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Stabil trotz Krise Der Ausbildungsmarkt ist erstaunlich robust

02.02.2009 ·  Anders als auf dem Arbeitsmarkt sind die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr nicht so düster. Selbst mit trüberen Geschäftsaussichten bleibt die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs oft das wichtigste Motiv für Ausbildung.

Von Konrad Mrusek, Berlin
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Anders als auf dem Arbeitsmarkt sind die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr nicht so düster. Das dürfte am heutigen Montag deutlich werden, wenn sich der Lenkungsausschuss des Ausbildungspaktes im Haus des Handwerks in Berlin trifft. Das Gremium, dem drei Minister und die Präsidenten der Spitzenverbände der Wirtschaft angehören, will in der Sitzung nicht nur eine Bilanz des erfolgreichen Ausbildungsjahres 2008 ziehen, sondern auch die viel wichtigere Frage zu beantworten versuchen, ob die Lehrlinge auch in diesem Jahr ohne große Schwierigkeiten eine Stelle finden werden.

Arbeits- und Ausbildungsmarkt entwickeln sich in der Regel gleich, doch in dieser Rezession könnte das anders sein, weil die Demographie das Ausbildungsverhalten der Betriebe immer stärker beeinflusst. Zwar wird die Zahl der Lehrstellen 2009 sicherlich zurückgehen, doch sinkt gleichzeitig die Zahl der Schulabgänger um knapp 40.000, was einem Minus von 4 Prozent entspricht. In Westdeutschland ist der Rückgang mit 1,5 Prozent noch gering, doch in den neuen Bundesländern sinkt die Zahl der Bewerber um beachtliche 15 Prozent. Schon im Vorjahr haben im Osten etliche Betriebe ihre Lehrstellen nicht mehr besetzen können und daher in Polen nach Nachwuchs gesucht.

Für den nächsten Aufschwung

Wegen des demographischen Wandels, der in wenigen Jahren auch im Westen spürbar wird, und des damit absehbaren Fachkräftemangels vertrauen viele Ausbildungsexperten darauf, dass Betriebe Lehrstellen auch in der Krise halten wollen. „Wer jetzt auf die Bremse tritt, der bremst sich selbst aus, wenn die Konjunktur wieder anzieht“, sagt Joachim Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn.

Der Lenkungsausschuss vertraut ebenfalls auf den Demographie-Effekt: „Viele Betriebe werden auch im Jahr 2009 konsequent eine vorausschauende Personalplanung betreiben und ihr hohes Ausbildungsengagement fortführen“, heißt es in der Erklärung der Politiker und Verbände, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Selbst mit trüberen Geschäftsaussichten bleibe die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs oft das wichtigste Motiv für Ausbildung.

Auch der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist erstaunlich zuversichtlich. „Der Ausbildungsmarkt erweist sich derzeit trotz Krise noch als recht robust“, teilte der Spitzenverband auf Anfrage mit. Eine Stichprobe unter hundert Unternehmen habe ergeben, dass neun von zehn Betrieben die Zahl der Lehrstellen konstant halten oder gar aufstocken wollten. Die Unternehmen begründeten dies in der DIHK-Umfrage damit, dass die derzeitige Geschäftslage nicht so wichtig sei wie die Sicherung der Fachkräfte für den nächsten Aufschwung.

Keine weitere Rekordzahl

Auch wenn die Krise den Ausbildungsmarkt nicht so hart treffen sollte, so ist doch eines sicher: Es wird, weil es weniger Bewerber gibt, auch weniger Verträge und damit keine weitere Rekordzahl geben. Der Rekord wurde 2007 mit 624.000 Verträgen erreicht. Im Vorjahr schrumpfte diese Zahl um knapp 10.000, weil schon 2008 die Zahl der Schulabgänger gesunken war. Damit verbesserten sich die Chancen der sogenannten Altbewerber, also jener Jugendlichen, die wegen schlechter Qualifikation nicht im ersten Anlauf eine Lehrstelle finden.

Für sie erhalten Betriebe seit Mitte 2008 sogar einen Ausbildungsbonus vom Staat. Aus dem Bericht des Lenkungsausschusses geht hervor, dass der Bonus bisher knapp 12.000 zusätzliche Plätze geschaffen hat. Das dürfte allerdings unter den Erwartungen von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) liegen. Er will bis 2011 mit dem Bonus 100.000 zusätzliche Stellen für Altbewerber schaffen; unter ihnen sind viele Migrantenkinder.

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Jahrgang 1950, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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