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Riester-Rente Beschäftigte sorgen stärker für ihr Alter vor

16.08.2005 ·  Die Sozialministerin Ulla Schmidt gibt sich optimistisch: „2005 wird das Jahr der Riester-Rente.“ Tatsächlich bauen immer mehr Arbeitnehmer auf die private Altersvorsorge.

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Die Deutschen sorgen immer stärker für ihre finanzielle Absicherung im Alter vor. Neben der gesetzlichen Rente gewännen die betriebliche und die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung, sagte Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) sichtlich zufrieden vor Journalisten. „Jeder weiß, ohne eine private Vorsorge reicht es nicht mehr.“ Zur Jahresmitte habe die Zahl der Vertragsabschlüsse zur Riester-Rente die Marke von 4,5 Millionen überstiegen. Fast jeder zweite Beschäftigte in der Privatwirtschaft verfüge inzwischen über eine betriebliche Zusatzversorgung, der positive Trend halte an.

Im ersten Halbjahr 2005 sei die Zahl der Neuabschlüsse für die private Absicherung in Form der staatlich geförderten Riester-Rente um mehr als 300000 und damit stärker als im gesamten vergangenen Jahr gestiegen. Da der Verkauf der Riester-Rente nach dem Auslaufen der Förderung für Lebensversicherungen Ende vergangene Jahres auch für die Vertreter interessanter geworden sei, bürokratische Hürden zudem abgebaut worden seien, gehe sie von einem kontinuierlich steigenden Absatz aus, sagte Schmidt. „2005 wird das Jahr der Riester-Rente.“

50 000 Neuabschlüsse im Quartal

Im zweiten Quartal habe die Zahl der Neuabschlüsse bereits um 50000 über der der ersten drei Monate gelegen. Kritikern, die auf den schleppenden Absatz der Verträge in den vergangenen Jahren verwiesen, entgegnete sie, auch bei der Einführung vermögenswirksamer Sparverträge in den sechziger Jahren und ähnlicher Vorsorgeverträge in Amerika in den achtziger Jahren habe es mehrere Jahre bedurft, bis die Menschen die neuen Instrumente angenommen hätten. Unter den nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester bezeichneten Altersvorsorgeplänen dominierten weiterhin Versicherungsverträge vor Ansparverträgen bei Banken oder Investmentfonds.

Mit der Riester-Rente wollte die Regierung gezielt Geringverdiener, Frauen und Familien beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützen. Daten der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte belegten, daß dies auch der Fall sei, sagte Schmidt. Auch diejenigen, die keine Riester-Rente beantragt hätten, sorgten zu einem „sehr hohen Anteil“ für ihr Alter vor, führte sie aus. 82 Prozent von ihnen nähmen andere private oder betriebliche Vorsorgeangebote wahr. Seit 2002 habe die Versicherungswirtschaft allein 7 Millionen neue Rentenversicherungsverträge abgeschlossen.

Betriebliche Alterssicherung nimmt zu

Gerade beim Aufbau der betrieblichen Alterssicherung könne man Erfolge verzeichnen. Lag der Anteil von Beschäftigten in der Privatwirtschaft mit einer betrieblichen Alterssicherung Anfang des Jahres 2002 noch bei 38 Prozent, sei er bis Mitte vergangenen Jahres auf 46 Prozent gestiegen, berichtet sie unter Verweis auf eine neue Studie von TNS Infratest Sozialforschung München.

Tarifabschlüsse wie jüngst in der Chemiebranche, nach dem vermögenswirksame Leistungen in die betriebliche Altersversorgung umgeleitet werden, hält Schmidt für andere Branchen richtungsweisend. Weiteren Zulauf für die betriebliche Altersvorsorge werde das neue Alterseinkünftegesetz auslösen. Es eröffne Mitnahmemöglichkeiten für Anwartschaften auf Betriebsrenten bei einem Arbeitgeberwechsel und verbessere die steuerliche Förderung.

Unter Einrechnung der im öffentlichen Dienst Beschäftigten hätten vor einem Jahr schon 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über eine betriebliche Altersvorsorge verfügt: 15,7 Millionen Beschäftigte, 10,3 davon in der Privatwirtschaft, 5,4 Millionen bei Versorgungseinrichtungen des öffentlichen Dienstes. Zugenommen habe seit 2002 auch die Zahl der Unternehmen, die eine Betriebsrente anböten: Der Anteil solcher Betriebsstätten sei seit 2002 um 11 Prozentpunkte auf 41 Prozent gestiegen.

Quelle: ami., F.A.Z., 17.08.2005, Nr. 190 / Seite 11
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