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Sepa Eine neue Ära im Zahlungsverkehr

28.01.2008 ·  Der einheitliche europäische Zahlungsraum ist da: Von Montag an halten die Banken standardisierte Überweisungsträger bereit. Wer Geld ins europäische Ausland überweist, soll keinen Unterschied zum Inland mehr spüren.

Von Hanno Mußler
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An diesem Montag hat ein neues Zeitalter im europäischen Zahlungsverkehr begonnen. Die Banken halten jetzt standardisierte Überweisungsträger bereit, mit denen Firmen- und Privatkunden auch über Ländergrenzen hinweg bargeldlos ihre Zahlungen abwickeln können. Nach der Einführung des Euro als Zahlungsmittel in weiten Teilen der Europäischen Union im Jahr 2001 erfolgt damit ein weiterer Schritt hin zu einem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum (Sepa). Als nächstes soll die „europäische Lastschrift“ von November 2009 an folgen.

„Vor allem grenzüberschreitend tätige Firmenkunden profitieren von Sepa. In einem ersten Schritt können sie mit der neuen Euro-Überweisung 30 europäische Länder inklusive der Schweiz erreichen, und zwar zu Inlandskonditionen und ohne Betragsgrenze“, erklärt Dietrich Voigtländer, Vorstandsmitglied der DZ Bank, dem Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken. Bislang haben viele Unternehmen ihre Zahlungen innerhalb der EU über eine Vielzahl von Konten in verschiedenen Ländern abgewickelt. Mit den neuen Sepa-Produkten kann künftig der gesamte Zahlungsverkehr im europäischen Binnenmarkt über das Konto der Hausbank im Inland gesteuert werden.

Parallelbetrieb der Zahlungssysteme bis 2010

Auch für Privatkunden sollen die Vorteile spürbar sein - zum Beispiel, wenn sie die Miete für die Ferienwohnung im Ausland von zu Hause aus überweisen. Schon seit 1. Juli 2003 darf die Überweisung von Frankfurt nach Paris nicht mehr teurer sein als von Frankfurt nach München. Mit der neuen Europa-Überweisung soll das Geld nun schneller zwischen den Konten fließen. Um den besseren Service zu erhalten, muss der Überweisungsaussteller die internationale Bankkontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC) des Empfängers verwenden. Die neuen Kontoverbindungsdaten finden sich in der Regel auf Kontoauszügen und Geschäftspapieren.

Die Banken halten im Parallelbetrieb die alten Zahlungssysteme noch bis mindestens 2010 aufrecht. Von wem der Durchbruch für die neuen Systeme abhängen könnte, deutet DZ-Bank-Vorstand Voigtländer an. Einer der größten Zahlungsverkehrsteilnehmer sei der Staat. „Erst wenn die öffentliche Hand ihre Systeme auch auf Sepa umstellt, werden wir bei den Transaktionen die kritische Masse erreichen, die die Vorteile der neuen Sepa-Infrastruktur erst richtig zur Geltung bringen - wie etwa mögliche Kostenreduzierungen“, sagt Voigtländer.

Wettbewerbsvorteil für kostengünstige Banken

73 Milliarden Überweisungen werden jährlich von den im „Sepa-Raum“ lebenden 490 Millionen Bürgern über 9000 Banken und 326000 Bankautomaten getätigt. Aus Sicht der Unternehmensberatung A.T. Kearney eröffnet Sepa den Wettbewerb unter den europäischen Banken um einen Gesamtjahresumsatz von 70 Milliarden Euro. Die Effizienzunterschiede in den nationalen Zahlungssystemen seien groß.

Südeuropäische Banken müssten bis zu 8 Cent je Transaktion aufwenden, deutsche und Institute aus dem Benelux-Raum „produzierten“ eine bargeldlose Transaktion für im Schnitt einen Cent. „Den kostengünstigsten Banken bringt die Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs einen Wettbewerbsvorteil, der ihnen die europäische Expansion erlaubt“, sagt Andreas Pratz von A.T. Kearney. Allerdings sei Größe wichtig. „Sepa zwingt die Banken dazu, sich entweder als führender Anbieter für Zahlungsverkehrsdienstleistungen zu positionieren oder nur Basisprodukte anzubieten und möglicherweise die gesamte Zahlungsverkehrsabwicklung an darauf spezialisierte Dienstleister auszulagern“, sagt Pratz.

DZ-Bank-Vorstand Voigtländer setzt auf weitere Vereinheitlichungen in Europa. Sepa dürfe nur ein erster Schritt sein. Auch das Kartengeschäft müsse intensiviert werden. „Sepa wird nur dann zu einer ganzheitlichen europäischen Erfolgsgeschichte, wenn wir neben den Überweisungen für Lastschriften und für das Kartengeschäft europäische Perspektiven realisieren“, sagt Voigtländer.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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