07.12.2007 · Umweltschutz-Organisationen haben die Bevölkerung aufgerufen, am Samstag um 20 Uhr fünf Minuten lang das Licht auszuschalten. Den Stromkonzernen bereitet die Aktion Sorgen, denn Schwankungen im Netz könnten zu einem Stromausfall führen.
Von Holger AppelDie Umweltschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und WWF haben die Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen, am Samstag, dem "Weltklimatag", zwischen 20 Uhr und 20.05 Uhr das Licht auszuschalten. Immer mehr Großverbraucher wollen sich der „Licht-aus-Aktion“ anschließen, darunter die Konzernzentralen von BMW, Porsche, Bosch und Deutscher Telekom.
Die Außenbeleuchtung zahlreicher berühmter Bauwerke soll für fünf Minuten abgestellt werden, unter anderem am Kölner, Berliner und Erfurter Dom, auf Schloss Neuschwanstein, am Heidelberger Schloss, Brandenburger Tor, an der Alten Oper in Frankfurt und auf der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil. Auch der mit 45 Metern wohl größte Weihnachtsbaum der Welt in Dortmund soll kurzzeitig abgeschaltet werden.
Energieversorger bereiten sich vor
Den Stromkonzernen bereitet die Aktion Sorgen, weil große Schwankungen im Netz Probleme verursachen. Die entscheidenden Fragen sind, wie viele Verbraucher mitmachen, ob alle exakt zur gleichen Zeit aus- oder einschalten und ob es geographische „Klumpenbildung“ gibt. Eine sehr hohe Beteiligung könne zu einem längeren Stromausfall führen, warnen die Versorger. Sie bereiten sich gleichwohl vor.
Bis zu 3000 Megawatt Schwankung, was grob geschätzt 10 Millionen Haushalten entspricht, können die Netze auffangen, darüber müsste in den Kraftwerksbetrieb eingegriffen oder sogar eine Notmaßnahme wie das Anfahren von Pumpspeicherwerken ergriffen werden.
Brennt Samstag, 20.06 Uhr, das Licht wieder, haben die Maßnahmen gegriffen. Und wenn nicht? "Dann wird uns die Schuld gegeben", sagt Eon-Sprecher Peter Blau.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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