aktionäre wollen ihre möglichst hohen Renditen. Aus Investments lassen sich nicht mehr automatisch die dicksten Profite herleiten,
Ausfälle sind häufiger zu erwarten. Die Banken sollten besser das private Geld zu günstigen Konditionen einsammeln. Zinsen unter 2 Prozent sind letztlich anlegerfeindlich. Im Prinzip kann jede dt. Bank das Schicksal der Commerz erleiden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 14:24 Uhr
Roland Müller

Lieber Herr Berg,

die niedrigen Zinsen sind leider nicht das Werk von gewinnsüchtigen Banken, sondern politisch gewollt, weil ansonsten die gesamte feine Staatengemeinschaft aus Japan, USA und EU von einem gewaltigen Schulden-Tsunami überrollt wird. Deshalb werden die Anleihen von den staatlichen Schuldenjunkies auch fast nur noch von den Zentralbanken und notorischen Zockern gekauft. Die normalen privaten Anleger sind fast ausnahmslos ausgestiegen. Empfehlenswert wären allenfalls Staatsanleihen aus der Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg. Aber diese Länder bauen zur Zeit Schulden ab, statt neue aufzuhäufen.

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Clara LaCroix
Clara LaCroix (clcx) - 08.02.2013 11:57 Uhr

Alles Augenwischerei

Das Grundproblem ist das Schuldgeldsystem und die Zinsen (also die größten Treiber von Inflation)! Geld ist Schuld.
Es ist schon komisch (überspitzt gesagt), dass Banken Geld durch virtuelle Buchungseinträge in Mrd. und Billionenhöhe FÄLSCHEN dürfen (Kredit-, Giralgeldschöpfung), der normale Bürger aber dafür schon ab Kleinstbeträgen ins Gefängnis kommt. Noch unglaublicher ist ja allerdings, dass die Politiker entweder keine Ahnung davon haben oder die Bevölkerung bewusst darüber desinformieren und belügen.
Schafft man beides ab und ersetzt es durch ein schuldfreies Geldsystem, haben wir schon ein großen Schritt getan.
Schluss mit diesem perfiden Ausplünderungssystem! Warum wohl sind die größten gläsernen Wolkenkratzer in modernen Städten meistens Bankgebäude?
"It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning." Henry Ford
Also machen sie sich schlau!
ЯΞ√ΩLU

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Werner Mueller

Na ja ..

" ...überschüssige Einlagen, die nicht als Kundenkredite ausgereicht werden können.."
Einlagen werden niemals als Kundenkredite ausgereicht! Sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, wie Geld funktioniert.
Und... gerade die Banken haben sich vehement gegen die Einführung von Basel III gewehrt. Derweil gehen die Geschäfte mit den finanziellen "Massenvernichtungswaffen" munter weiter. Und deshalb gibt es KEINE SICHEREN Banken, weder in Europa noch in den USA.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 08.02.2013 11:41 Uhr

Man wünscht sich für Schäuble soviel Sachverstand wie in nur einer einzigen Zeile des obigen ...

Artikels vorhanden ist. Wie armselig diese Regierung ist, zeigt sich auch daran, dass ein Vorschlag des Nationalbankpräsidenten eines 5 Mio-Einwohner-Staates hier in den Himmel gehoben wird. Glaubt dieser 100.000-DM-Vergesser denn ernsthaft, dass die Mini-Nationalbank von Finnland bessere Vorschläge hat als die mit einer ausgesprochen hohen Expertise ausgestattete Bundesbank, der Nationalbank einer der weltweit stärksten Volkswirtschaften? Einer Nationalbank die über viele Jahrzehnte hinweg für eine stabile und sichere Währung gesorgt hat? Schäuble kann weder Finanzen, Währung noch Bank, in diesen Bereichen ist er die personifizierte Inkompetenz, ebenso wie seine Kanzlerin. Was dieses Duo-Infernale an Tretminen hinterlassen hat, werden wir in den nächsten Jahren noch bitter erfahren müssen. Denn die finanzielle Stabilität unseres Staates, unsere Altersversorgung als auch das allgemeine Wohlstandsniveau des Sozialstaates ist durch das inkompetente Wirken von M+S aufs höchste gefährdet.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 15:15 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 08.02.2013 15:15 Uhr

@Herr Berg - nein, von Weidmann nimmt Schäuble keine Vorschläge an, mit Kampeter ...

