17.02.2013 · Die G-20-Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer erkennt die Sorge vor allem von Schwellenländern an, dass die expansive Geldpolitik in den großen Industriestaaten schädliche Nebeneffekte haben kann.
Von Patrick Welter, MoskauRichtlinien für Lesermeinungen
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Der über Währungen und nicht über eine Summe von Einzelmärkten gesteuerte Kapitalismus stottert von Krise zu Krise. Das hat seinerzeit bereits der große klassische Ökonom K. Marx erkannt. Nur dass seine Theorie vom "tendenziellen Fall der Profitrate" sich als nicht haltbar erwiesen hat. An der Realität der Krisenanfälligkeit des Systems allerdings hat sich seit Marx wenig geändert. Für Ökonomen wie Schumpeter oder v. Hayek sind sie sogar notwendig, damit sich verkrustete Strukturen erneuern können. Klar ist, dass es immer Länder gab und geben wird, die in der Konkurrenz der Währungen aufgestiegen sind, und solche die in der Liga der führenden Währungen abgestiegen sind. So war vor dem US$ das britische Pfund einmal die Leitwährung. Der neue Star unter den starken Währungen ist der chinesische Renminbi. Warum? Weil er seine Stärke aus einer stabilitätsorientierten Unterbewertung zieht und nicht aus Abwertungen aufgrund seiner Schwäche.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.02.2013 00:24 UhrChinesische Währungspolitik
Im Grundsatz stimme ich Ihnen zu, aber
„stabilitätsorientierte Unterbewertung“ ist
missverständlich. Auf das Preisniveau bezogen gilt das nicht, denn
eigentlich importiert China Inflation - so wie es Arbeitslosigkeit exportiert.
Die Unterbewertung wird erreicht, indem die chinesische Zentralbank
ausländische Devisen als Währungsreserven hortet, wofür
sie Renminbi (CNY)auf den Markt bringt. Angebot CNY > Nachfrage CNY:
Sinkender Preis für Renminbi und Erhöhung der chinesischen
Geldmenge durch die auf den Markt gebrachte Eigenwährung. Weiterhin
führen Warenexporte dazu, dass der Geldmenge weniger Güter
(&Dienste) in China gegenüberstehen.
Beide Tendenzen sind inflationstreibend. Ein ähnliches
Phänomen kann man übrigens womöglich demnächst in
der Schweiz beobachten.
Trotzdem und auch deswegen: Die chinesische Währung ist extrem
stark und hat enormes Potential nach oben. Es ist eine Frage der Zeit,
wann dies durch Spekulation und Absicherungsgeschäfte beschleunigt wird.
und wenn ein Bild mehr sagt als jeder Kommentar, dann ist es oft die Titelseite der FAZ, aber nicht immer.
Auf den Verzicht von Wechselkursbeeinflussung zu drängen, ist aus
deutscher Sicht sehr leicht. Denn das innerhalb der Eurozone im
Süden komparativ hohe Preisniveau wertet den Euro als ganzes auf
natürlichem Wege ab. Deutschlands „fairer Wechselkurs“
läge bei eigener Währung deutlich höher. (Abzulesen an
Leistungsbilanz und Außenbeitrag). Das wird uns auch weiterhin
zusätzliche Exportüberschüsse und unnatürlich hohe
Beschäftigung bringen.
Übrigens ist das kein Grund zum Feiern: Erstens wird dies von
Wohlstandsverzicht begleitet und zweitens führt es zu massiven
Strukturverzerrungen, falls diese Form der Arbeitsteilung irgendwann
entfällt. Denn im Schatten solcher Wechselkurssubventionen bauen
sich stets Ineffizienzen auf. Die werden deutlich, sobald der Süden
nachzieht und der Euro aufwertet. Dies wiederum ist abzusehen. Denn auch
wenn es derzeit niemand wahr haben will: Im den Unternehmen des
Südens läuft auf Jahre das schärfste
Rationalisierungsprogramm, das man sich nur denken kann.
Bravo!
Toller Beitrag! Hinzufügen möchte ich: Die deutsche Unterbewertung zwingt die Süd-Europäer geradezu in die Überbewertung. Die Verzerrungen in den Zahlungsbilanzen werden immer gravierender. Ohne ein Scheitern der Währungsunion, werden die Anpassungslasten allein den Süd-Europäer aufgebürdet. Der große Knall wird aber kommen: Der EURO wird systembedingt scheitern!
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