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Studie Autofahrer verursachen höhere Kosten als sie Abgaben zahlen

 ·  Autofahren ist teuer - nicht nur für die Fahrer selbst. Laut einer Studie verursachen Autofahrer in Deutschland jährlich Folgekosten von fast 90 Milliarden Euro für die Umwelt und durch Unfälle. Das sei deutlich mehr als sie an Abgaben zahlen.

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© dpa Vergrößern Die Belastungen für die Umwelt und durch Unfälle belaufen sich auf knapp 90 Milliarden Euro jährlich, hat die TU Dresden errechnet

Autofahrer verursachen einer Studie  zufolge deutlich mehr Folgekosten als sie Abgaben zahlen. Diese  Folgekosten wie etwa für Unfälle und die Auswirkungen auf den Klimawandel summieren sich laut einer Studie der Technischen Universität  Dresden auf knapp 90 Milliarden Euro pro Jahr in  Deutschland. Die Autofahrer zahlen demnach für Kfz-Steuer, Energie-  und Mehrwertsteuer lediglich rund 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Umfang der externen Kosten des Verkehrs sei beträchtlich, heißt es in der Studie der TU Dresden. Von den Verkehrsnutzern würden große Teile der Kosten durch Lärmemissionen, Luftschadstoffemissionen, Treibhausgasemissionen und sonstige Kostenfaktoren nicht abgedeckt. Unfallkosten würden zwar durch Versicherungen abgedeckt, aber einen Teil der Unfallkosten zahle die Gesellschaft wie etwa Ausgaben für Polizei und die Verwaltung von Infrastrukturen, Krankenhauskosten und Kosten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Kosten pro Kopf

Deutschland ist der Studie zufolge in absoluten Zahlen gleich in mehreren Kategorien Spitzenreiter. Die Kosten für Unfälle belaufen sich demnach in Deutschland auf rund 38 Millionen Euro jährlich, die Folgekosten für den Klimawandel werden mit 9 bis knapp 32 Millionen Euro angesetzt. In Italien fallen laut der Studie Kosten von 20 Millionen Euro jährlich für Unfälle an, gefolgt von Frankreich, wo für Unfälle Kosten von 16,7 Millionen Euro errechnet werden. Der Klimawandel schlägt dagegen in Frankreich mit rund 20 Millionen Euro und in Italien mit 12,6 Millionen Euro zu Buche.

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© TU-Dresden Vergrößern

Laut der Untersuchung, bei der Wissenschaftler des Lehrstuhls für Verkehrsökologie die Kosten in den 27-EU-Mitgliedsländern verglichen und sich auf bereits erschienene Daten stützen, weist die Mehrzahl der neueren Mitgliedsstaaten relativ niedrige pro-Kopf-Kosten von unter 500 Euro pro Jahr auf. Deutschland, Österreich und Luxemburg haben die höchsten pro-Kopf-Kosten, die sich in einem Bereich zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro bewegen. Im Durchschnitt verursacht ein Autofahrer in der EU demzufolge Kosten von rund 750 Euro pro Jahr.

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