26.12.2012 · Der scheidende italienische Ministerpräsident Monti sucht Anhänger für sein neues Programm. Darin verlangt er von der EU „finanzielle Solidarität durch gemeinschaftlich geteiltes Risiko“.
Von Tobias Piller, RomRichtlinien für Lesermeinungen
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Hoffnung am Anfang einer neuer Politik
Vielleicht ist Herr Monti noch der richtige Mensch dafür, trotz allem.
Ich habe auch nicht verstanden, warum er wird seinen Wahkampf so organisieren.
Wenig bleibt zu vertrauen, an anderen Parteien oder Spitzenkandidaten.
Natülich hoffe ich dass Berlusconi und Bossi, der Immerbetrunkener,
gehen raus schon und für immer.
dass Italien seine Riesenschulden (1,3 Bio werden bis 2014 fällig) vergesellschaftet, damit die italienische Oligarchie ihre Privatvermögen nicht aus dem Ausland zurückholen muss, ist so durchsichtig, dass Merkel/Schäuble brumm dumm sein müssten, diesem Zahlungsansinnen zu folgen. Jedoch, weiss man es ? Die Masse der EU-Staaten ist stärker verschuldet als sie öffentlich zugeben (Ratingagenturen). Sie werden alle nahe Monti auftauchen, wenn es um "die Brocken" bei der Geldverteilung geht.
Monti will die Risiken seines überschuldeten und nach wie vor
instabilen Landes uns anhängen.
Er kann es nicht lassen.
Ähnliche Unverschämtheiten, wie die damalige Intrige zusammen
mit Hollande gegen Merkel, sind unvergessen.
Damit stellt sich eine einfache Frage: Us or them? Einer von den beiden
muß raus aus dem Euro.
Sollen wir Soros' und Berlusconis uneigennützigen Rat annehmen und
selber gehen - oder geht Italien, wie von Berlusconi schon angeboten?
... will Monti natürlich auch noch.
Der durchschnittliche Deutsche soll genauso vermögend sein, wie der
Italiener, soviel Immobilienbesitz haben usw.
Und da das bislang anders ist, will Monti eine Vermögensabgabe von
seinen Landsleuten erheben und die Einnahmen daraus solidarisch
überweisen, damit insbesondere in den Neuen Bundesländern
Wachstumsmaßnahmen und Vermögensaufbau finanziert werden können.
Monti ist auch die Reduktion der Zahl von Dauer-Hartz IV-Empfängern
in D ein Herzensanliegen. Neulich sagte er, er werde nicht ruhen, bis
alle Erwerbsfähigen in D angemessene Einkünfte erwirtschaften
können. Italien werde solidarisch sein. Danke, Herr Monti, für
diese großzügige und solidarische Haltung. Als die offizielle
Arbeitslosigkeit bei uns noch bei 5, 2 Mio. lag halfen Sie uns
solidarisch und großzügig. Das ist unvergessen...
Europa ist, wenn Deutschland zahlt
dieser Satz (NZZ) wird Tag für Tag aktueller denn je. Erst die
dreisten Aussagen von Simitis und nun bläst Monti in das gleiche
Horn. Mal sehen was für Töne aus Frankreich kommen. (Hollande
wird doch nicht nachstehen und seine
"bwerechtigten"Forderungen anmelden)Der europäische
Karren knallt mit Volldampf gegen die Wand und keiner tritt auf die
Bremse. Zaghafte Korrekturen mahnen die Holländer und die Finnen
an, leider wird das wenig propagiert.
Unsere Einheitsparteien im Bundestag werden weiter am Luftschloß
Europas bauen - koste die Ruine was es wolle.
Montis Forderungen nach mehr europäischer Solidarität erinnert
mich fatal an meine alte WG-Zeit Anfang der 80-er Jahre. Alle schmissen
in einen Topf, es gab keinen Plan, keine Rücksicht auf andere,
Rechnungen blieben offen, das Gemeinschaftskonto war stets
geplündert und eingekauft wurde nur vom Feinsten. Am Monatsende war
Schmalhans Küchenmeister.
