http://www.faz.net/-gqe-8w89d

Staatsfinanzen : Portugal mit niedrigstem Haushaltsdefizit seit es wieder Demokratie ist

  • Aktualisiert am

Portugals sozialistischer Premierminister Antonio Costa (l.) während der Haushaltsdebatte im Parlament am 4. November. Bild: AFP

Während der Euro-Krise brauchte Portugal Finanzhilfe. Nun kommt das Land mit der Haushaltssanierung wohl voran - und meldet eine historische bemerkenswerte Zahl.

          Das während der Euro-Krise vorübergehend mit einem Hilfsprogramm bedachte Portugal hat im vergangenen Jahr so wenige neue Schulden angehäuft wie noch nie seit der Rückkehr des Landes zur Demokratie anno 1974. Das Defizit belief sich auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie das Statistikamt an diesem Freitag in Lissabon mitteilte.

          Damit wurde die mit der EU-Kommission für das vergangene Jahr ausgehandelte Marke von 2,5 Prozent von der sozialistischen Minderheitsregierung eingehalten. Im Jahr 2015 lag die Neuverschuldung mit 4,4 Prozent noch klar über der in den EU-Verträgen festgelegten Obergrenze von drei Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das Statistikamt einen weiteren Rückgang auf 1,6 Prozent.

          Die portugiesische Wirtschaft ist zuletzt drei Jahre in Folge gewachsen. Portugal, das im Jahr 2014 sein Rettungsprogramm verlassen konnte, zählt zusammen mit Italien zu den am höchsten verschuldeten Volkswirtschaften der Währungsunion - vor allem weil in den Jahren 2014 und 2015 zwei Banken mit Steuergeldern gerettet werden mussten.

          Die Verbindlichkeiten summieren sich auf ungefähr 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. „Erst wenn der Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sinkt, kann von einer Verbesserung der wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen gesprochen werden“, sagte Analyst Filipe Garcia vom Finanzhaus Informacao de Mercados Financeiros. Das Statistikamt rechnet für dieses Jahr mit einem Rückgang auf 128,5 Prozent.

          Von neuen Einschnitte im Bereich der öffentlichen Investitionen raten Experten ab. „Es wäre besorgniserregend, wenn das für die Haushaltssanierung benötigt wird“, sagte Ökonom Jose Cerdeira von der Banco BPI.

          Quelle: FAZ.NET/Reuters

          Weitere Themen

          Mindestens 39 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien Video-Seite öffnen

          Iberische Halbinsel : Mindestens 39 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien

          Bei den Waldbränden in Spanien und Portugal sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Besonders verheerend waren die Brände in Portugal. Neben für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und starker Trockenheit wurden die Feuer auch von Ausläufern des an der iberischen Halbinsel vorbeigezogenen Wirbelsturms „Ophelia“ angefacht.

          Höhere Wahlbeteiligung in Niedersachsen Video-Seite öffnen

          Landtagswahl : Höhere Wahlbeteiligung in Niedersachsen

          Bei der Landtagswahl in Niedersachsen zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Wahl 2013 ab. Bis zum frühen Nachmittag gaben rund 26,9 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleiterin in Hannover mitteilte. Bei der letzten Landtagswahl in Niedersachsen hatte die Wahlbeteiligung zu dem Zeitpunkt bei rund 23 Prozent gelegen.

          Topmeldungen

          Trumps Ex-Sprecher Sean Spicer

          Ex-Trump-Sprecher : Russland-Ermittler verhören Sean Spicer

          Fast einen Tag soll die Befragung gedauert haben: Das Team von Sonderermittler Robert Mueller hat Sean Spicer nach umstrittenen Entscheidungen seines ehemaligen Chefs im Weißen Haus befragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.