Home
http://www.faz.net/-gqe-7b0c0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.07.2013, 13:01 Uhr

Seehofer ist empört Oettinger will Atommüll in Süddeutschland

EU-Kommissar Oettinger will Atommüll in Gestein statt in Salz lagern - und nimmt Süddeutschland als Standort für ein Endlager in den Blick. Ministerpräsident Seehofer reagiert empört.

© dpa

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den Vorschlag von EU-Kommissar Günther Oettinger über ein Atommüll-Endlager in Süddeutschland verärgert zurückgewiesen. „Das ist typisch Europäische Kommission. Die Aufgaben, für die sie zuständig sind, packen die Kommissare nicht an. Wo sie nicht zuständig sind, darüber reden sie gerne“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). Süddeutschland als Standort zu favorisieren, sei ein „überflüssiger Zwischenruf“. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass er sich in das nationale Anliegen einmischt.“

Oettinger hält es nicht für sinnvoll, Atommüll in Salzstöcken wie im niedersächsischen Gorleben zu lagern. Man könne dort nicht mehr an ihn herankommen, hatte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt. Besser sei eine Lösung wie in Finnland: „Dort wird der Atommüll wie in einer begehbaren Tiefgarage eingelagert. Das hätte den großen Vorteil, dass unsere Enkel vielleicht bessere Ideen zur Endlagerung haben und man darauf reagieren kann.“

Günther Oettinger © dpa Vergrößern Günther Oettinger

Für diese Lösung kämen nur Gesteinsschichten als Lagerplatz infrage. „Das würde bedeuten, dass der deutsche Süden ins Gespräch kommt. Ich neige zu diesem zweiten Weg“, sagte Oettinger.

Seehofer sagte, Deutschland habe sich auf ein Verfahren bei der Suche nach einem Standort verständigt. Derzeit würden objektive wissenschaftliche Kriterien erarbeitet. Das sei der nächste Schritt, und „wir legen großen Wert darauf“, sagte Seehofer. „Bis zur Stunde sagen mir die Fachleute, dass aufgrund der geologischen Gegebenheiten Bayern nicht infrage kommt.“

Quelle: LBY

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ministerpräsidenten-Galerie Der Mann mit dem Schuss

Nach sechs Jahren ist das Porträtbild des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger fertig gestellt worden. Doch warum hat die Künstlerin es mit einem Einschussloch versehen? Mehr Von Rüdiger Soldt, Stuttgart

29.01.2016, 15:12 Uhr | Gesellschaft
CSU-Klausurtagung Seehofer erleidet Zusammenbruch in Wildbad Kreuth

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat bei der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth einen Schwächeanfall erlitten. Notärzte haben Seehofer vorsorglich untersucht. Der Regierungschef leidet schon länger unter einer Herzerkrankung. Mehr

19.01.2016, 20:15 Uhr | Politik
Treffen mit Putin Seehofers Moskau-Reise löst Kritik aus

Russlands Verhalten im Fall Lisa hat die Beziehung zu Berlin vergiftet. Trotzdem will Bayerns Ministerpräsident Seehofer im Februar zu Putin fliegen. Koalitionspolitiker sind empört. Mehr

31.01.2016, 11:07 Uhr | Politik
Seehofer Begrenzung der Flüchtlingszahlen gefordert

CSU-Chef Horst Seehofer sieht die Regierungskoalition in Berlin wegen der Flüchtlingskrise in einer ernsten Lage. Mehr

21.01.2016, 18:36 Uhr | Politik
Brisanter Brief an Merkel Oppermann: CSU steuert auf Koalitionsbruch zu

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ist erzürnt über den Brief der CSU an Bundeskanzlerin Merkel: Das ist die Ankündigung des Koalitionsbruchs. Mehr

26.01.2016, 14:58 Uhr | Politik

Wachstum in der digitalisierten Welt

Von Carsten Knop

Wie kann man Wachstum und Wohlstand in der digitalen Welt messen? Die Antwort geht alle an, denn die Vorteile des Fortschritts zahlen sich nicht für jeden aus. Mehr 5 21


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden