Home
http://www.faz.net/-gqg-75058
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Schuldenkrise Deutschland und Frankreich steuern auf Kompromiss bei Bankenaufsicht zu

Kurz vor dem Sondertreffen der EU-Finanzminister an diesem Mittwoch haben sich deutsche und französische Unterhändler einem Pressebericht zufolge auf einen Kompromiss für die geplante Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB geeinigt.

© dapd Vergrößern Die EZB soll künftig große und staatlich gestützte Banken kontrollieren

Nur wenige Stunden vor dem Sondertreffen aller europäischen Finanzminister am Mittwoch in Brüssel haben sich deutsche und französische Unterhändler nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ in bilateralen Gesprächen auf einen Kompromiss für die geplante zentrale Aufsicht über die Banken der Euro-Länder geeinigt. „Das ist der Durchbruch, auf den wir gewartet haben“, zitierte das Blatt einen hohen EU-Diplomat am Dienstagabend.

Demnach solle die Europäische Zentralbank direkt alle systemrelevanten sowie solche Banken beaufsichtigen, die staatlich gestützt werden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ weiter unter Berufung auf einen Diplomaten. Die anderen Banken sollten weiter von nationalen Aufsehern kontrolliert werden. Die EZB solle jedoch das Recht erhalten, den nationalen Aufsehern Anweisungen zu erteilen und die Aufsicht über jede Bank in begründeten Fällen an sich zu ziehen.

Sicher sei ein Beschluss der Finanzminister über die gesetzlichen Grundlagen der zentralen Aufsicht allerdings immer noch nicht, da einige Nicht-Euro-Länder, vor allem Großbritannien, Schweden und Tschechien, zusätzliche Stimmrechte durchsetzen wollten.

Mehr zum Thema

Vor allem Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich hatten eine Einigung bei einem Treffen der EU-Finanzminister in der vergangenen Woche verhindert. Während Frankreich für eine möglichst schnelle Aufstellung einer Bankenaufsicht plädierte, die alle Kreditinstitute in Europa im Blick haben soll, forderte Deutschland, nur die größten Geldhäuser der gemeinsamen Aufsicht zu unterwerfen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte zudem auf eine klare Trennung der Aufsicht und der Geldpolitik bei der EZB gepocht. Der gemeinsamen Bankenaufsicht kommt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Schuldenkrise zu. Erst wenn die steht, soll der Euro-Rettungsschirm ESM Banken direkt mit Kapitalhilfen unter die Arme greifen können.

Quelle: Reuters, dpa-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bankenstrafen-Ticker HSBC zahlt 550 Millionen Dollar an amerikanische Behörde

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen, Devisenskandal: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Jetzt legt die größte europäische Bank HSBC ihren Hypothekenpapier-Streit in Amerika bei. Die wichtigsten Sanktionen im Überblick. Mehr

13.09.2014, 16:54 Uhr | Wirtschaft
Kein Durchbruch bei Krisentreffen

Bundesaußenminister Steinmeier war am Sonntag mit seinen Kollegen aus der Ukraine und Russland, Pawlo Klimkin und Sergej Lawrow zusammengetroffen. Doch ein Durchbruch wurde nicht erzielt. Mehr

18.08.2014, 09:47 Uhr | Politik
Euro-Treffen in Mailand Europa will das Wachstum neu starten

Die Konjunktur in der Europäischen Währungsunion lahmt - schon wieder. Die Finanzminister wollen das ändern. Investitionen sind nun das große Thema. Mehr

12.09.2014, 13:56 Uhr | Wirtschaft
Steinmeier reist am Wochenende in den Irak

Er wolle sich vor Ort informieren, was an Hilfe wirklich nötig sei, sagte der Bundesaußenminister in Brüssel. Vor dem Sondertreffen der europäischen Außenminister sagte Steinmeier, der Irak stehe vor einer Katastrophe. Mehr

15.08.2014, 15:25 Uhr | Politik
Geldpolitik Draghis neue Kreditkanone klemmt

Der Ansturm auf die Billigkredite der EZB fällt schwach aus. Deshalb könnte der Kauf von Staatsanleihen näher rücken. Und Jens Weidmann verliert kurzzeitig seine Stimme. Mehr

18.09.2014, 17:12 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.12.2012, 08:47 Uhr

Gabriels Kampf für den Freihandel

Von Ralph Bollmann

Das Freihandelsabkommen mit dem geheimnisvollen Namen TTIP wird zur größten Herausforderung für Sigmar Gabriel. Die Zukunft des SPD-Chefs Sigmar Gabriel hängt jetzt am Abkommen mit Amerika. Mehr 7 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Alibaba lässt Amazon und Ebay alt aussehen

Alibaba geht an die Börse. Die Erwartungen an den Internetriesen sind groß. Das ist nicht unberechtigt: Die Chinesen haben schon jetzt mehr aktive Nutzer und einen höheren Gewinn als Amazon und Ebay. Mehr Von Anne-Christin Sievers 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden