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Aktualisiert: 02.06.2017, 08:14 Uhr

Streit über Klimaschutz Hunderte amerikanische Firmen stellen sich gegen Trump

Trump führt Amerika aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Doch im Land selbst hagelt es dafür heftige Kritik. Große Konzerne wenden sich ab. Und Pittsburghs Bürgermeister wird ein kleiner Held.

© AFP Umweltaktivisten demonstrieren in New York

Die Führungen Hunderter amerikanischer Unternehmen haben in einem offenen Brief den Präsidenten Donald Trump dafür kritisiert, sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurück zu ziehen. Darunter sind beispielsweise Technologiefirmen wie Intel,  Hewlett-Packard und Tesla sowie große
Lebensmittelkonzerne und Kleidungsunternehmen. Die Firmenlenker unterstreichen darin, sie fühlten sich dem Klimaschutz weiterhin „zutiefst verpflichtet“. Ihr Ziel sei eine energieeffiziente und wenig Treibhausgase ausstoßende amerikanische Wirtschaft.

„Kosteneffiziente und innovative Lösungen können uns dabei helfen, diese Ziele zu erreichen“, heißt es in dem Brief. „Sich vom Ziel einer emissionsarmen Wirtschaft zu verabschieden, setzt den amerikanischen Wohlstand aufs Spiel.“

Der Tesla-Gründer Elon Musk und der Disney-Vorstandsvorsitzende Robert Iger haben aus Protest ihre Beraterfunktionen für den Präsidenten Trump gekündigt. „Der Klimawandel ist real. Das Pariser Abkommen zu verlassen, ist weder gut für Amerika noch für die Welt“, teilte Musk über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

© AFP, reuters Scharfe Kritik an Trumps Klima-Rückschritt

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Er habe alles getan, um Trump davon zu überzeugen, an dem Pariser Klimaschutzabkommen festzuhalten, hatte Musk schon am Mittwoch gesagt. Disney-Chef Iger kündigte an, aus Prinzip müsse er das Beratergremium verlassen. Zu den Unternehmen, die Trumps Entscheidung kritisieren, gehören außerdem Apple, Facebook, Ford, der Chemiekonzern Dow Chemical und der Ölkonzern Exxon. Dagegen kündigte die Führung des Kohleunternehmens Peabody Energy an, Trump in dieser Sache zu unterstützen. Und auch der Autohersteller General Motors teilte mit, dass seine Chefin Mary Barra Trump weiter beraten werde.

© Twitter

Pittsburghs Bürgermeister wird Symbol des Widerstands

Dass Donald Trump ausgerechnet Pittsburgh als Rechtfertigung für seinen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen anführte, hat den Bürgermeister der Großstadt im Bundesstaat Pennsylvania deutlich verärgert. In einer ganzen Serie von Twitter-Kurzbotschaften stellte Bürgermeister Peduto klar, dass die Sympathien seiner Stadt eher Paris als Washington gelten, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht. Rasch wurde Peduto daraufhin zum Symbol des lokalen Widerstands gegen Trumps Entscheidung.

Mit ihrer Entscheidung, an der „globalen Übereinkunft von Paris nicht teilzunehmen“, hätten sich die Vereinigten Staaten „Syrien, Nicaragua und Russland“ angeschlossen, erklärte Peduto kurz nach Trumps Verkündung. Und fügte hinzu, nun sei es an den Städten, die Führung beim Klimaschutz zu übernehmen.

© Twitter

Erbost zeigte sich Peduto über Trumps Versicherung, er diene mit dem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen den Interessen der Vereinigten Staaten. „Als Bürgermeister von Pittsburgh kann ich Ihnen versichern, dass wir den Richtlinien des Pariser Abkommens folgen werden, im Interesse unserer Menschen, unserer Wirtschaft und Zukunft“, erklärte er.

Der Demokrat ärgerte sich nicht zuletzt auch über die Versicherung des Präsidenten, er sei gewählt worden, „um die Bürger von Pittsburgh zu vertreten, nicht die von Paris“. „Fakt“ sei, dass Trumps Rivalin im Rennen um das Weiße Haus, Hillary Clinton, in Pittsburgh 80 Prozent der Stimmen bekommen habe, twitterte Peduto und bekräftigte noch einmal: „Pittsburgh steht an der Seite der Welt“.

© Twitter

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama meldete sich zu Wort. Obama, der das Abkommen mit ausgehandelt hatte, warf Trump vor, sich der Zukunft zu verweigern. Er sei überzeugt, dass die amerikanischen Bundesstaaten, die Städte und Unternehmen jetzt sogar mehr tun würden, um den Planeten zu schützen, heißt es in einer Erklärung.

Trump hatte am Donnerstag den Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 angekündigt. Der Vertrag unterwandere die amerikanische Wirtschaft, koste das Land Jobs und sei unfair gegenüber den Vereinigten Staaten. Er strebe neue Verhandlungen an. Auch international stieß Trumps Entscheidung auf Kritik.

© dpa, reuters „Nicht fair“: Trump kündigt Pariser Klimapakt

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Von Werner Mussler, Brüssel

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