http://www.faz.net/-gqe-75ci9

Studie : Verbraucher verlieren Milliarden bei Vorsorge

  • Aktualisiert am

Schlecht beraten ins Alter? Bei der privaten Vorsorgeprodukten ist das oft der Fall, kritisiert eine aktuelle Studie Bild: dpa

Verbraucher zahlen laut einer Studie bei der privaten Altersvorsorge und anderen Finanzprodukten jährlich 50 Milliarden Euro zu viel. Der Grund: schlechte Beratung, mangelnde Kundenorientierung, keine wirksamen Verbraucherschutzregeln.

          Verbraucher in Deutschland erleiden durch falsche Beratung von Banken und Finanzdienstleistern einem Gutachten zufolge jährlich mindestens 50 Milliarden Euro Verluste. Allein bei Kapitallebensversicherungen, Riester-Verträgen und privaten Rentenversicherungen entgingen den Verbrauchern bis zu 17 Milliarden Euro im Jahr, weil sie beim Abschluss der Verträge nicht ausreichend über Risiken, Ertragssaussichten, Zinssätze und Gebühren informiert würden. Dies geht aus einem Gutachten des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler hervor, das von der Bundestagfraktion der Grünen am Donnerstag vorgestellt wurde.

          Die private Altersvorsorge solle „Rentnerinnen und Rentnern reich machen, nicht die Banken und Versicherungsmakler“, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch, der „Berliner Zeitung“. Maisch kritisierte zugleich die Bundesregierung, die „weiter interessengeleitete Geschenke an die Finanzbranche“ verteile und „vor einer effizienten, verbraucherorientierten Regulierung aller Vertriebsformen und aller Produkte“ zurückschrecke.

          Grüne Maisch: Überhöhte Gebühren und Provisionen

          Das von der Bundesregierung eingebrachte Altersversicherungsverbesserungsgesetz und das geplante Gesetz zu Honorarberatungen reichten nicht aus, um eine sachgerechte, verständliche und vollständige Information der Verbraucher zu gewährleisten, kritisierte Maisch. Überhöhte Gebühren und Provisionen dürften nicht länger an der Rente der Sparer zehren. Solche Belastungen auf Kosten der Vorsorge müssten gesetzlich begrenzt werden.

          Maisch forderte zugleich ein einfaches und öffentlich organisiertes „Basisprodukt“ für die private Altersvorsorge. Damit könnten „Standards im Markt“ gesetzt werden. Dies könne auch mehr Übersichtlichkeit bei Riester-Produkten schaffen, von denen derzeit rund 5000 angeboten würden.

          Dem Gutachten zufolge entstehen den Verbrauchern allein im Bereich der Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen Kosten in Höhe von 16 Milliarden pro Jahr, weil sie ihre Verträge vorzeitig kündigen. Oehler führt die Stornierungen zu einem großen Teil auf eine irreführende oder unvollständige Verbraucherberatung bei Vertragsabschluss zurück.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          SPD berät über weiteres Vorgehen Video-Seite öffnen

          Nach Rückzug der FDP : SPD berät über weiteres Vorgehen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich noch am Montag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier treffen, um nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche über das weitere Vorgehen zu beraten. Auch die SPD berät über die neue Situation.

          Assad und Putin beraten über politische Lösung Video-Seite öffnen

          Syrien-Krieg : Assad und Putin beraten über politische Lösung

          Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bei einem Treffen in Sotschi mit seinem syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts ausgesprochen. Der gemeinsame Kampf gegen Terrorismus auf syrischem Boden nähere sich allmählich dem Ende, sagte Putin.

          Topmeldungen

          Unruhe bei Sozialdemokraten : Was will die SPD?

          Bloß keine Neuwahlen! Und bloß keine Große Koalition! Die SPD trägt ihren inneren Konflikt zur eigenen Zukunft mittlerweile offen aus.Parteichef Schulz steht bereits unter Beschuss. Wie viel Unterstützung hat er noch?
          Bei dem Unfall in der Münchner Innenstadt wurden zwei Personen schwerverletzt, ein Fahrer erlitt leichte Verletzungen.

          Bei Unfall in München : Über 200 Gaffer behindern Rettungskräfte

          Zahlreiche Schaulustige haben bei einem Unfall in der Münchner Innenstadt die Rettungskräfte zum Teil massiv behindert. Erst nach zahlreichen Platzverweisen kommen Polizei und Feuerwehr zu den Verletzten durch. Das könnte Konsequenzen haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.