Home
http://www.faz.net/-gqg-7b0c0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Seehofer ist empört Oettinger will Atommüll in Süddeutschland

EU-Kommissar Oettinger will Atommüll in Gestein statt in Salz lagern - und nimmt Süddeutschland als Standort für ein Endlager in den Blick. Ministerpräsident Seehofer reagiert empört.

© dpa Vergrößern

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den Vorschlag von EU-Kommissar Günther Oettinger über ein Atommüll-Endlager in Süddeutschland verärgert zurückgewiesen. „Das ist typisch Europäische Kommission. Die Aufgaben, für die sie zuständig sind, packen die Kommissare nicht an. Wo sie nicht zuständig sind, darüber reden sie gerne“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). Süddeutschland als Standort zu favorisieren, sei ein „überflüssiger Zwischenruf“. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass er sich in das nationale Anliegen einmischt.“

Oettinger hält es nicht für sinnvoll, Atommüll in Salzstöcken wie im niedersächsischen Gorleben zu lagern. Man könne dort nicht mehr an ihn herankommen, hatte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt. Besser sei eine Lösung wie in Finnland: „Dort wird der Atommüll wie in einer begehbaren Tiefgarage eingelagert. Das hätte den großen Vorteil, dass unsere Enkel vielleicht bessere Ideen zur Endlagerung haben und man darauf reagieren kann.“

Günther Oettinger © dpa Vergrößern Günther Oettinger

Für diese Lösung kämen nur Gesteinsschichten als Lagerplatz infrage. „Das würde bedeuten, dass der deutsche Süden ins Gespräch kommt. Ich neige zu diesem zweiten Weg“, sagte Oettinger.

Seehofer sagte, Deutschland habe sich auf ein Verfahren bei der Suche nach einem Standort verständigt. Derzeit würden objektive wissenschaftliche Kriterien erarbeitet. Das sei der nächste Schritt, und „wir legen großen Wert darauf“, sagte Seehofer. „Bis zur Stunde sagen mir die Fachleute, dass aufgrund der geologischen Gegebenheiten Bayern nicht infrage kommt.“

Quelle: LBY

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Kommissar Oettinger Wir haben das Spiel in der IT-Branche verloren

Warum hat Europa kein eigenes Google? EU-Internetkommissar Günther Oettinger hat darauf eine Antwort. Auf der Digitalkonferenz DLD sagt er auch, was er dagegen unternehmen will. Mehr

20.01.2015, 10:50 Uhr | Wirtschaft
Bayern Seehofer will keine Personaldiskussion

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer beteuerte auf der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth keine Personaldiskussion um seine Nachfolge 2018 zu wollen. Mehr

08.01.2015, 09:47 Uhr | Politik
Wahl in Griechenland EU-Politiker lehnen neuen Schuldenschnitt ab

EU-Kommissar Oettinger und Parlamentspräsident Schulz lehnen einen neuen Schuldenerlass für Griechenland ab. Auch die Politiker der großen Koalition in Deutschland sind sich darüber einig. Nur die CSU droht schon Konsequenzen an. Mehr

26.01.2015, 12:55 Uhr | Politik
Oettinger bekommt Digitalwirtschaft Parlament stimmt für Junckers EU-Kommission

Mit Juncker steht erstmals ein Präsident der Brüsseler Behörde vor, der als Spitzenkandidat bei einer Europawahl angetreten war. Der Deutsche Günther Oettinger, der bisher als Energiekommissar tätig war, wird für die Digitalwirtschaft zuständig sein. Mehr

22.10.2014, 16:16 Uhr | Politik
Reformentwurf der EU So sieht Europas neues Urheberrecht aus

Das europäische Urheberrecht soll harmonisiert werden. Zwei Deutsche sind federführend: Günther Oettinger für die Kommission, Julia Reda für das Parlament. Der Entwurf, den Reda nun vorgelegt hat, fällt diplomatisch aus. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel

22.01.2015, 15:27 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.07.2013, 13:01 Uhr

Athen auf Konfliktkurs

Von Ulrich Friese

Einen Tag nach Amtsantritt hat die neue griechische Regierung die Privatisierung der Häfen von Piräus und Thessaloniki gestoppt. Die neue Politik könnte auch den deutschen Flughafenbetreiber Fraport treffen. Mehr 1 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Schusswaffen holen fast die Autos ein

In Amerika sterben mehr als 33.000 Menschen im Jahr durch Waffen - das sind fast so viele wie Tote im Straßenverkehr. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden