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Treffen in Moskau G 20 setzt Signal gegen Abwertungswettläufe

 ·  Die G-20-Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer erkennt die Sorge vor allem von Schwellenländern an, dass die expansive Geldpolitik in den großen Industriestaaten schädliche Nebeneffekte haben kann.

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Michael Peters

Sieger und Verlierer

Der über Währungen und nicht über eine Summe von Einzelmärkten gesteuerte Kapitalismus stottert von Krise zu Krise. Das hat seinerzeit bereits der große klassische Ökonom K. Marx erkannt. Nur dass seine Theorie vom "tendenziellen Fall der Profitrate" sich als nicht haltbar erwiesen hat. An der Realität der Krisenanfälligkeit des Systems allerdings hat sich seit Marx wenig geändert. Für Ökonomen wie Schumpeter oder v. Hayek sind sie sogar notwendig, damit sich verkrustete Strukturen erneuern können. Klar ist, dass es immer Länder gab und geben wird, die in der Konkurrenz der Währungen aufgestiegen sind, und solche die in der Liga der führenden Währungen abgestiegen sind. So war vor dem US$ das britische Pfund einmal die Leitwährung. Der neue Star unter den starken Währungen ist der chinesische Renminbi. Warum? Weil er seine Stärke aus einer stabilitätsorientierten Unterbewertung zieht und nicht aus Abwertungen aufgrund seiner Schwäche.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.02.2013 00:24 Uhr
Wilhelm Surmann

Chinesische Währungspolitik

Im Grundsatz stimme ich Ihnen zu, aber „stabilitätsorientierte Unterbewertung“ ist missverständlich. Auf das Preisniveau bezogen gilt das nicht, denn eigentlich importiert China Inflation - so wie es Arbeitslosigkeit exportiert.

Die Unterbewertung wird erreicht, indem die chinesische Zentralbank ausländische Devisen als Währungsreserven hortet, wofür sie Renminbi (CNY)auf den Markt bringt. Angebot CNY > Nachfrage CNY: Sinkender Preis für Renminbi und Erhöhung der chinesischen Geldmenge durch die auf den Markt gebrachte Eigenwährung. Weiterhin führen Warenexporte dazu, dass der Geldmenge weniger Güter (&Dienste) in China gegenüberstehen.

Beide Tendenzen sind inflationstreibend. Ein ähnliches Phänomen kann man übrigens womöglich demnächst in der Schweiz beobachten.

Trotzdem und auch deswegen: Die chinesische Währung ist extrem stark und hat enormes Potential nach oben. Es ist eine Frage der Zeit, wann dies durch Spekulation und Absicherungsgeschäfte beschleunigt wird.

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Christian Schwab
Christian Schwab (chrS) - 17.02.2013 20:16 Uhr

ein gutes Bild gewählt!

und wenn ein Bild mehr sagt als jeder Kommentar, dann ist es oft die Titelseite der FAZ, aber nicht immer.

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Wilhelm Surmann

Unterbewertung

Auf den Verzicht von Wechselkursbeeinflussung zu drängen, ist aus deutscher Sicht sehr leicht. Denn das innerhalb der Eurozone im Süden komparativ hohe Preisniveau wertet den Euro als ganzes auf natürlichem Wege ab. Deutschlands „fairer Wechselkurs“ läge bei eigener Währung deutlich höher. (Abzulesen an Leistungsbilanz und Außenbeitrag). Das wird uns auch weiterhin zusätzliche Exportüberschüsse und unnatürlich hohe Beschäftigung bringen.

Übrigens ist das kein Grund zum Feiern: Erstens wird dies von Wohlstandsverzicht begleitet und zweitens führt es zu massiven Strukturverzerrungen, falls diese Form der Arbeitsteilung irgendwann entfällt. Denn im Schatten solcher Wechselkurssubventionen bauen sich stets Ineffizienzen auf. Die werden deutlich, sobald der Süden nachzieht und der Euro aufwertet. Dies wiederum ist abzusehen. Denn auch wenn es derzeit niemand wahr haben will: Im den Unternehmen des Südens läuft auf Jahre das schärfste Rationalisierungsprogramm, das man sich nur denken kann.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 06:13 Uhr
Michael Peters

Bravo!

Toller Beitrag! Hinzufügen möchte ich: Die deutsche Unterbewertung zwingt die Süd-Europäer geradezu in die Überbewertung. Die Verzerrungen in den Zahlungsbilanzen werden immer gravierender. Ohne ein Scheitern der Währungsunion, werden die Anpassungslasten allein den Süd-Europäer aufgebürdet. Der große Knall wird aber kommen: Der EURO wird systembedingt scheitern!

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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