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Tarifstreit Mit Warnstreiks in die nächste Runde

02.02.2004 ·  Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie die Warnstreiks fortgesetzt. Den IG-Metall-Vorschlag zur Einrichtung von Arbeitszeitkonten lehnt Gesamtmetall-Chef Kannegiesser ab. Dies ändere nichts an den Kosten.

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Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie zu Wochenbeginn die Warnstreiks fortgesetzt. Den Vorschlag der IG Metall zur Einrichtung von Arbeitszeitkonten lehnt Gesamtmetall-Chef Kannegiesser ab. Dies ändere nichts an den Kosten.

In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sollen am Montag die Gespräche zwischen Arbeitgebern und der IG Metall fortgesetzt werden. Die Gewerkschaft rief allein in Hessen mehrere tausend Beschäftigte zu Warnstreiks auf. IG-Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth sagte, sollte es kein besseres Angebot geben, würden die begonnenen Warnstreiks schon ab dem morgigen Dienstag flächendeckend in Nordrhein-Westfalen ausgeweitet, um so den entsprechenden Druck auf die Arbeitgeber zu erzeugen.

Arbeitszeitkonten als Lösungsweg finden keine Zustimmung

Den Vorschlag der IG Metall zur Einrichtung von Arbeitszeitkonten hat Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser als Weg zur Lösung des aktuellen Tarifkonflikts abgelehnt. Langzeitkonten könnten an Kostenproblemen nichts ändern, mit denen immer mehr Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie zu kämpfen hätten, sagte Kannegiesser am Montag im Inforadio Berlin-Brandenburg.

„Wir wollen dieses Kostenproblem lösen, ohne wie bisher dazu Stellen abbauen zu müssen, ohne das Monatseinkommen der Arbeitnehmer beeinflussen zu müssen.“ Das sei nur über das Arbeitszeitvolumen zu erreichen.

„Wenn ein Betrieb in einer schwierigen Innovations- und Umstellungsphase ist, in die jetzt alle rasant hineinkommen, dann reicht das heutige Arbeitszeitvolumen in manchen Fällen nicht mehr aus“, betonte Kannegiesser. Er bekräftigte daher die Forderung, den Betrieben in besonderen betrieblichen Situationen die Möglichkeit zur Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 40 Stunden auch ohne Lohnausgleich zu geben. IG-Metall-Vize Berthold Huber hatte in einem „Spiegel“-Interview gesagt, die Gewerkschaft sei bereit, über Arbeitszeitkonten zu reden.

Maschinenbauer warnen vor volkswirtschaftlichen Folgen

Der Präsident des Verbandes deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Diether Klingelnberg, warf der IG Metall am Montag in Frankfurt vor, die volkswirtschaftlichen Folgen zu starker Lohnerhöhungen zu verharmlosen. Die „immer mehr mit Drohungen geführte Tarifauseinandersetzung“ müsse beigelegt werden. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer forderten erneut flexible Bündnisse auf betrieblicher Ebene.

In der laufenden Tarifrunde bieten die Arbeitgeber bisher eine zweistufige Einkommenserhöhung um je 1,2 Prozent verteilt auf 27 Monate an. Voraussetzung ist die Option auf längere Arbeitszeiten von bis zu 40 Stunden. Die IG Metall lehnt dies strikt ab. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

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Von Werner Mussler, Brüssel

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