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Veröffentlicht: 10.06.2015, 14:45 Uhr

Gründerkonferenz Noah Gabriel: Wir müssen etwas riskieren

Deutschland hinkt bei der Finanzierung von Start-ups noch hinterher, findet Wirtschaftsminister Gabriel. Er sieht die Dax 30 in der Pflicht – spricht aber auch selbst eine Einladung aus.

von , Berlin
© dpa Sigmar Gabriel

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Dax-Unternehmen aufgefordert, sich stärker an der Wachstumsfinanzierung von Start-ups zu beteiligen. „Wir müssen bereit sein, etwas zu riskieren“, sagte Gabriel am Mittwoch auf der Gründerkonferenz Noah in Berlin. „Das gilt nicht nur für die Gründer, sondern auch für Investoren.“ Nachdem der Staat seine Investitionen in Wagniskapital erhöht habe, müsse der private Sektor nun folgen. „Wir wollen mehr schnellwachsende Unternehmen an der Börse sehen“, sagte Gabriel.

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Seinen Vortrag hatte er mit der Erkenntnis begonnen, dass Deutschland „in Sachen digitaler Transformation einen Gang hochschalten“ müsse. Start-ups müssten so schnell wie möglich über den deutschen Markt hinaus blicken und ins Ausland expandieren, so Gabriel. Dazu bräuchten sie jedoch Geld, das sie selbst nicht hätten. Viele Gründer in Deutschland kämen nicht aus reichen Familien, so Gabriel. Es seien Leute mit Ideen und Talent, aber ohne eigenes Kapital. Wenn ein Start-up in Deutschland innerhalb eines halben Jahres 500.000 Euro Kapital bekäme, würde es in Amerika in der Hälfte der Zeit die dreifache Summe einsammeln.

„Wo sind unsere Dax-Unternehmen, wenn es um die Finanzierung von Start-ups geht?“, fragte Gabriel. Er forderte etablierte Unternehmen auf, Kooperationen mit jungen Unternehmen einzugehen – und diese nicht nur aufzukaufen und in den eigenen Betrieb zu integrieren. Denn das schöpfe deren Möglichkeiten nicht voll aus.  Gabriel lud die Gründer auch ein, ihn auf seinen Reisen nach Indien oder China zu begleiten: „In unseren Flugzeugen ist mehr Platz als für die Vertreter der Dax 30“, sagte er.

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Zu einem „neuen Zeitalter des Unternehmertums“ gehört Gabriel zufolge auch, dass die Gesellschaft Scheitern besser akzeptiere und Menschen eine zweite und eine dritte Chance gebe. In diesem Punkt könne Deutschland von den Vereinigten Staaten lernen.

Am Vortag hatte bereits EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auf die Finanzierungsprobleme von Start-ups aufmerksam gemacht. Er forderte ebenfalls europäische Unternehmen auf, „durch Zusammenschlüsse und Zukäufe eine aktivere Rolle im Markt für Start-ups zu spielen“. In Europa gegründete Start-ups würden häufig von ausländischen Firmen aufgekauft. Das müsse sich ändern.

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