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Energiepolitik : Strompreis für Haushalte seit 2000 verdoppelt

  • Aktualisiert am

Strom für die privaten Haushalte ist deutlich teurer geworden. Bild: dapd

Strom wird teurer - vor allem für Privathaushalte. Dabei sind die Preise für die Stromerzeugung seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 deutlich gesunken. Großkunden wurden von der Politik zusätzlich entlastet.

          Der Strompreis für private Verbraucher hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt. Im Durchschnitt müssen Privatleute heute 92 Prozent mehr für Strom zahlen als vor rund 14 Jahren, berichtete das Statistische Bundesamt. Die Kosten für die Stromerzeugung seien dagegen lediglich um 35 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem höhere Steuern und Umlagen wie die zur Finanzierung der erneuerbaren Energieträger.

          Diese trafen der Auswertung zufolge auch andere Kundenkreise wie Industrieunternehmen und kleine Gewerbebetriebe. Sie mussten in der beobachteten Zeit von Januar 2000 bis August 2014 Preiserhöhungen zwischen 76 und 79 Prozent hinnehmen, errechneten die Statistiker.

          Seit dem Jahr 2008 lief es allerdings für industrielle Großkunden deutlich besser: Sie zahlen für Strom aktuell nur 5 Prozent mehr als im Juli 2008, so die Statistik. Anders als Privatleute (plus 36 Prozent) und kleine Gewerbetreibende (plus 38 Prozent) konnten die Unternehmen die seitdem stark gefallenen Großhandelspreise nutzen, indem sie selbst an den Strombörsen einkauften oder kurzfristig bessere Verträge mit ihren Stromlieferanten aushandelten.

          Auch die Befreiungen von der Ökostrom-Umlage für besonders energieintensive Produktionsbetriebe sind laut Statistischem Bundesamt im Preis-Index berücksichtigt. Bürger und Wirtschaft zahlen die Umlage zur Finanzierung der Energiewende über den Strompreis, energieintensive Unternehmen bekommen massive Rabatte, was sich in der Umlage der anderen Verbraucher niederschlägt.

          Für die Energieverteiler wie zum Beispiel regionale Stadtwerke ist der Strompreis seit Sommer 2008 um nahezu die Hälfte (46 Prozent) gefallen. Verbraucherzentralen hatten kritisiert, dass diese Preisvorteile nicht an Privatverbraucher weitergegeben würden. Die niedrigeren Erzeugerpreise sind unter anderem auf die wachsenden Strommengen aus erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen, die in diesem Jahr erstmals wichtigster Energieträger in der deutschen Stromproduktion sind.

          Quelle: ala./DPA

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