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Spitzentreffen in Berlin : „Handel hat Millionen Menschen aus der Armut geholt“

  • Aktualisiert am

IWF-Chefin Christine Lagarde und Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sind beim Treffen mit der Kanzlerin dabei. Bild: AP

Angela Merkel trifft die Spitzen der Weltwirtschaft in unsicherer Zeit. IWF-Chefin Christine Lagarde sagt zuvor schon einmal, worum es geht. Und nicht nur sie.

          Die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christin Lagarde warnt weiter vor Protektionismus. „Regeln für den Handel müssen international respektiert werden“, sagte sie an diesem Montag in Berlin vor einem Treffen, an dem auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt.

          Handel habe dazu beigetragen, den Lebensstandard rund um den Globus zu heben und sei eine Wachstumsmaschine der Weltwirtschaft. „Handel wirkt“, betonte sie. „Er hat Millionen Menschen aus der Armut geholt.“

          Gleichwohl gebe es auch viele Verlierer, ebenso wie infolge des technischen Wandels. Um schlimme Nebenwirkungen zu verringern, müsse die Politik handeln, so die Währungsfonds-Direktorin.

          „Garanten für Wachstum und Wohlstand“

          Vor dem Spitzentreffen in Berlin mahnte auch der Chef der Industrieländerorganisation OECD Ángel Gurría an, stärker international zu kooperieren. „Offene Märkte bleiben die Garanten für Wachstum und Wohlstand“, sagte er. Merkel setzt nach den Worten Gurrías mit dem Treffen „ein deutliches
          Zeichen für Multilateralismus und globale Zusammenarbeit“. Weltwirtschaft und globaler Handel erholten sich nur schleppend: „Wir brauchen deshalb gezielte Reformen, die Wachstum und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt fördern.“

          Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) erklärte: „Gerade jetzt, wo der Freihandel unter Beschuss ist, brauchen wir eine starke WTO.“
          Deutschland setze sich mit der Welthandelsorganisation (WTO) gegen
          Abschottung und Protektionismus ein: „Denn sie führen in wirtschaftliche Sackgassen“, sagte die SPD-Politikerin vor einer Zusammenkunft mit WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo.

          Die Bundeskanzlerin trifft sich alljährlich mit den Spitzen internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. An dem Treffen nimmt neben Gurría, Azevêdo und Lagarde auch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim teil und der  Chef der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

          Während des Treffens im Kanzleramt geht es um die Gefahr zunehmender protektionistischer Tendenzen. Eine Sorge dabei gilt vor allem den Zielen der neuen amerikanischen Administration unter dem Präsidenten Donald Trump. Diese hatte immer mal wieder signalisiert, stärker auf bilaterale
          Vereinbarungen zu setzen als auf multilaterale Regeln - der Präsident selbst hatte sich mehrfach kritisch zum Handel geäußert.

          Deutschland sitzt in diesem Jahr der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer vor und richtet Anfang Juli in Hamburg den Gipfel der G20-Staats- und Regierungschefs aus. OECD-Chef Gurría forderte, internationale Regeln und Standards zu stärken. Er verwies auf die von der OECD angestoßenen und aufgegriffenen Maßnahmen gegen Steuerflucht und unfaire Steuerpraktiken. Damit werde ein wichtiger Beitrag für mehr Steuergerechtigkeit geleistet. Auch könnten so Mittel für Zukunftsinvestitionen gesichert werden.

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