Home
http://www.faz.net/-gqe-76inj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 13.02.2013, 12:42 Uhr

Studie OECD kritisiert Steuerschlupflöcher für Großkonzerne

Internationale Großkonzerne nutzen laut einer OECD-Studie in großem Ausmaß legale Kunstgriffe, um Steuern zu sparen. Über Tochtergesellschaften lagern sie Gewinne in Länder aus, in denen weniger Steuern anfallen.

© Rüchel, Dieter Wohin mit den Gewinnen? Im Vorteil sind Konzerne, die Tochtergesellschaften in Niedriegsteuerländern besitzen.

Viele international tätige Großkonzerne nutzen laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geschickt legale Steuerschlupflöcher, um ihre Steuerlast zu minimieren. So könnten sie ihre Steuern in manchen Fällen auf 5 Prozent beschränken, während kleinere Firmen 30 Prozent zahlen müssten, heißt es in dem OECD-Bericht.

Über Tochtergesellschaften können Konzerne ihre Gewinne in Länder auslagern, in denen weniger Steuern anfallen. Die Verluste gäben sie dagegen in den Tochtergesellschaften in den Hochsteuerländern an.

OECD: Vorgehen wird immer aggressiver

 „Diese Taktiken sind zwar strenggenommen legal, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría: “Sie beeinträchtigen aber die Steuergrundlage vieler Länder und gefährden die Stabilität des weltweiten Steuersystems.“ Das Vorgehen der Großkonzerne sei in den vergangenen zehn Jahren immer aggressiver geworden, warnen die Autoren des Berichts.

Entstanden seien die Schlupflöcher durch die unzureichende Abstimmung zwischen den nationalen Steuersystemen. Viele Regeln, die in der guten Absicht entstanden seien, Unternehmen vor einer Doppelbesteuerung zu schützen, führen laut der Studie letztlich dazu, dass überhaupt keine Steuern gezahlt werden. Die Schlupflöcher könnten nur durch eine stärkere internationale Koordination der Staaten geschlossen werden.

Mehr zum Thema

Dem Bericht zufolge sind die bestehenden Steuergesetze teilweise veraltet. Sie müssten an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden, wie etwa an die grenzüberschreitenden Verflechtungen der Unternehmen und die große Bedeutung des geistigen Eigentums und der neuen Kommunikationstechnologien. Es sei beispielsweise möglich, über das Internet in einem Land wirtschaftlich tätig zu sein, ohne dort Steuern zu entrichten.

Der Bericht wurde im Auftrag der Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) erstellt, die Ende der Woche in Moskau über die Besteuerung von Großunternehmen beraten wollen.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Die Vermögensfrage Zehntausende Rentner rutschen in die Steuerpflicht

Ruheständler können das Finanzamt an einer Reihe von Kosten beteiligen. Bitter wird es für jüngere Jahrgänge: Bei ihnen langt der Fiskus laut einer aktuellen Studie gleich zwei Mal zu. Mehr Von Barbara Brandstetter

06.02.2016, 14:21 Uhr | Finanzen
Höhere Abgaben und Steuern Tsipras wirbt für Rentenreform in Griechenland

Griechenlands Premier Alexis Tsipras hat im griechischen Parlament für seine Rentenreform geworben. Finanziert werden soll die Reform unter anderem durch höhere Abgaben und Steuern für Landwirte und Freiberufler. Mehr

27.01.2016, 16:10 Uhr | Wirtschaft
Unternehmensbesteuerung Googles deutsches Steuersparmodell

Von Hamburg auf die Bermudas – Gewinne, die der Internetkonzern mit deutschen Umsätzen erwirtschaftet, landen in der Karibik. Mehr Von Marcus Theurer

29.01.2016, 12:35 Uhr | Wirtschaft
Nach Havarie Führerloser Frachter steuert auf Frankreichs Küste zu

Der havarierte Frachter Modern Express steuert unkontrolliert auf die französische Atlantikküste zu. Die Modern Express befand sich auf dem Weg von Zentralafrika zum Hafen von Le Havre in Nordfrankreich. Das Schiff ist mit 3.600 Tonnen Holz beladen. Mehr

29.01.2016, 16:12 Uhr | Gesellschaft
Doppelbesteuerung Bundestag darf gegen Abkommen verstoßen

Der Bundestag darf Steuergesetze beschließen, die gegen völkerrechtliche Abkommen mit anderen Staaten verstoßen. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Mehr Von Joachim Jahn

12.02.2016, 13:53 Uhr | Wirtschaft

Der amerikanische Konsument und seine Laune

Von Winand von Petersdorff, Washington

An der Kauflaune der Amerikaner hängt die Weltwirtschaft. Aber derzeit gibt es viel Besorgnis um den amerikanischen Konsumenten. Zurecht? Nein. Die Lage scheint nur auf den ersten Blick bedrohlich. Mehr 7 10


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Keine Ahnung - aber Meinung

Wenn es um China geht, sind die meisten Deutschen einer Umfrage zufolge in Sorge. Ebenfalls die meisten sagen aber auch, eigentlich nichts darüber zu wissen. Mehr 0