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Veröffentlicht: 29.12.2015, 17:46 Uhr

Soziale Sicherung Telekom-Chef für bedingungsloses Grundeinkommen

Timotheus Höttges hält ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine Möglichkeit, auf die zunehmende Digitalisierung zu reagieren. Und er weiß auch schon, wer das bezahlen könnte.

© dpa Timotheus Höttges ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom.

Angesichts der durch die digitale Revolution bevorstehenden grundlegenden Veränderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt fordert Telekom-Chef Timotheus Höttges „unkonventionelle Lösungen“, um die Sozialsysteme zu erhalten. „Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen“, sagte er der „Zeit“ und fügte hinzu: „Es geht um die Frage, wie wir ein faires System für eine Welt von morgen schaffen.“

Mit Blick auf den möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen fordert Höttges: „Wir müssen unsere Gesellschaft absichern.“ Das Grundeinkommen könne eine Lösung dafür sein - „nicht heute, nicht morgen, aber in einer Gesellschaft, die sich durch die Digitalisierung grundlegend verändert hat“.

Finanziert werden könne dieser Schritt durch die Besteuerung der Gewinne großer Internetkonzerne. „Wenn Produktivität zukünftig vor allem an Maschinen und die Auswertung von Daten gekoppelt ist, könnte die Besteuerung stärker auf den darauf beruhenden Gewinnen aufbauen und weniger auf der Einkommensteuer des Einzelnen“, so Höttges.

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„Die Gewinnbesteuerung ist wahrscheinlich der richtige Weg“, meinte der Telekom-Chef. Eine Besteuerung von Daten erscheine im Vergleich weniger praktikabel zu sein, und eine Besteuerung der Maschinen, die Produktivitätssteigerungen garantieren, würde dazu führen, dass vielleicht weniger Maschinen genutzt würden als technisch sinnvoll wäre.

Allerdings, so räumte Höttges ein: „Die Besteuerung großer Internetkonzerne fällt uns heute schon schwer, weil die ihre Plattformen irgendwo auf der Welt errichten.“

Eine ganz andere Frage ist freilich, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen tatsächlich realisiert werden könnte. Dabei geht es nicht nur darum, dass es mindestens in einer Übergangsphase viel Geld kostet, sondern auch, wie die Menschen darauf wirklich reagieren.

Quelle: ala./KNA

 

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