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Studie : Gewerbesteuer trifft Mitarbeiter der Unternehmen

Höhere Gewerbesteuern kosten die Unternehmen viel Geld - und diese Last wälzen sie auf ihre Mitarbeiter ab, sagt eine Studie Bild: dpa

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Wirtschaft die Last auf die Angestellten abwälzt, wenn die Kommunen die Gewerbesteuer erhöhen. Diese ist die wichtigste Steuer für die Städte.

          In der Auseinandersetzung um die Gewerbesteuer kommen neue Argumente: Wenn Kommunen die Abgabe für die Unternehmen erhöhen, senkt dies die Löhne der Mitarbeiter. Zu dem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie des Mannheimer Steuerforschers Clemens Fuest sowie der Bonner Ökonomen Andreas Peichl und Sebastian Siegloch. Groß sei dieser Effekt in Unternehmen, in denen besondere Betriebsvereinbarungen gelten und Mitarbeiter deshalb indirekt besonders stark am Unternehmensgewinn teilhaben. „In solchen Unternehmen werden sogar mehr als 77 Prozent der Lasten auf die Mitarbeiter überwälzt“, sagte Fuest.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          In Unternehmen ohne Tarifbindung konnten die Forscher dagegen keine Abwälzung nachweisen. Sie erklären das damit, dass die Löhne dort entscheidend vom Lohnniveau und der Arbeitsmarktsituation in der Region abhängen. Drehen Arbeitgeber hier zu sehr an der Lohnschraube, würden Mitarbeiter zu Wettbewerbern abwandern.

          Der Deutsche Städtetag verteidigt die Gewerbesteuer

          Das genaue Ausmaß dieser Abwälzung war bislang nicht bekannt, denn der Zusammenhang von Gewerbesteuern und Lohnveränderungen ist schwierig festzustellen. Fuest und seine Koautoren haben für ihre Untersuchung Gewerbesteuerdaten von 11.441 deutschen Kommunen aus den Jahren 1998 bis 2008 ausgewertet. Die Angaben setzen sie ins Verhältnis zu Informationen über die Löhne sozialversicherungspflichtig Beschäftigter und deren Arbeitgeber. Das ermöglichte isoliert zu beobachten, wie sich Löhne nach einer Steuererhöhung an einem Ort verändern, wenn die Hebesätze anderswo nicht angetastet werden. „Die Ergebnisse sind robust und geben genaue Einblicke, welche Beschäftigte besonders betroffen sind“, sagte Fuest.

          Gewerbesteuereinnahmen auf Rekordhoch, Hebesätze breit gestreut

          Von dem Lohneffekt besonders betroffen sind demnach besser qualifizierte Mitarbeiter. „Sie haben größere Verhandlungsmacht und sichern sich deshalb einen größeren Anteil am Gewinnkuchen“, sagt Fuest. Höhere Hebesätze machen sich bei ihnen deshalb überproportional bemerkbar. Die Studie zeigt zudem, dass höhere Steuern die Investitionsfreude reduzieren können. Auch das wirke sich negativ auf Löhne aus.

          Der Deutsche Städtetag verteidigte gerade wieder auf seiner Hauptversammlung im April die Gewerbesteuer. In der Kritik steht diese, da sie sehr von der Konjunktur abhängig ist und strukturstarke Regionen bevorzugt. Gegen eine Abschaffung wehrten sich die Kommunen bislang erfolgreich. Der Ökonom Clemens Fuest bezeichnet die Resultate als „interessante Informationen“ für Städte und Gemeinden, die häufig unrealistische Vorstellungen über die Auswirkungen von Gewerbesteuern hätten. Unmittelbare Handlungsanweisungen leiten sich nach seiner Meinung aus den Ergebnissen nicht ab.

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