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Strom Knappes Angebot hält Preise hoch

Die Energieagentur verlangt den Neubau von einem Dutzend Großkraftwerken auf Kohle- oder Gasbasis. Andernfalls bliebe das Stromangebot zu knapp, der Preis zu hoch, die Umweltbelastung zu groß und die Versorgung gefährdet.

© ASSOCIATED PRESS Vergrößern Energie aus der Dose bleibt teuer

Die Strompreise in Deutschland werden nach Einschätzung der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur Dena weiter hoch bleiben. Grund dafür seien die rasant steigenden Kosten für neue Anlagen, für Emissionszertifikate und Brennstoffe. Die Preissignale im Strommarkt reichten noch nicht aus, „um Kraftwerke neu in den Markt zu bringen“, sagt der Chef der Agentur, Stephan Kohler, am Dienstag in Berlin. Ohne neue Kraftwerke werde aber auch der Anbieterwettbewerb nicht größer. Der werde beeinträchtigt, wenn geplante Kraftwerke aus (umwelt-)politischen Gründen nicht gebaut würden, warnte Kohler, ohne umstrittene Kraftwerksstandorte wie Moorburg bei Hamburg oder Staudinger bei Hanau zu erwähnen.

Andreas Mihm Folgen:  

Der Neubau von Kohlekraftwerken sei notwendig. Er plädiere „mit Nachdruck für Neubauten von 12.000 Megawatt konventioneller Kraftwerksleistung“. Das entspricht in etwa einem bis anderthalb Dutzend großer Kraftwerke auf Kohle- oder Gasbasis. Das sei trotz der erwarteten Effizienzsteigerung und des Ausbaus erneuerbarer Energien notwendig. Neue Kraftwerke sollten Emissionszertifikate von 2013 an zudem kostenfrei bekommen.

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Keine Chance für kleine Anbieter

Kritikern aus Umweltverbänden oder dem Bundesumweltamt, die die Versorgungssicherheit und das Erreichen der Klimaziele ohne den Neubau von Kohlekraftwerken sichern wollen, warf er vor, die Marktmacht der Konzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zu zementieren. Kleine Anbieter wie Stadtwerke träten dann als Anbieter gar nicht mehr auf.

Neue Kohlekraftwerke mit einer höheren Effizienz stießen weniger Kohlendioxid aus. Würden diese nicht gebaut, blieben alte Anlagen mit schlechterem Wirkungsgrad und höheren Emissionen am Netz. Das gefährde Umwelt und Versorgungssicherheit. Der Dena-Chef, der aus dem Freiburger Ökoinstitut hervorgegangen ist, verwahrte sich gegen Vorwürfe, die Studie sei ein Gefälligkeitsgutachten für die Energiekonzerne, die diese mit 100.000 Euro finanziert hatten.

Kohler trat im Übrigen dem Eindruck entgegen, die Konzerne hätten die Strompreise seit Beginn der Liberalisierung vor zehn Jahren stark erhöht. Ein Vergleich der Preiseanteile für Erzeugung, Vertrieb und Transport bei einem Haushaltskunden zeige, dass sie heute etwa so teuer seien wie vor zehn Jahren. Dagegen seien die staatlichen Zusatzkosten, vor allem durch Strom- und Mehrwertsteuer, um rund ein Viertel angehoben worden.

Quelle: F.A.Z.

 
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