http://www.faz.net/-gqe-7y5gd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 02.01.2015, 19:59 Uhr

Leichter Schuldendienst Griechenland zahlt weniger Zinsen als der Bund

Im griechischen Wahlkampf ist die Zinslast des enormen Schuldenbergs ein Politikum. Dabei zahlt Athen im Schnitt weniger Zinsen als Berlin. Das steht im jüngsten Bericht der Troika-Geldgeber.

© Reuters Berlin trifft Athen: Bundeskanzlerin Merkel zu Besuch bei Griechenlands Ministerpräsidenten Samaras im April 2014

Griechenland zahlt trotz seiner immensen Schulden nur äußerst moderate Zinsen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Troika-Kreisen erfahren hat und in ihrer Samstagsausgabe berichtet. Dies geht aus einem Vermerk im jüngsten Bericht der Troika-Geldgeber hervor. Die Troika besteht aus der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).   

Demnach zahlt Griechenland auf seine gesamte Staatsschuld im Durchschnitt nur einen Zins von 2,4 Prozent. Das ist weniger als in Deutschland der Bund, dessen ausstehenden Anleihen durchschnittlich 2,7 Prozent Zins ausweisen.

Mehr zum Thema

F.A.Z. Mehr dazu in der F.A.Z. vom 03.01.2015. Am Vorabend schon in der F.A.Z. -App und als E-Paper.

Im Wahlkampf ist die Zinsbelastung des großen Schuldenberges (mehr als 175 Prozent der Wirtschaftsleistung) ein heftig umstrittenes Politikum. Der Anführer des linken Bündnisses Syriza Alexis Tsipras fordert einen zweiten Schuldenschnitt, da die Last angeblich unerträglich hoch sei.

Tatsächlich aber ist die Zinslast niedrig, weil das Land überwiegend Hilfskredite zu politischen Vorzugszinsen erhalten hat. Inzwischen liegen mehr als drei Viertel der griechischen Schulden bei öffentlichen Geldgebern und damit vor allen bei den Steuerzahlern Europas.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hilfskredite IWF drängt Eurozone zu Schuldenerleichterungen für Griechenland

Der IWF pocht weiter auf erhebliche Schuldenerleichterungen für Athen. Die Länder der Eurozone sollen offenbar Hilfskredite bis 2040 zins- und tilgungsfrei stellen. Mehr

17.05.2016, 15:38 Uhr | Wirtschaft
Athen Griechisches Parlament billigt Einsparungen und Steuererhöhungen

Ungeachtet von Protesten hat das griechische Parlament die Pläne über neue Einsparungen und Steuererhöhungen am Sonntagabend abgesegnet. Die Mehrwertsteuer für bestimmte Produkte soll auf 24 Prozent erhöht, Benzin und Zigaretten teurer werden. Mehr

23.05.2016, 08:29 Uhr | Wirtschaft
Griechenland-Krise Grexit? Kein Thema mehr

Die Zeit für Griechenland wird wieder mal knapp: Spätestens im Juli braucht Athen frisches Geld. Also alles wie im vergangenen Jahr? Nein, in Wahrheit ist es ganz anders: Griechenland wird nicht mehr aus der EU fliegen! Eine Analyse. Mehr Von Thomas Gutschker

16.05.2016, 21:14 Uhr | Politik
Sparprogramm Neues Kürzungspaket in Griechenland

Das griechische Parlament hat in der Nacht zum Montag ein neues Sparprogramm beschlossen. Es soll dem schuldengeplagten Griechenland den Weg für weitere internationale Kredite ebnen. Nach einer zweitägigen hitzigen Debatte sicherte sich die Koalition von Ministerpräsident Alexis Tsipras ausreichend Stimmen für eine Annahme der umstrittenen Reformpläne. Diese umfassen Rentenkürzungen und Steuererhöhungen. Mehr

09.05.2016, 16:27 Uhr | Politik
ESM Laufzeit der Griechenland-Kredite könnte nochmals verlängert werden

Die Europäer wollen eine neue Eskalation der Griechenland-Krise im Sommer verhindern. Dem Land wird die Auszahlung der nächsten Tranche des Hilfspakets in Aussicht gestellt. Zudem wird langfristig über Schuldenerleichterungen beraten. Mehr

10.05.2016, 07:52 Uhr | Wirtschaft

Schweizer Wäsche

Von Johannes Ritter

Eine Tessiner Privatbank wird aufgelöst, weil sie einem korrupten malaysischen Staatsfonds bei der Geldwäsche geholfen hat. Richtig so. Mehr 1 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Nachteile für Migranten Viele Türken in Deutschland sind arm

Weniger Einkommen, weniger Wohnraum, weniger Bildung: Die Lebensverhältnisse vieler Migranten sind schwierig – auffällig stark gilt das für Bürger türkischer Herkunft. Mehr Von Dietrich Creutzburg, Berlin 100 142

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden