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Satellitennavigation Grünes Licht für Galileo-Ausschreibungen

23.04.2008 ·  Das europäische Satellitensystem Galileo soll ab dem Jahr 2013 dem amerikanischen GPS Konkurrenz machen. Am Sonntag startet der zweite Testsatellit ins All. Das Europaparlament hat jetzt den Weg für neue Ausschreibungen der Aufträge freigemacht.

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Der Aufbau des geplanten europäischen Satellitennavigationssystems Galileo kann beginnen. Das Europäische Parlament stimmte am Mittwoch einer Verordnung über die Finanzierung und Auftragsvergabe des Milliardenprojekts zu. Zuvor war ein Kompromiss mit dem EU-Ministerrat vereinbart worden, der das Programm jetzt nur noch formal auf den Weg bringen muss. Galileo soll bis 2013 in Betrieb genommen werden.

Die Europäische Kommission will die Aufträge zum Aufbau des Systems noch bis zur Sommerpause ausschreiben. Aufträge werden für die Systemplanung, die Bodeneinrichtungen, das Kontrollsystem, den Satellitenbau sowie für Start und Betrieb der Satelliten vergeben. Mindestens 40 rozent eines Pakets müssen an Subunternehmer vergeben werden. Mit dieser Form der Auftragsvergabe soll unter anderem erreicht werden, dass Unternehmen aus verschiedenen Mitgliedstaaten zum Zuge kommen. Deutsche Unternehmen rechnen sich unter anderem gute Chancen bei Kontrollzentren und Satellitenbau aus. Gute Chancen auf einen Auftrag für den Satellitenbau hat die EADS-Tochter Astrium, die bereits einen Testsatelliten für das System konstruierte.

Finanziert wird das aus 30 Satelliten bestehende System aus dem EU-Haushalt. Für Aufbau und Testbetrieb wurden 3,4 Mrd EUR veranschlagt. Galileo soll den Europäern die Unabhängigkeit von dem US-Navigationssystem GPS bringen. Dessen zivile Nutzung kann theoretisch jederzeit vom US-Verteidigungsministerium eingeschränkt werden. Zudem soll Galileo genauere Positionsbestimmungen im Straßen-, See-, Luft- und Schienenverkehr ermöglichen. Am Sonntag wird im kasachischen Baikonur der zweite Galileo-Testsatellit Giove-B ins All gebracht.

Voll funktionsfähig wird Galileo aber frühestens in fünf Jahren sein. Ursprünglich sollte das Satelliten-Navigationssystem schon dieses Jahr in Betrieb gehen, nach langen Querelen zwischen den beteiligten Unternehmen und der Politik wird nun Mitte 2013 als Startdatum angepeilt. An den vier ersten der insgesamt 30 Satelliten für das endgültige System wird bereits gebaut.

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