Home
http://www.faz.net/-gqg-771g7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Studie Autofahrer verursachen höhere Kosten als sie Abgaben zahlen

Autofahren ist teuer - nicht nur für die Fahrer selbst. Laut einer Studie verursachen Autofahrer in Deutschland jährlich Folgekosten von fast 90 Milliarden Euro für die Umwelt und durch Unfälle. Das sei deutlich mehr als sie an Abgaben zahlen.

© dpa Vergrößern Die Belastungen für die Umwelt und durch Unfälle belaufen sich auf knapp 90 Milliarden Euro jährlich, hat die TU Dresden errechnet

Autofahrer verursachen einer Studie  zufolge deutlich mehr Folgekosten als sie Abgaben zahlen. Diese  Folgekosten wie etwa für Unfälle und die Auswirkungen auf den Klimawandel summieren sich laut einer Studie der Technischen Universität  Dresden auf knapp 90 Milliarden Euro pro Jahr in  Deutschland. Die Autofahrer zahlen demnach für Kfz-Steuer, Energie-  und Mehrwertsteuer lediglich rund 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Umfang der externen Kosten des Verkehrs sei beträchtlich, heißt es in der Studie der TU Dresden. Von den Verkehrsnutzern würden große Teile der Kosten durch Lärmemissionen, Luftschadstoffemissionen, Treibhausgasemissionen und sonstige Kostenfaktoren nicht abgedeckt. Unfallkosten würden zwar durch Versicherungen abgedeckt, aber einen Teil der Unfallkosten zahle die Gesellschaft wie etwa Ausgaben für Polizei und die Verwaltung von Infrastrukturen, Krankenhauskosten und Kosten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Kosten pro Kopf

Deutschland ist der Studie zufolge in absoluten Zahlen gleich in mehreren Kategorien Spitzenreiter. Die Kosten für Unfälle belaufen sich demnach in Deutschland auf rund 38 Millionen Euro jährlich, die Folgekosten für den Klimawandel werden mit 9 bis knapp 32 Millionen Euro angesetzt. In Italien fallen laut der Studie Kosten von 20 Millionen Euro jährlich für Unfälle an, gefolgt von Frankreich, wo für Unfälle Kosten von 16,7 Millionen Euro errechnet werden. Der Klimawandel schlägt dagegen in Frankreich mit rund 20 Millionen Euro und in Italien mit 12,6 Millionen Euro zu Buche.

Infografik / Externe Autokosten pro Einwohner und Jahr (2008) nach Ländern © TU-Dresden Bilderstrecke 

Laut der Untersuchung, bei der Wissenschaftler des Lehrstuhls für Verkehrsökologie die Kosten in den 27-EU-Mitgliedsländern verglichen und sich auf bereits erschienene Daten stützen, weist die Mehrzahl der neueren Mitgliedsstaaten relativ niedrige pro-Kopf-Kosten von unter 500 Euro pro Jahr auf. Deutschland, Österreich und Luxemburg haben die höchsten pro-Kopf-Kosten, die sich in einem Bereich zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro bewegen. Im Durchschnitt verursacht ein Autofahrer in der EU demzufolge Kosten von rund 750 Euro pro Jahr.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Energiebeihilfe 40 Milliarden Euro Subventionen für Ökostrom

Der EU-Subventionsbericht zeigt: Grüne Energie wird überproportional viel gefördert. Kohle ist jedoch wesentlich günstiger – nur nicht bei den Folgekosten. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel

12.10.2014, 19:18 Uhr | Wirtschaft
Wer zahlt für den Atomausstieg?

Deutschland will bis zum Jahr 2022 alle Atomkraftwerke abschalten. Doch allein die Demontage der Atomkraftwerke kostet zig Milliarden Euro. Die Energieunternehmen müssen dafür Rücklagen bilden. Doch nun soll möglicherweise der Staat die Risiken für den Rückbau übernehmen. Mehr

05.06.2014, 09:39 Uhr | Politik
Studentische Wohnungsnot Zehn Minuten vom Feldbett zum Waschraum

Der Frankfurter Uni-AStA hat wohnungssuchende Studenten vorübergehend bei sich einquartiert - die meisten haben jetzt eine Bleibe. Mehr Von Frederik von Castell

14.10.2014, 18:03 Uhr | Rhein-Main
Hauskäufer lässt sich Katze 140.000 Dollar kosten

Dass ihre Katze Tiffany bei der Versteigerung ihres Hauses mal das Zünglein an der Waage sein würde, hätten die Besitzer dieses Eigenheims im australischen Melbourne wohl nicht gedacht. Die geforderten rund zwei Millionen Australische Dollar wollte für die Immobilie mit fünf Schlafzimmern zunächst niemand zahlen. Erst als Tiffany noch oben drauf gelegt wurde, schlug ein Interessent zu - und bot sogar noch 140.000 Dollar mehr. Mehr

14.10.2014, 10:57 Uhr | Gesellschaft
Steuern sparen beim Personal Eine Haushälterin ist gar nicht so teuer

Kochen, putzen, Kinder hüten - wer wünscht sich nicht manchmal eine helfende Hand? Man muss kein Millionär sein, um sich eine legale Haushaltshilfe leisten zu können. Mit einem Trick wird es besonders günstig. Mehr Von Dyrk Scherff

14.10.2014, 10:26 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2013, 09:44 Uhr

Indonesiens unerfahrener Hoffnungsträger

Von Christoph Hein, Singapur

Gerade wurde Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo eingeschworen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. Aber ist er seinem Amt gewachsen? Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wie wichtig ist die Raumfahrt für Deutschland?

Dass die Raumfahrernation Amerika viel in die Erforschung des Weltraums investiert, ist keine Überraschung. Aber selbst in Italien, Japan und Frankreich hat die Raumfahrt einen höheren Stellenwert als hierzulande. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden