09.07.2007 · Die Steuer- und Abgabenlast ist auch in diesem Jahr weiter gestiegen. Erst ab dem kommenden Freitag arbeiten die Deutschen im Durchschnitt für ihr eigenes Portemonnaie. Mehr als die Hälfte des Jahres haben sie für den Staat gewirtschaftet.
Von Manfred SchäfersNach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler beanspruchen Fiskus und Sozialversicherungen in diesem Jahr 53,01 Prozent der Bruttoeinkommen für sich. Die Erhöhung von Mehrwertsteuer und Versicherungsteuer, die Kürzung der Pendlerpauschale, die Kappung des Sparerfreibetrags und andere Maßnahmen haben den sogenannten Steuerzahler-Gedenktag im Vergleich zum vergangenen Jahr um gut eine Woche nach hinten rücken lassen. Länger als ein halbes Jahr arbeiten demnach Bürger und Betriebe für den Staat. Erst von Freitag, dem 13. Juli, an wirtschaften die Deutschen in die eigene Tasche.
Der Steuerzahler-Gedenktag wird auf Grundlage des Volkseinkommens errechnet. Er setzt Steuern und Sozialbeiträge ins Verhältnis zu Löhnen und Gewinnen. Die Quote ist damit höher als die international übliche Abgabenquote, da in diesem Fall die Belastungen mit dem höheren Bruttoinlandsprodukt (BIP) verglichen werden. Der Steuerzahlerbund klammert die im BIP enthaltenen Abschreibungen aus, weil diese notwendig sind, um die Produktionskapazität zu erhalten. Vom Rest rechnet er die indirekten Steuern heraus, weil er diese nicht als Teil des Einkommens sieht, sondern als Teil der Abgabenlast.
Abgabenquote weit über dem Durchschnitt
Wie der Steuerzahlerbund hervorhebt, hat die große Koalition „mit der größten Steuererhöhung aller Zeiten“ die Belastungsschraube angezogen. „Der Steuerzahler-Gedenktag muss künftig wieder deutlich früher gefeiert werden“, forderte Verbandspräsident Karl Heinz Däke. Es müsse endlich zu einer spürbaren Senkung der Einkommensteuerbelastung kommen. „Eine Reform nach dem Motto ‚niedrig, einfach, gerecht‘ darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.“ Das Forschungsinstitut des Steuerzahlerbundes hat die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland international verglichen.
Das Karl-Bräuer-Institut korrigiert zunächst die Finanzstatistik, weil in ihr Kindergeld, Eigenheimzulage, Investitionszulage und Altersvorsorgezulage mit dem Steueraufkommen errechnet werden. Nach Angaben des Instituts ist die Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen um fast 120 Milliarden Euro höher als in der Finanzstatistik ausgewiesen. Wenn man diese berücksichtige, liege die Abgabenquote in Deutschland nicht mehr gut 1 Prozentpunkt unter dem Durchschnitt der wichtigsten Industrieländer, sondern rund 5,5 Prozentpunkte darüber.
Nur in Belgien zahlen Alleinstehende noch mehr
Wie das Institut berichtet, war die direkte Belastung eines durchschnittlich verdienenden deutschen Singles 2006 mit 52,5 Prozent die zweithöchste unter den 30 Vergleichsländern. Der Abstand zum Mittelwert von 37,5 Prozent, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angibt, sei erheblich. Auch Doppelverdiener-Ehepaare mit zwei Kindern, die 100 Prozent und 33 Prozent des Durchschnittslohns verdienen, sind demnach in Deutschland mit 41,5 Prozent weit höher belastet als im OECD-Durchschnitt von 29,8 Prozent.
Mit Berücksichtigung der Umsatzsteuer steigt die Abgabenhöhe. Nach den Berechnungen des Instituts erhöht sich die Last im Fall des Singles um 3 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent. Das ist der zweithöchste Wert in der OECD, wo der Durchschnitt bei 41,8 Prozent liegt. Für den deutschen Doppelverdienerhaushalt mit zwei Kindern erhöht sich die Gesamtbelastung auf 45,3 Prozent seiner Bruttoentlohnung. Wird der seit Jahresbeginn höhere Umsatzsteuersatz von 19 Prozent berücksichtigt, steigt die Gesamtbelastungsquote des Alleinstehenden auf 56 Prozent. Zwar wird der Single in Belgien noch stärker belastet, aber der Abstand wird kleiner. Für den Doppelverdienerhaushalt steigt die Quote auf 45,9 Prozent, die vierthöchste Position in der OECD.
Tja,
Marcel Meier (MarcelMeier)
- 09.07.2007, 22:23 Uhr
Lafontaine die Lösung....?
wolf haupricht (emilgilels)
- 09.07.2007, 23:35 Uhr
Lohnsteigerungen nur noch über Steuersenkungen
Andre Sass (andresass)
- 10.07.2007, 09:29 Uhr
Schwarzarbeit lohnt doch!
Michael Fichtner (ebaristo)
- 10.07.2007, 09:47 Uhr
Welche Konsequenzen hat man?
Karsten Krug (kkrug)
- 10.07.2007, 11:15 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.434,20 | −1,16% |
| EUR/USD | 1,2394 | −0,75% |
| Rohöl Brent Crude | 103,46 $ | −3,17% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?