.. könnten Sie recht haben, vermutlich auch Asmussen. Weidmann ist für M+S ein rotes Tuch. ein von M installierter Pudel (so dachte sie wenigstens), der inzwischen (Gott sei Dank) ein sehr reges Eigenleben entwickelt hat - danke dafür Herr Weidmann. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass sie mich in der falschen Ecke sehen (>SPD), dies ist keineswegs der Fall. Ich denke sogar, dass SPD/Grüne das noch größere Übel sind. Im Übrigen sollten Minister nicht völlig kompetenzfrei sein, denn sie entscheiden letztendlich. Dagegen scheint es immer noch ein beliebtes Argument zu sein, dass die Staatssekretäre die Kompetenz besäßen - nun ja. Auch wenn ich einiges aus dem obigen Artikel mit anderen Augen sehe, läßt er doch zumindest Sachverstand durchblicken. Was allerdings fehlt ist die Überlegung, welche Probleme die Banken derzeit haben und das sind nicht die Handelsabteilungen, sondern die Staatsanleihen. Und hier schließt sich der Kreis, denn für deren Güte sind die Politiker verantwortlich!

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 12:11 Uhr

Ich möchte Ihnen widersprechen

denn Herr Schäuble ist nur ein Interpret dessen, was ihm seine Berater (u.a. Weidmann, Kampeter) vorschlagen. Seit wann muss ein Minister (und Beamter) eine Koryphäe sein? Er hat seinen Geschäftsbereich zu führen. Es ist doch so, selbst unter dem wunderbaren Helmut Schmidt hat die Arbeitslosigkeit zu und der Staatskassen-Inhalt abgenommen. Ein Mini-Wahl- kampf zugunsten einer SPD auf der Basis von Wirtschafts-und Finanzkompetenz zu versuchen, ist mangels guter Beispiele aussichtslos. Der "peerblog" hat gerade ge- schlossen, was mit Fremdeinwirken schlecht erklärt wird. Richtig ist doch, dass Steinbrück einer unbeherrschba- ren Versammlung politischer Gegner nicht gewachsen war, und eine gewisser Herr Steinkühler jun. das Internetprojekt aufgeben musste. Ausgerechnet einer der Steinkühlers, ein vaux pas der Extra-Klasse.

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Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 08.02.2013 11:33 Uhr

Auf den Punkt gebracht

Ganz excellenter Kommentar, der das Problem und seine einzig wahre Lösung auf den Punkt bringt. FAZ at its best.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 08.02.2013 11:32 Uhr

Reden Sie hier für die Banken, Herr Frühauf?

Es muss abgespalten werden. Für Geschäfte auf eigene Rechnung sollen Banken weder Kredit der Notenbank bekommen noch einer Einlagensicherung genießen. Kein Geld schöpfen, um es anzulegen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 12:13 Uhr
Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 12:13 Uhr

So, so

Privatbanken, und das sind 95% von allen, sollen nicht mehr spekulieren dürfen? Es ist etwa
so, als würde man potenten Männern die Frauen verbieten. Was meinen Sie nun wirklich?

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Friedrich Haussmann
Friedrich Haussmann (fhn1) - 08.02.2013 11:25 Uhr

Nicht die Banken sollen sicherer werden, sondern die Einlagen der Sparer

Ist das kalkulierte Irreführung? Dieser Text bei FAZ-Online? Oder hat der Verfasser seinen Gadankengang bewußt oder unbewußt mit der falschen Fragestellung angefangen? Die Banken sollen doch nicht sicherer werden - die nicht; die können gerne untergehen; die einzelne Bank. Sicherer soll das Geld werden von: Tante Luise und von mir - zum Beispiel.

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Michael Egner

Es kann nicht darum gehen, eine „risikofreie“ Bankenwelt zu schaffen,

evtl. darum, Risiken beherrschbarer zu machen. Da höhere EKausstattung Geld kostet (u. nicht zwangsl. wachstumstreibend ist), muss Wettbewerbsverzerrung vermieden werden (globale Koordination). Auch besteht die Möglichkeit, höherem EK unauffällig mit höherem Risiko zu begegnen, so dass EK Verschärfung sicher ein sinnvoller Ansatz ist, aber an sich keine Generallösung. Interessant ist: Schafft dieser Ansatz des Trennbankensystems auch mehr Transparenz- u. Kontrollfähigkeit im Einlagen-/Kr./Anl. geschäft? Wird Insolvenz erleichtert, Erpressungspotenzial reduziert? Bestehen tragf. Konzepte nicht aus vielen Bausteinen, wie zB ergänz. auch Transp.-/Aufsicht im Risikogesch.? Muss man die Banken im Hinbl. auf gef. schärfere Formen nicht auch evtl. ein Stück weit vor übertriebener Regulierungswut schützen, weil die eigentl. Krisenauslöser im Fall Lehmann an anderer Stelle sitzen, und sollte nicht d Eindruck vermieden werden, man könne unendlich expansiv-Geldpolitik ohne Großschäden betreiben

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 13:56 Uhr
Michael Egner

Umso wichtiger

sind differenzierende Kommentare gerade in Qualitäts-Blättern. Ich lasse mich sehr gerne zu "mehreren Bausteinen" bekehren.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 12:17 Uhr

Wer zuviel Regeln macht,

sorgt dafür, dass diese umgangen oder gleich mißachtet werden. Es ist den Leuten nie erklärt
worden, wie die Bankenkrise wo begann, und wie sie in die Welt exportiert wurde. Ohne den
Grundsatz können Details nicht beurteilt werden. Gehen wir davon aus, dass Sozialleistungen
regelmäßig überall höher ausfielen als die Einnahmen aus Steuern und Abgaben, liegt ist man ganz nahe am Krisenkern. Dass die Politik das nicht zugeben mag, ist nur zu verständlich. Erscheinen deren Exponenten doch sonst als Stümper oder gar Verbrecher.

