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Veröffentlicht: 04.12.2005, 06:00 Uhr

Studie Gesundheitswesen Pleiten für die Gesundheit

Deutschlands Krankenhäuser siechen. Jedes zehnte müßte geschlossen werden. Das geht aus dem „Krankenhaus Rating Report 2006“ hervor, der der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt - und die Studie kommt noch zu weiteren alarmierenden Ergebnissen.

© dpa/dpaweb Wie lange können die Ärzte noch arbeiten?

Deutschland hat zu viele Krankenhäuser. Jede zehnte der knapp 1900 allgemeinen Kliniken in Deutschland kann die nächsten fünf Jahre nicht mehr wirtschaftlich überleben. Besonders die westdeutschen Ballungszentren, vor allem das Ruhr- und das Rhein-Main-Gebiet, sind betroffen.

Zu diesem Befund kommt der „Krankenhaus Rating Report 2006“, der der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Grundlage der Studie, die von der Unternehmensberatung ADMED und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI) durchgeführt wurde, sind die Wirtschaftsdaten von 347 der 1868 allgemeinen Krankenhäuser in Deutschland.

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Zu Lasten der Kommunen

„Würden die zehn Prozent der schlechtesten Krankenhäuser geschlossen, bedeutete dies eine enorme Entlastung der Krankenhausbranche“, heißt es in der Studie. Die ruinös geführten Häuser erwirtschafteten jährlich einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro zu Lasten ihrer Träger, in den meisten Fällen Städte und Kommunen.

Würden die zu behandelnden Patienten auf die verbliebenen 90 Prozent der heute noch bestehenden Krankenhäuser verlagert, stünden weitere 3,3 Milliarden Euro pro Jahr mehr zur Verfügung. Denn dadurch würden die übrigen Häuser so bis zu zwölf Prozent besser ausgelastet sein. Ab 2010 ergäbe das eine Einsparvolumen von 4,9 Milliarden Euro pro Jahr.

Marktbereinigung notwendig

Der Investitionsstau bei den Krankenhäusern liege insgesamt bei zwölf Milliarden Euro. Nach der Studie sind derzeit zwanzig Prozent aller Krankenhäuser Deutschlands insolvenzgefährdet, 66 Prozent stehen gut da, und 14 Prozent liegen im mittleren Bereich. Das Verhältnis werde sich verändern wegen eines neuen Abrechnungssystems, der sogenannten DRG-Fallpauschalen, das seit diesem Jahr läuft.

Ab 2009 sollen innerhalb eines Bundeslandes erstmals alle Krankenhäuser nach einheitlichem Preissystem abgerechnet werden. Das allein werde an der Notlage nichts ändern, heißt es in der Studie. Dort wird eine Marktbereinigung als notwendig für das Gesundheitssystem insgesamt angesehen. Ansonsten, so die Prognose, lägen ab dem Jahr 2010 bis zu dreißig Prozent aller Krankenhäuser finanziell im roten Bereich.

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