19.02.2009 · General Motors plant keine Schließungen von Opel-Werken. Das sagte NRW-Ministerpräsident Rüttgers nach einem Gespräch mit GM-Chef Rick Wagoner. Opel zeigte sich offen für den Einstieg fremder Geldgeber. Bundeskanzlerin Merkel wartet ab: „Die Politik kann noch nichts machen, weil die notwendigen Konzepte von Opel noch nicht vorliegen.“
General Motors (GM) plant keine Schließungen von Opel-Standorten in Deutschland. Das sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Mittwoch in Detroit nach einem Gespräch mit GM-Chef Rick Wagoner. Opel Europe werde nach dem Willen der GM-Spitze in den nächsten Wochen einen Plan zur langfristigen Sanierung des Unternehmens ausarbeiten. Opel betreibt in Deutschland Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach.
Dabei seien viele Optionen denkbar - unter anderem der europaweite Neuzuschnitt von Opel unter Hereinnahme von Vauxhall und Saab, um dem neu aufgestellten Unternehmen eine wettbewerbsfähige Größe zu geben, oder die Beteiligung anderer Industrieunternehmen, sagte Rüttgers. An den Gesprächen über den Plan sollten sich auch der Bund und die Arbeitnehmervertretungen beteiligen. Nähere Details könne man jetzt sinnvoll noch nicht diskutieren, betonte Rüttgers. Erst müsse der Plan fertig werden. Er müsse auch die Anforderungen des GM-Managements an Einsparungen und Restrukturierungen erfüllen.
„Wagoner offen für Herauslösung“
Wagoner hatte am Dienstag Einsparungen von 1,2 Milliarden Dollar in Europa verlangt. Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard, der an dem Gespräch teilgenommen hatte, zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Wagoner ist offen für eine Beteiligung Dritter und eine Herauslösung von Opel“, sagte er. Wagoner selbst wollte nach dem Gespräch nicht vor die Presse treten. Er habe aber die Arbeit und den Einsatz der deutschen Opel-Standorte gelobt, sagte Rüttgers.
Opel selbst schließt eine Beteiligung Dritter an dem Traditionsunternehmen nicht mehr aus. Management und Betriebsrat in Rüsselsheim erklärten am Mittwoch, unter bestimmten Bedingungen sei das Unternehmen zu Verhandlungen über „Partnerschaften und Beteiligungen mit Dritten“ bereit. Unklar ist, ob damit der Einstieg anderer Hersteller oder eine staatliche Beteiligung gemeint ist.
Merkel fordert Konzept
Nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun zunächst Opel am Zuge: „Es muss ein Konzept auf den Tisch gelegt werden, wie eine positive Prognose für Opel aussehen kann“, sagte die Regierungschefin am Mittwoch in Berlin. Im Augenblick könne die Politik nichts machen, weil die notwendigen Konzepte von Opel noch nicht vorliegen.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte zuvor gegenüber dem ARD-Morgenmagazin von einer „Notsituation“ gesprochen. Es gehe jetzt darum, zu „kämpfen, dass die Standorte in Europa erhalten bleiben“. Opel müsse zusammen mit General Motors ein Zukunftskonzept vorlegen. Erst danach könne die Frage beantwortet werden, wie die Hilfe der Regierung aussehen könne. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs plädierte dafür, Opel notfalls in die Insolvenz gehen zu lassen.
Insbesondere für das Opel-Werk in Eisenach ist Rüttgers' Aussage eine gute Nachricht: In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen über den Verkauf des 1992 eröffneten Autowerks gegeben. Der thüringische Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) hatte für eine „Gesamtlösung für Opel“ plädiert, bei der Bund und Länder Unterstützung geben. Sollte es nicht dazu kommen, müsste eine gesonderte Lösung für das Werk in Eisenach gesucht werden. Die Montagefabrik für den Kleinwagen Corsa sei sehr effizient, verfüge über eine hochmotivierte Belegschaft und habe ein Qualitäts- und Kostenmanagement-System, das als beispielhaft in der Autobranche gelte. Beschäftigt werden an dem Standort insgesamt 2300 Menschen, davon 1700 direkt bei Opel.
GM will weitere Milliarden von amerikanischer Regierung
GM forderte bei der Vorlage seines Sanierungskonzept weitere Hilfszahlungen von der amerikanischen Regierung. Insgesamt seien 16,6 Milliarden Dollar zusätzlich zu den bereits gewährten Notkrediten von 13,4 Milliarden Dollar erforderlich. Schon im März benötige GM 2 Milliarden Dollar, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Alternative wäre eine Insolvenz, die den Staat bis zu 100 Milliarden Dollar kosten könne.
Zuvor hieß es, die geplanten Kostensenkungen um 1,2 Milliarden Dollar in Europa könnten Schließungen oder Verkäufe von Werken an Standorten mit hohen Kosten umfassen. GM rechne damit, die Gespräche über Liquiditätshilfen mit europäischen Regierungen bis Ende März abschließen zu können.
Chrysler braucht neun Milliarden Hilfe
Der ebenfalls schwer angeschlagene amerikanische Autokonzern Chrysler benötigt nach eigenen Angaben zusätzlich fünf Milliarden Dollar vom Staat. Um einen Bankrott abzuwenden, ist das Unternehmen auf insgesamt neun Milliarden Dollar Unterstützung angewiesen, wie Chrysler in einem Sanierungsplan mitteilte. Der Plan umfasst den Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen. „Wir erleben weiterhin einen beispiellosen Abschwung in der Autobranche“, sagte Konzernchef Robert Nardelli.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.900,00 | +0,12% |
| Nasdaq 100 | 2.562,43 | +0,66% |
| S&P500 | 1.349,96 | +0,22% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3294 | +0,34% |
| Rohöl Brent Crude | 118,44 $ | +0,50% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,13 € | −0,44% |