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Horst Ziegler

Letter of Intent reicht

"Die Banken brauchen mehr Kapital, das für Verluste haftet. Das ist im Interesse der Steuerzahler, nicht überstürzte Aufspaltungspläne.", soweit der Schlusssatz von Markus Frühauf.

Haftungskapital ist Eigenkapital. Das Interessen des Steuerzahlers konkurriert hier mit dem Interesse des Aktionärs. Deshalb hängt es von den Aktionären ab, welches Geschähftsmodell (Universalbank oder Trennbank) für sie infrage kommt.

Der Schäuble braucht kein Trennbankensystem einzurichten, sondern nur eine Letter of Intent abgeben, das künftig keine Bank mehr als systemrelevante Bank eingestuft wird. Allerdings muss diese Absicht mit Nachdruck unters Volk gebracht werden, damit sich der Sparer entscheiden kann, zu welcher Art von Bank er denn gehen will, wenn es um seine Spargroschen geht.

Übrigens: Die Verdoppelung oder Verdreifachung des Grundkapitals reduziert die Gewinne pro Aktie entsprechend, wenn die Roherträge nicht auch verdreifacht werden können.

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Thomas Kobler

Einlagen sind billiges Kapital...

..., das in der Vergangenheit die Banken dazu verleitet hat, Risiken einzugehen, für die sie von den Aktionären heute kein Kapital mehr erhalten - zumindest kein billiges. Es gibt kein sicheres Geschäft auf Erden - Bankgeschäfte schon gar nicht - aber es braucht auch keine "todsicheren Deals" mehr, die wenn sie dann doch wider Erwarten existenzgefährdend werden, der Allgemeinheit ans Herz und Geldbeutel gelegt werden.

So wie es war, hat es nicht richtig funktioniert, warum also nicht etwas Neues versuchen. Das Risiko, dass es so schiefgehen könnte wie unter dem alten Regime, scheint überschaubar. Natürlich wird das System insgesamt stabiler, dafür sorgt allein schon die Tatsache, dass teureres Kapital manchen Deal erst gar nicht zum Deal werden lässt.

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Erik Jochem
Erik Jochem (E.Seidel) - 08.02.2013 09:17 Uhr

Mit der Trennung von Einlage- und Kreditgeschäft einerseits und Handelsgeschäft andererseits

können zwar nicht die Risiken des Handelsgeschäfts innerhalb des Einlage- und Kreditgeschäfts (Ihr Argument) gemindert werden, aber doch die aus aus reinem Handelsgeschäft stammenden Risiken abgekoppelt werden (1. Schritt). Sodann ist darüber hinaus sicherlich auch die von Ihnen vorgeschlagene Kapitalerhöhung innerhalb des Einlage- und Kreditgeschäfts sinnvoll (2. Schritt). Im übrigen scheint Ihre Argumentation darauf hinauszulaufen, dass Eigenhandel der Banken notwendiger Bestandteil des Kreditgeschäfts ist, um überschüssige Gelder zu parken. Dem steht entgegen, dass Banken nicht Geld verleihen, das bei ihnen "herumliegt", sondern Kreditgeld je nach Bedarf "geschöpft" wird. Auch besteht keine Verpflichtung, Geld in Aktien o.ä. "zu parken".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 12:26 Uhr
Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 12:26 Uhr

Wieviele Leute wissen denn,

wie Banken strukturiert sind und nach Innen und Außen funktionieren? Banken-Bashing wird
aus den Medien übernommen. Und deren Wirtschaftkenntnisse sind zumeist unzureichend, wie
ich am sonntäglichen "Presseclub" immer wieder sehe. Es ist doch schon frustrierend, wenn
man sich selbst dabei erwischt, wie und durch wen dort die nächste Fehleinsicht "begründet" wird. Woraus sich ergibt, dass die Fachkompetenz dort nicht mehr erscheint. Ein Tichy oder andere mögen sich nicht von den Anrufern als "Neoliberale" beschimpfen lassen, nur weil die leider unangenehmen Tatsachen weiter leiten.

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08.02.2013, 07:43 Uhr

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