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Studie Gute Noten für deutsches Gesundheitssystem

27.06.2006 ·  Das deutsche Gesundheitssystem ist reformbedürftig. Doch Deutschland ist führend beim Zugang zu neuen Arzneimitteln, der Bezuschussung von Medikamenten, beim Anspruch auf weitere Fachleute bei Untersuchungen: Ergebnisse einer Studie.

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Frankreich, die Niederlande und Deutschland belegen die Spitzenplätze in einer Untersuchung der öffentlichen Gesundheitssysteme von 26 europäischen Ländern. Darauf deuten die Ergebnisse einer Untersuchung des in Brüssel ansässigen Unternehmens Health Consumer Powerhouse hin. Sie beruht auf einem Vergleich der Gesundheitssysteme der 25 EU-Länder und der Schweiz.

Deutschland ist führend beim Zugang zu neuen Arzneimitteln, der Bezuschussung von Medikamenten, aber auch beim Anspruch des Patienten darauf, weitere Fachleute bei ärztlichen Untersuchungen zu Rate zu ziehen. Deutschland hebt sich auch dadurch ab, daß zahnärztliche Versorgung als Teil des staatlichen Angebots an Gesundheitsleistungen gilt und - generell - die Wartezeiten kurz sind.

Zugrundegelegt wurden im sogenanntem "Euro Health Consumer Index" (EHCI) insgesamt 28 Indikatoren, die Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Verbraucher zulassen sollen. Dazu zählen besonders Rechte und Aufklärung von Patienten, die Versorgung mit Arzneimitteln, die Länge der Wartezeiten oder auch die Frage der freien Arztwahl. Das Brüsseler Institut, das 2005 erstmals eine entsprechende Untersuchung vorgelegt hat. stützt sich vor allem auf einzelstaatliche Statistiken sowie "unabhängige Forschungsarbeiten". Schon im vergangenen Jahr hatte Frankreich die Tabelle angeführt. Ziel der Untersuchungen ist, durch einen Vergleich der Systeme die öffentliche Debatte über mögliche Verbesserungen zu beflügeln In der Rangliste erreichte Frankreich, dessen System als "technisch wirksam und recht großzügig" beschrieben wird, jetzt 576 von 750 möglichen Punkten. Knapp dahinter folgten die Niederlande (572) Deutschland (571), Schweden (566) und die Schweiz (563). Weniger als 400 Punkte wiesen die Slowakei (369), Lettland (365), Irland (359) und Litauen (340) auf.

Zu den deutschen Schwachpunkten zählte der Leiter der Untersuchungen, Arne Björnberg, gewisse Mängel bei den Ergebnissen ärztlicher Behandlungen sowie den Umstand, daß es in Deutschland keine gesetzliche Regelung der Patientenrechte gebe. Er regte insbesondere an, Patientenorganisationen stärker zu berücksichtigen und umfassender über Arzneimittel zu informieren.

Quelle: now., F.A.Z., 27. Juni 2006
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