Die Währungsunion ist jedoch keine WG, sondern es gibt Spielregeln.
Und die Verschuldung des WG-Mitglieds war auch dessen private
Angelegenheit. Italien verfügt über sehr viel
Privatvermögen. Also ran an den Speck, Herr Monti.
Zustimmung aaaber und nur dann wenn auch ...
... die Gewinne der Mafia und der Banker vergemeinschaftet werden!
Solidarität mit Leuten die uns bestehlen wollen?
Das berühmte "No taxation without representation" gilt
auch hier - aber will uns Italien das Recht einräumen über
diese Risiko-Gelder in Italien mitzubestimmem? Natürlich nicht!
Das was jetzt in Europa stattfindet ist lediglich eine neue Variante der Kriegführung:
Krieg hat traditionell den Zweck Resourcen und Arbeitskraft des Gegners
für sich arbeiten zu lassen.
Genau dasselbe ist jetzt im Gange - nicht mehr militärisch sondern
wirtschaftlich. Und das was früher "Gegner" hieß
heißt jetzt "Freund der Solidarität fordert". Das
Ziel ist aber unverändert - den anderen, in diesem Falle
Deutschland für sich arbeiten zu lassen, zu eigenen Gunsten auszubeuten.
Und außerdem treten die Banken jetzt auch als eigenständiger
Kriegsteilnehmer auf, der ganz einfach die "kleinen
Bürger" für ihre Boni bluten lassen will.
Und Kollaborateure hat es auch schon immer gegeben.
Und wahnsinnige Visionäre die nur ihren Dogmen folgen ebenfalls.
wer aus den total versifften und vom betrug durchzogenen oliven-
ländern möchte nicht, daß der deutsche steuermichel
seinen haus-
halt ausgleicht. das ist nun nichts neues mehr, und unsere vom
deutschen volk gewählten politiker erfüllen diese wünsche
nur all-
zu gern! ist ihnen der deutsche steuerzahler doch viel weiter ent-
fernt als griech., ital. u.u. betrüger, die muss man doch einfach
lieb haben, und darf sie um himmels willen nicht im stich lassen.
der dem Wohl seines Volkes verpflichtet ist, bleibt es zwar immer noch dreist, die anderen -- vor allem Deutschland ist gemeint -- für die italienischen Schulden haften und zahlen zu lassen. Merkel und Schäuble werden in ihrem blinden "Rettungswahn" schon ja dazu sagen, nicht sofort, aber dann doch.
Ein öffentlicher Aufruf zum Diebstahl
Heißt: Aneignung ohne Gegenleistung. Und Berlin feiert im gesamten schwarzgelbrotgrünen Spektrum. Wir werden doch diesen Musterknaben Deutschland mit vereinten Kräften noch in die Knie zwingen können!!!
da ist er wieder, der Pawlowsche Effekt, wenn der deutsche Steuermichel das Stichwort "Italien"
hoert; gerne wird verdraengt, dass Italien der zweigroesste NETTO-Zahler in der EU ist - und gemessen an der Wirtschaftsleistung sogar der groesste; gerne wird uebersehen, dass Italien in diesem Jahr einen Primaerueberschuss von 2,7 % in der Staatsblaz hat - den grossten unter den grossen EU-Laendern; gerne wird uebersehen, dass Italien die zweitgroesste Industriestruktur in Europa hat. Gerne wird uebersehen, dass die politsche Antipathie gegen Merkel und die Deutschen in Italien das gesamte Spektrum abdeckt, von der PD bis zum PDL; Monti versucht, einen kleinen pro-EU-Kreis zu bilden ... und wird keinen Erfolg haben. Die italienische Politik wird sich 2013 radikal aendern ... und D wird das mittragen - sonst muesst Ihr die franzoesischen Agrarhilfen halt alleine zahlen ...und vielleicht erneut mit der Konkurrenz unserer durch die abgewertete Neo-Lira befluegelten Industrie leben.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 18:19 UhrZur Sache
Wenn Italien so toll wäre, wie Sie schreiben, wäre es bestimmt
nicht an einer Schulden- und Haftungsunion interessiert.
Aus Montis immer schrilleren Forderungen kann man klar herauslesen,
daß ihm das Wasser bis an den Hals steht und er die kleine
Austerity-Shownummer, die immer nur das Ziel hatte, an Euro-Bonds
heranzukommen (leider kann ich Corriere della Sera lesen!), sehr bald
abbrechen will und muß.
Leider steht ihm in Deutschland kein kompetenter und entschlossener
Kanzler gegenüber, sondern ein naiv-europhiler Haufen, dem die
Belange seiner Wähler und Staatsbürger herzlich egal sind.
Ja, so ist das in unserem schönen Europa
man macht sich gegenseitig Vorhaltungen.
Vorwürfe sollten wir ALLE denen machen, die uns dieses Europa mit
diesem unseligen Euro eingebrockt haben.
Solidarität wird bei dieser Eurochoose gänzlich falsch
ausgelegt, jeder
zu seinen Gunsten schreit nach jeweiliger Solidarität.
Verträge wurden von Anfang an gebrochen.
Es hat sich alles verselbständig und die Politiker denken nach wie
vor wir wären so dumm, und merken es nicht.
Doch ausbaden sollen wir es,
wir der Mittelstand und die Geringverdiener, die grosse Masse - wie
üblich, egal wo.
Der Italiener sieht in erster Hinsicht, dass er für franz.,
deutsche und amerik. Banken zahlt.
Der Deutsche die Target Salden.
In Italien sind Wahlen im Febr., in Deutschland im Herbst - es
gehören wirklich so einige verschrottet.
Die ital. Seite, die deutsche Seite - sollte man nicht nur v. s.
Standpunkt sehen, sondern
Gesamt-Europa - keine EUDSSR, die durch diese Krise wächst !
Ich traue keinem, weder in Italien noch D, noch denen in Brüssel.
der Durchschnittsitaliener haelt sein Vermoegen - vom umfangreichen Grundbesitz ganz abgesehen -
aber auch nicht bei deutschen oder fanzoesischen Banken, die sich in GR & Co verhoben haben; lasst die doch den Bach runtergehen, uns stoert das nicht ... oder zahlt halt, aber alleine.
Ja, Herr Noll, aber Italien hatte die 120 % schon, als Ihr Deutschen noch bei 58 % lagt; schau'n mer
mal, wo Ihr mit der GR-Retterei endet. Das italienische Geschaeftsmodell hat hervorragend funktioniert - wird seit 2004 aber von Polen & Co kopiert, die sich der Euro-Zwangsjacke bisher erfolgreich entzogen haben. Warum Italien nunmehr fuer GR & Co bluten muss, um deutsche, franzoesische und US-Banken zu stuetzen .... entzieht sich der Erkenntnisfaehigkeit bei der Mehrheit der Italiener; bei den Wahlen werden Bruessel und Berlin ein deutliches Wort vom italienischen Waehler hoeren ... und wahrscheinlich nicht verstehen.
Wenn alles so toll ist in Italien, ....
... dann frage ich mich, wo kommen denn die ganzen Schulden her (120% des BIP)? Warum haben die früher immer massiv abwerten müssen? Eigentlich heißt das nichts anderes, als das alles auf Pump ist. Das ist kein wirklich überzeugendes Wirtschaftsmodell (gilt übrigens auch für uns) und wird sich auch so nicht fortführen lassen.
Das passiert schon mal, Herr Krause, dass man überreagiert
Wir sollten uns (neben den von Ihnen freundlicherweise geposteten
Zahlen) aber auch vor Augen halten, dass der statistische Italiener ein
Vermögen von 150.000€ besitzt, der statistische Deutsche
jedoch "nur" 100.000€.
Da wundert man sich schon, wenn ein führender italienischer
Politiker "finanzielle Solidarität durch gemeinschaftlich
geteiltes Risiko“ fordert.
Aus dem Raumschiff Europa gebaut auf der Maastricht-Werft haben die
Schuldenpolitiker eine Galeere gemacht: die einen rudern und schwitzen,
die anderen sonnen sich auf dem Achterdeck, Drink in der Hand! So eine
Galeere birgt Meuterei. Sie gehört zurückgebaut unter
Beachtung der ursprünglichen Bauvorschriften.
Alle in einem Boot? Zuerst die Umbau-Charlatane auf eine einsame Insel
aussetzen! Sonst kommt die grosse Meuterei...
elegant ausgedrückt. Darin verlangen Sie von der EU „finanzielle Solidarität durch gemeinschaftlich geteiltes Risiko“. Wir in Deutschland haben in den 70er und 80er Jahren solche Richter gehabt, wie sie z.Z. in Italien aktiv sind und nur für die Arbeitnehmer entscheiden und die Wirtschaft extrem belasten. Warum sollen deutsche Arbeitnehmer, denen es offensichtlich sehr viel schlechter geht als ihren italienischen Kollegen, Solidarität mit Italien zeigen, das eben nicht das tut, was bei uns getan wurde? Es gibt die Fabel von der Grille und der Ameise. Sollen wirklich die niederländischen, deutschen und österreichischen Ameisen, gemeinsam mit den Nordeuropäern südeuropäisches Grillenleben finanzieren. Solidarität soll man mit den Mitmenschen zeigen, die unverschuldet in not geraten sind, aber nicht mit einem Land, das sich einen Berlusconi als Staatsführer leistet, weil er so schön die Klatschpresse mit Bunga-Bunga versorgt.
"Die eigene politische Bewegung"
des Herrn Monti heißt "Goldman-Sachs" und tritt
öffentlich nicht als Partei, sondern nur als Wolf im Schafspelz
auf, der sich von den willigen Rotkäppchen gegen Schmeicheleien
zeigen läßt, wo die Oma Europa wohnt, die er auffressen
möchte.
"- allerdings sagen in Italien viele Arbeitsrichter öffentlich, dass sie immer gegen die
Unternehmen und zugunsten der Arbeitnehmer entscheiden
würden."
Noch Fragen, warum die bis zum Hals in der Sch..... sitzen?
Zurück zur eigenen Währung oder Absturz in die Armut für
breite Bevölkerungsschichten in Deutschland - das sind unsere
Alternativen. Der nächste Schritt wird sein, dass Deutschland
Exportbeschränkungen auferlegt bekommt um die
"wirtschaftlichen Ungleichgewichte" (Entstehung siehe oben)
auszubügeln - unsere dämlichen Politiker haben nämlich
den entsprechenden Vereinbarungen zugestimmt.
Das Risiko für meinem nächsten Kredit möchte ich auch gerne mit Ihnen teilen...
das ist doch eine gute Idee, finden Sie nicht? Nein, Sie wollen meine Risiken nicht übernehmen? Sie unsolidarischer Klotz!
Nein, ich bin nicht solidarisch. Ich bin auch nicht mehr tolerant. Ich bin auch nicht mehr weltoffen
Ich will mein Geld zurück, ich will mein Land zurück.
Das ist alles. Und das ist genug.
Ja zur internationalen Solidarität
Wenn wir jetzt gemeinscvhaftlich für die Schulden Italiens bürgen, dann werden Italien und Frankreich in zwanzig Jahren auch für die Finanzierung des deutschen Rentensystems bürgen, damit die demographische Krise bewältigt werden kann.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 12:10 UhrVoraussetzung dazu
ist aber, dass der Weihnachtsmann, das Christkind und der Osterhase ein Triumvirat bilden. Träumen Sie weiter!
GENAU ....
.... darauf werden wir uns absolut verlassen können.
"Italien muß sich an die Regeln halten"
Diese Regeln hat es selber mit ausgehandelt und vertraglich fixiert. Eine weitergehende "Mitbestimmung" ist also Nonsense. Und eine Vergemeinschaftung von Risiken widerspricht der ebenfalls vereinbarten und grundlegenden Regel der Subsidarität. Italien hat wesentlich höhere Privatvermögen pro Kopf als Deutschland. Damit kann er alle möglichen Risiken locker abdecken.
Tobias Piller Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.
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