http://www.faz.net/-gqe-75ci9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 27.12.2012, 07:37 Uhr

Studie Verbraucher verlieren Milliarden bei Vorsorge

Verbraucher zahlen laut einer Studie bei der privaten Altersvorsorge und anderen Finanzprodukten jährlich 50 Milliarden Euro zu viel. Der Grund: schlechte Beratung, mangelnde Kundenorientierung, keine wirksamen Verbraucherschutzregeln.

© dpa Schlecht beraten ins Alter? Bei der privaten Vorsorgeprodukten ist das oft der Fall, kritisiert eine aktuelle Studie

Verbraucher in Deutschland erleiden durch falsche Beratung von Banken und Finanzdienstleistern einem Gutachten zufolge jährlich mindestens 50 Milliarden Euro Verluste. Allein bei Kapitallebensversicherungen, Riester-Verträgen und privaten Rentenversicherungen entgingen den Verbrauchern bis zu 17 Milliarden Euro im Jahr, weil sie beim Abschluss der Verträge nicht ausreichend über Risiken, Ertragssaussichten, Zinssätze und Gebühren informiert würden. Dies geht aus einem Gutachten des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler hervor, das von der Bundestagfraktion der Grünen am Donnerstag vorgestellt wurde.

Die private Altersvorsorge solle „Rentnerinnen und Rentnern reich machen, nicht die Banken und Versicherungsmakler“, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch, der „Berliner Zeitung“. Maisch kritisierte zugleich die Bundesregierung, die „weiter interessengeleitete Geschenke an die Finanzbranche“ verteile und „vor einer effizienten, verbraucherorientierten Regulierung aller Vertriebsformen und aller Produkte“ zurückschrecke.

Grüne Maisch: Überhöhte Gebühren und Provisionen

Das von der Bundesregierung eingebrachte Altersversicherungsverbesserungsgesetz und das geplante Gesetz zu Honorarberatungen reichten nicht aus, um eine sachgerechte, verständliche und vollständige Information der Verbraucher zu gewährleisten, kritisierte Maisch. Überhöhte Gebühren und Provisionen dürften nicht länger an der Rente der Sparer zehren. Solche Belastungen auf Kosten der Vorsorge müssten gesetzlich begrenzt werden.

Mehr zum Thema

Maisch forderte zugleich ein einfaches und öffentlich organisiertes „Basisprodukt“ für die private Altersvorsorge. Damit könnten „Standards im Markt“ gesetzt werden. Dies könne auch mehr Übersichtlichkeit bei Riester-Produkten schaffen, von denen derzeit rund 5000 angeboten würden.

Dem Gutachten zufolge entstehen den Verbrauchern allein im Bereich der Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen Kosten in Höhe von 16 Milliarden pro Jahr, weil sie ihre Verträge vorzeitig kündigen. Oehler führt die Stornierungen zu einem großen Teil auf eine irreführende oder unvollständige Verbraucherberatung bei Vertragsabschluss zurück.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rechnungshofbericht Tote Seelen unter Spaniens Rentnern

Griechische Verhältnisse in Spanien? Laut einem Bericht des Rechnungshofes haben fast 30.000 verstorbene Spanier weiterhin Renten bezogen. Mehr Von Leo Wieland, Madrid

24.07.2016, 17:49 Uhr | Wirtschaft
Nach Brexit-Votum Preissturz auf Londoner Immobilienmarkt

Nach dem Brexit-Votum der Briten sind auf dem Immobilien-markt in London die ersten Auswirkungen spürbar. Bis vor Kurzem begehrte Villen, erweisen sich als nun schwer verkäuflich. Die Preise fallen, um bis zu 30 Prozent. Mehr

27.07.2016, 18:16 Uhr | Wirtschaft
Erhöhung der Ost-Renten Scheitert Rentenreform an Schäuble?

Die Sozialministerin will die Renten in Ostdeutschland bald an das Niveau im Westen angleichen. Einem Bericht zufolge aber ein Kabinettskollege etwas dagegen. Mehr

28.07.2016, 07:36 Uhr | Aktuell
Kammerphilharmonie Bremen Rebellen im Kulturbetrieb

In Bremen spielt eines der besten Orchester der Welt. Dahinter steckt ein besonderes Gesellschaftermodell mit Musikern in Doppelfunktion. Mehr

25.07.2016, 15:50 Uhr | Wirtschaft
Wachstum Bundesregierung gibt 10 Milliarden für junge Firmen

Viele junge Unternehmen wissen nicht genau, wie sie an frisches Geld für die Expansion kommen. Eine Staatsbank soll nun helfen. Mehr

25.07.2016, 15:00 Uhr | Wirtschaft

Leeres Gerede

Von Werner Mussler, Brüssel

Die EU-Kommission sieht von Bußgeldern gegen Spanien und Portugal ab. Dieser Schritt ist unter mehreren denkbaren Optionen die mildeste. Schade. Mehr 1 46

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden