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Tarifstreit Arbeitgeber fordern Ende der Streiks

04.02.2004 ·  Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die IG Metall aufgefordert, ihre Warnstreiks sofort einzustellen, um Schaden von den Betrieben und den Arbeitnehmern abzuwenden.

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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die IG Metall aufgefordert, ihre Warnstreiks sofort einzustellen, um Schaden von den Betrieben und den Arbeitnehmern abzuwenden. "Wenn wir uns jetzt noch Arbeitskämpfe leisten, schütten wir Öl ins Feuer des Arbeitsmarkts", warnte Hundt am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Seit dem Tarifabschluß 2002 seien alleine in der Metall- und Elektroindustrie mehr als 100 000 Arbeitsplätze verlorengegangen. "Wer erneut mehr verteilen will, als das Produktivitätswachstum hergibt, würde diese Entwicklung fortsetzen." Das Arbeitgeber-Angebot von 1,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt nannte der BDA-Präsident angemessen. Damit werde nach jetzigen Erwartungen sogar mehr als ein Inflationsausgleich gewährt.

Hundt unterstützte die Forderung des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall nach einem betriebsindividuellen Arbeitszeitkorridor zwischen 35 und 40 Wochenstunden. Befürchtungen der Gewerkschaften nach einer generellen Verlängerung der Wochenarbeitszeit wies Hundt energisch zurück. "Niemand will eine 40-Stunden-Woche für alle." Auch wolle niemand "gegen den Willen der Betriebsräte und der Arbeitnehmer handeln". Öffnungsklauseln seien notwendig, um die Arbeitskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu verbessern. "Die Tarifvertragsparteien müssen jetzt vorvollziehen, was sonst möglicherweise der Gesetzgeber nachvollziehen muß", mahnte der BDA-Präsident.

Die IG Metall lehnte Hundts Forderung nach einem Ende der Arbeitsniederlegungen ab. "Solange die Arbeitgeber weiter stur an ihren Forderungen festhalten, wird es Druck aus den Betrieben geben", stellte der baden-württembergische Bezirksleiter Jörg Hofmann klar. Rückendeckung erhielt die IG Metall vom DGB-Bundesvorstand. Die Vorsitzenden der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften seien entschlossen, den sozialen Fortschritt der Arbeitszeitverkürzung unter 40 Stunden "mit allen Mitteln zu verteidigen", drohte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. "Die Gewerkschaften haben vor wenigen Wochen den gesetzgeberischen Angriff auf die Tarifautonomie abgewehrt. Niemand kann erwarten, daß sie jetzt in Tarifverträgen das nachvollziehen, was sie in der Gesetzgebung verhindert haben." (nf.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2004, Nr. 30 / Seite 13
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