Home
http://www.faz.net/-gqg-754hu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Studie Fachkräftemangel wird weniger dramatisch ausfallen

Die Warnung der Wirtschaft war dramatisch: In wenigen Jahren werden Millionen Fachkräfte fehlen. Entwarnung gibt es zwar nicht, doch laut einer Studie wird die Lücke nicht so groß wie befürchtet - auch weil es wirtschaftlich weniger steil bergauf geht als erhofft.

© ZB Vergrößern Es gibt einen Mangel an Fachkräften - doch er ist nicht so groß wie befürchtet

Der von der Wirtschaft befürchtete Mangel an Fachkräften wird einer Studie zufolge weniger dramatisch ausfallen als gedacht. So lasse etwa eine stärkere Zuwanderung, bessere Ausbildung und das schwächere Wirtschaftswachstum die erwartete Lücke kleiner werden, heißt es in einer der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die am Montagvormittag in München vorgestellt werden soll.

„Dieser Befund darf uns dennoch nicht dazu veranlassen, die Bemühungen zur Fachkräftesicherung ruhen zu lassen“, schreibt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in der Studie. „Wir haben aktuell ein erhebliches Fachkräftedefizit. Die Studie zeigt, dass trotz aller Gegenmaßnahmen das Defizit noch steigen wird.“

Mehr zum Thema

Der vom Prognos-Institut erstellten Untersuchung zufolge werden bundesweit bis 2020 rund 1,7 Millionen Fachkräfte fehlen, bis 2035 rund 4 Millionen. Die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2008 hatte bis 2015 eine Lücke von 3 Millionen und bis 2030 von 5 Millionen vorhergesagt. „Die letzte Erhebung wurde im Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs erhoben. Es gab keine Staatsschuldenkrise“, sagte vbw-Präsident Randolf Rodenstock.

Nun machten sich die deutlich trüberen Aussichten deutlich bemerkbar. Daneben zahlten sich die Anstrengungen von Wirtschaft und Politik aus. Vor allem vielen Firmen sei zu danken, sagte Rodenstock. „Sie haben über Bedarf ausgebildet. Sie haben Fachkräfte in der Krise gehalten, obwohl der Auftragsbestand dies nicht gerechtfertigt hat.“ Zudem sei die Zahl der Schulabbrecher gesunken und es gebe mehr Zuwanderung. All das haben die Lage im Vergleich zu 2008 verändert. Ein Grund, sich zurückzulehnen sei die Entwicklung aber nicht.

„Wir müssen Mädchen und Frauen früher begeistern“

„Die Lücke ist weniger groß, aber immer noch beachtlich.“ Sie bremse die Konjunktur, sagte Rodenstock und erneuerte Forderungen nach bessere Arbeitsvermittlung, Fortbildung und die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Und wir müssen gerade Mädchen und Frauen früher und mehr für technische Berufe begeistern“, sagte Rodenstock. Auch in der Bildung müsse mehr getan werden. Außerdem brauche es weiter eine konstante Zuwanderung aus dem Ausland.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flüchtlingskrise Ungeteilte Verantwortung

Deutschland bewältigt momentan fast alleine die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa. An die Dublin-Verordnungen hält sich kaum jemand mehr. Dabei gibt es Vorschläge für eine gerechtere Verteilung - etwa nach Quoten. Mehr Von Julian Staib, Frankfurt

19.12.2014, 13:45 Uhr | Politik
Einwanderungsland Deutschland Zuwanderung auf höchstem Stand seit 20 Jahren

2013 ist die Zuwanderung nach Deutschland auf den höchsten Wert seit 20 Jahren gestiegen. Über 1,2 Millionen Menschen kamen im vergangenen Jahr in die Bundesrepublik, meist mit dem Ziel Arbeit zu finden. Mehr

14.11.2014, 09:11 Uhr | Wirtschaft
TV-Kritik: Maybrit Illner Ihr hört uns sowieso nicht mehr zu

Was passiert in Dresden unter dem Stichwort Pegida? Ist es der Tiefpunkt unseres politischen Systems? Klar ist, es betrifft unser Verständnis von Politik. Das wurde in der Sendung von Maybrit Illner deutlich. Mehr Von Frank Lübberding

12.12.2014, 04:19 Uhr | Feuilleton
Wirtschaft Deutschland boomt als Zuwanderungsland

Nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte Magnet für Einwanderer. Das hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa in einer aktuellen Studie herausgefunden. Mit dem Boom sollen auch Beschäftigung und Qualifikation der Zuwanderer zugenommen haben. Mehr

01.12.2014, 16:49 Uhr | Wirtschaft
Ölstaat Venezuela Das erdölreichste Armenhaus der Welt

Venezuela könnte im Geld schwimmen. Doch die sozialistische Regierung wirtschaftet das Land systematisch herunter. Kein Land der Welt ist so von einer Pleite bedroht. Mehr Von Franz Nestler

15.12.2014, 17:14 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.12.2012, 09:01 Uhr

Bescherung im Bundesrat

Von Heike Göbel

Die jüngsten Beschlüsse im Bundesrat bringen den Ländern mehr Geld. Für den Bund ist das nicht so gut. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden