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Schwache französische Wirtschaft : Hollandes Pflicht

Frankreichs Industrie kann im Wettbewerb immer weniger bestehen. Reformen müssen her, Hollande sollte rasch handeln.

          Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft ist seit vielen Jahren zu beobachten. Schon die Präsidenten Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy hatten es versäumt, energische Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das Zaudern seiner bürgerlichen Vorgänger darf dem sozialistischen Präsidenten François Hollande aber nicht als Alibi dienen, um dringend notwendige Reformen hinauszuzögern, nur weil sie nicht im Programm seiner Partei stehen. Die Schwäche besonders von Teilen der Industrie ist nicht alleine eine Frage der Kosten, aber sie ist eben auch eine Frage der Kosten, und hier könnte und müsste die Politik rasch handeln.

          Aber kann sie das? Premierminister Jean-Marc Ayrault findet seine Rolle nicht, Teile des Kabinetts lassen es an der notwendigen Disziplin fehlen, und der Staatspräsident verbündet sich in der Europa-Politik kurioserweise mit Italien und Spanien, um zu verhindern, dass Frankreich dieselben Renditen zahlen muss wie Italien und Spanien. Bisher zeigen sich die Finanzmärkte gelassen, weil das Land über Substanz verfügt und auch in anderen Ländern neue Regierungen schon Anfängerfehler begangen haben. Aber die Geduld wird endlich sein.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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          Quelle: F.A.Z.

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