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Teures Rohöl Neue Preiswelle erreicht Verbraucher

19.10.2007 ·  Die hohe Nachfrage, Spannungen an der türkisch-irakischen Grenze und der schwache Dollar haben den Ölpreis auf einen neuen Rekordstand getrieben. Diesel war am Freitag so teuer wie nie zuvor. Entspannung ist nicht in Sicht.

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Die Rekordpreise beim Rohöl haben den Preis für Diesel auf einen neuen Höchstwert getrieben. Ein Liter Diesel kostete im Bundesschnitt 1,23 Euro, wie der Hamburger Fachdienst EID am Freitag mitteilte. Ein Liter Superbenzin lag nach den Informationen bei 1,39 Euro. Auch Heizöl ist zu Beginn der Heizperiode teuer: 65,5 Cent pro Liter.

Hintergrund ist der Ölpreis. Öl hatte in der Nacht zum Freitag erstmals die Marke von 90 Dollar übersprungen. US-Leichtöl verteuerte sich am Donnerstagabend im Computerhandel an der New Yorker Rohstoffbörse auf den Allzeitrekord von 90,02 Dollar pro Barrel (159 Liter). Am Freitag fiel der Ölpreis leicht auf 89,44 Dollar.

Für die Verbraucher in Deutschland ist eine schnelle Preisentlastung nicht in Sicht: Die Großhandelspreise für Diesel und Benzin sind weiter hoch: Eine Tonne Diesel kostete in Rotterdam am Freitag 767 Dollar, deutlich mehr als zu Wochenbeginn. Auch Benzin wurde sehr hoch gehandelt, wie Shell mitteilte. Diesel hatte zuletzt mit 1,21 Euro pro Liter am 22. September einen Höchststand erreicht, wie Shell mitteilte. Der bisherige Höchstpreis für Super war am 22. Mai mit 1,43 Euro erreicht worden. Shell nannte am Freitag leicht niedrige Preise als der EID, bestätigte aber den Aufwärtstrend.

Hohe Nachfrage, schwacher Dollar

Ein Mix von Ursachen treibt die Ölpreise: hohe Nachfrage, Spannungen an der türkisch-irakischen Grenze und der schwache Dollar. Der jüngste Nachfrageschub zum Wochenende kam aber vom schwachen Dollar, wie Analysten erklärten. Käufer aus anderen Währungen decken sich mit Öl ein, um bei einem weiteren Dollarverfall versorgt zu sein.

Öl wird weltweit in Dollar gehandelt. Der Dollarkurs war am Donnerstag erneut gefallen. Außerdem steigen Rohstoffpreise historisch gesehen in Zeiten schwacher Dollarkurse immer an: Die Lieferanten wollen so ihre Kaufkraftverluste in anderen Währungen ausgleichen. Nach einschlägigen Statistiken haben außerdem Spekulationskäufe in den vergangenen Tagen zugenommen.

Nur begrenzter Einfluss auf Weltwirtschaft

Grund für den Anstieg des Ölpreises war außerdem die Sorge, der Konflikt zwischen der Türkei und kurdischen Rebellen könnte die Öllieferungen aus dem Nordirak beeinträchtigen. Die Regierung in Ankara hatte dann aber mitgeteilt, eine Militäraktion stehe nicht unmittelbar bevor. Jede Art von Unruhe oder Kriegsgefahr im Nahen Osten wirkt sich auf den Ölpreis aus, weil in der Region die wichtigsten Ölreserven der Welt lagern.

Die steigenden Rohölpreise haben nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) derzeit aber nur einen begrenzten Einfluss auf die Weltwirtschaft. Das Risiko für die Konjunktur bleibe dennoch groß, sagte IWF-Generaldirektor Rodrigo de Rato am Donnerstag in Washington vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank an diesem Wochenende. Die Preisexplosion an den Ölmärkten könnte vor allem in Ländern mit einer schnell wachsenden Wirtschaft zu einem Inflationsproblem führen, warnte De Rato.

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Von Werner Mussler, Brüssel

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