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Steuerzahlergedenktag : Gieriger Staat

Mit dem Steuerzahlergedenktag wird Abstraktes konkret: Erst vom 8. Juli an arbeiten die Deutschen für die eigene Tasche. Mit einer Vermögensbesteuerung könnte es sogar bis Weihnachten dauern, bis die Maschinen nicht mehr für den Staat laufen müssten.

          Wenn es den Steuerzahlergedenktag nicht gäbe, müsste er schleunigst erfunden werden. So wird Abstraktes konkret. Dass die Belastung der Einkommen mit Steuern und Abgaben 51,6 Prozent beträgt, lässt sich leichter mit einem Schulterzucken wegdrücken als die Aussage: Erst vom 8. Juli arbeiten die Deutschen für die eigene Tasche.

          Dass das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung auf einen früheren Termin kommt, hat nicht viel zu sagen: Die Berliner Wirtschaftsforscher, die gerne höheren Steuererhöhungen das Wort reden, verwenden eine andere Bezugsgröße, die weniger geeignet ist als das Volkseinkommen.

          Für die politische Diskussion ist etwas anderes wichtiger. So hat sich der Bundesverband der Deutschen Industrie mit der Frage beschäftigt, wie lange die Maschinen für den Staat laufen müssen, wenn es zu einer ergänzenden Vermögensbesteuerung käme. Er nennt den Oktober, aber das gilt nur, wenn Unternehmen ordentlich verdienen. Wenn nicht, haben sie Pech: Dann dürfen sie den Angaben zufolge fast bis Weihnachten für den Fiskus wirtschaften. Bei allen Unschärfen, die in diesen Rechnungen stecken: Das geht zu weit. Schon heute ist der Staat reichlich gierig.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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