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Schiffahrt Tchibo-Erbe will Germanischen Lloyd kaufen

07.12.2006 ·  Dem Schiffahrtsdienstleister droht eine Übernahme von seinem französischen Konkurrenten. Der Hamburger Milliardär Günter Herz würde gern den Weißen Ritter spielen.

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Der Hamburger Milliardär Günter Herz will den technischen Schiffsdienstleister Germanischer Lloyd (GL) kaufen. In Absprache mit dem Vorstand des Unternehmens habe Herz den Aktionären ein verbindliches Angebot über 100 Prozent der Aktien unterbreitet, teilte der Germanische Lloyd in Hamburg mit.

„Das Angebot zielt auf eine langfristige und nachhaltige Weiterentwicklung des Germanischen Lloyd als eine strategisch unabhängige Klassifikationsgesellschaft ab“, heißt es in der Mitteilung des GL. Damit wäre der Übernahmeplan des französischen Konkurrenten Bureau Veritas vereitelt. Die Franzosen wollten den GL gegen den Willen des Vorstands und der Beschäftigten übernehmen.

Franzosen wollen Arbeitsplätze sichern

Dem Unternehmen mit 3200 Mitarbeitern, das am weltweiten Schifffahrts-Boom partizipiert, gehören rund 50 Reedereien, Werften, Banken und Versicherungen. Der GL ist weltweiter Marktführer für die technische Überprüfung und Genehmigung (Klassifizierung) von Containerschiffen und will in diesem Jahr einen Umsatz von rund 355 Millionen Euro erreichen.

Bureau Veritas ist mit einem Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro wesentlich größer, prüft aber andere Schiffe wie zum Beispiel Gastanker sowie Industrieanlagen. Bureau-Veritas-Chef Frank Piedeliévre hatte angeboten, den gesamten Schifffahrts-Bereich des Unternehmens nach Hamburg zu verlagern und so Arbeitsplätze zu sichern.

Der GL-Vorstand hatte den Vorstoß zurückgewiesen, weil dadurch die Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens eingeschränkt würden. Der Betriebsrat befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen.

Keine Bedingung

Der mögliche Käufer Günter Herz hat jahrzehntelang den Kaffee- und Handelskonzern Tchibo geführt, ehe er 2003 im Zuge einer Familienauseinandersetzung seine Anteile und die seiner Schwester Daniela für rund vier Milliarden Euro verkaufte. Seitdem sucht er nach Anlagemöglichkeiten.

Herz ist bereits größter Aktionär bei der Sportartikel-Firma Puma in Herzogenaurach mit 25,3 Prozent und gehört dem Aufsichtsrat des Unternehmens an. Der 66-jährige hatte mehrfach erklärt, er wolle weiterhin unternehmerisch tätig sein.

Herz soll das Angebot von Bureau Veritas von rund 500 Millionen Euro deutlich überboten und zudem keine Bedingungen daran geknüpft haben.

Mit der Herz-Offerte ist die Übernahme aber noch nicht entschieden. Bureau Veritas kann den Aktionären durchaus noch einmal ein nachgebessertes Angebot vorlegen, um Herz zu überbieten.

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