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Sanitärbranche Neue Heizverfahren ersetzen teures Öl und Gas

31.10.2005 ·  Innovationen: In der Heiztechnik dreht sich alles ums Sparen, im Bad um Schönheit und Bequemlichkeit. Heizen mit Solarenergie oder Brennstoffzellen soll umweltschonend und preiswert sein.

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Selbst scheinbar einfachste Technik läßt sich verbessern. „In der Trinkwasserinstallation herrscht dringender Handlungsbedarf“, heißt es beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Hauptsächlich in Krankenhäusern, aber auch in anderen Gebäuden seien seit Gültigkeit der neuen Trinkwasserverordnung zahlreiche epidemiologische Untersuchungen durchgeführt worden, die zeigen, daß nicht nur Legionellenkontaminationen, sondern auch andere gesundheitsgefährdende Mikroorganismen vermehrt auftreten.

Es sei festgestellt worden, daß 35 bis 42 Prozent bestimmter Infektionen bei Patienten der stationären Versorgung im Krankenhaus auf eine Kontamination des Leitungswassers hauptsächlich über Entnahmearmaturen zurückzuführen waren, berichtet der ZVSHK. Meist geht es im Sanitärbereich aber nur um Schönheit und Bequemlichkeit. Ob Toilettendusche oder die begehbare Duschzelle, Neuerungen in der Sanitärbranche sollen das Leben im Bad angenehmer gestalten und das Bad heute stärker denn je in die Wohnumwelt integrieren.

Sonnenenergie auf dem Vormarsch

In der Heizungswirtschaft dagegen geht es immer auch um das Geld. Meist sollen mit neuen Techniken Einsparungen erreicht werden. Derzeit sind viele Energieträger dem traditionell eingesetzten Öl und Gas überlegen, weil deren Preis so stark gestiegen ist. Daher gelten auch die technischen Bemühungen aller Heizungsbauer dem Ausbau und der Weiterentwicklung von Anlagen, die sogenannte regenerative Energien einsetzen; also Energien, die nachwachsen und sich nicht verbrauchen.

Dabei ist die Nutzung der Sonnenenergie inzwischen für alle großen Hersteller zum Standard und zu einem durchaus lukrativen Geschäftsfeld geworden. Für die schon einmal totgesagte Holzheizung interessieren sich trotz aller Wiederbelebungsversuche schon weniger Hersteller. Das Verbrennen von Pellets gewinnt aber immer mehr Freunde, zumal es von der Handhabung her nicht mehr Arbeit macht als eine Ölheizung. Auch für die kleinen Preßholzstäbchen hält man sich einen Vorrat in der Größe eines Öltanks, aus dem die Stäbchen automatisch in die Heizanlage befördert werden.

Energie aus Brennstoffzellen

Eine Technik für Insider ist trotz aller Werbebemühungen die Nutzung der Erdwärme geblieben. Mittels einer Pumpe zirkuliert eine Spezialflüssigkeit etwa einhundert Meter tief in die Erde und zurück, oder alternativ waagerecht im Boden etwa eineinhalb Meter unter der Erdoberfläche. Die Flüssigkeit nimmt Wärme auf, die sie im Keller über die Wärmepumpe an die Heizung abgibt. Erdwärme sei eine nie versiegende Quelle, sagen Experten vorher. Ähnlich ist es mit Wasserstoff auf der Erde. Alle Hersteller sind dabei, über die sogenannte Brennstoffzelle Strom zu gewinnen, mit dem geheizt werden soll.

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist die umgekehrte Elektrolyse, die jedermann aus dem Physikunterricht kennt. Indem man Wasserstoff (meist gewonnen aus Erdgas) und Sauerstoff zusammenführt, wird Energie frei, die als Strom abgeführt wird. Die Brennstoffzelle ist zwar theoretisch seit mehr als hundert Jahren bekannt. Aber die Testanlagen, die fast alle Heizungsbauer betreiben, sind derzeit noch zu teuer, halten nicht lange genug und haben eine zu geringe Energieleistung. Die Technik gilt als zukunftsträchtig. Doch eine Markteinführung wird kaum vor 2010 erwartet.

Quelle: geg. / F.A.Z., 29.10.2005
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