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Rentenkassen So prall gefüllt wie seit 1994 nicht mehr

16.01.2009 ·  Die Rentenkassen sind so gut gefüllt wie lange nicht mehr. Das Finanzpolster der Deutschen Rentenversicherung betrug Ende 2008 rund 15,94 Milliarden Euro. Die Rentner dürften davon profitieren: Die Rentenanpassung zur Jahresmitte wird wohl die Zwei-Prozent-Marke überschreiten.

Von Kerstin Schwenn
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Die Rentenkassen sind so gut gefüllt wie lange nicht mehr. Das Finanzpolster der Deutschen Rentenversicherung betrug Ende 2008 rund 15,94 Milliarden Euro. Dies ist aus Kreisen der Rentenversicherung in Berlin zu hören. Die Rentenreserve, die „Nachhaltigkeitsrücklage“, erreicht damit den höchsten Stand seit 1994. Mit ihr könnte die gesetzliche Rentenversicherung die Altersbezüge der gut 20 Millionen Rentner in Deutschland fast einen Monat lang finanzieren; die Rücklage entspricht jetzt 98 Prozent einer Monatsausgabe.

Die Reserve fällt überdies um 250 Millionen Euro höher aus, als im Oktober von den Fachleuten des Bundessozialministeriums und der Rentenversicherung geschätzt. Ursache sind die gute Entwicklung der Beitragseinnahmen im Jahr 2008, der Aufschwung am Arbeitsmarkt und der Rekordstand in der Beschäftigung. Nach geltendem Recht soll die Rücklage bis zum eineinhalbfachen Wert einer Monatsausgabe aufgestockt werden.

Rentenanpassung wird wohl Zwei-Prozent-Marke überschreiten

Die Rentner werden an dieser guten Entwicklung teilhaben. Die Rentenanpassung zur Jahresmitte wird – auch wegen der Aussetzung des Riester-Faktors – wohl die Zwei-Prozent-Marke überschreiten. Die Rentenschätzer erwarteten im Herbst für 2009 einen Zuwachs um 2,75 Prozent. Der endgültige Anpassungswert wird vermutlich Ende Februar feststehen, noch rechnet das Statistische Bundesamt. Die Rentensteigerung könnte höher liegen als die Lohnzuwächse vieler Arbeitnehmer.

Trotz der Wirtschaftskrise könnten die Rentenkassen auch am Ende dieses Jahres einen Zuwachs verzeichnen. Zwar wird der Schätzerkreis Rente, in dem Vertreter des Bundessozialministeriums und der Rentenversicherung sitzen, voraussichtlich Ende Januar seine Prognosen für die Entwicklung der Rentenkassen nach unten korrigieren. Doch könnte am Ende ein Plus stehen, auch wenn der bisher prognostizierte Überschuss von drei Milliarden Euro 2009 nicht erreicht wird.

Entlastend wirkt 2009 das zweite Konjunkturpaket

Zu einer Korrektur zwingen vor allem die neuen Annahmen zum Anstieg der Löhne, der geringer ausfallen dürfte als erwartet. Zurückgehen wird 2009 vermutlich auch die Beschäftigung. Unter einem Anstieg der Arbeitslosigkeit leidet die Rentenversicherung zunächst nur eingeschränkt, da die Arbeitslosenversicherung für Empfänger von Arbeitslosengeld I noch 80 Prozent der Rentenbeiträge an die Rentenversicherung abführt. Die Fachleute kalkulieren jetzt mit Mindereinnahmen von 1 bis 2 Milliarden Euro. In ähnlichem Ausmaß könnte der Rückgang der Beschäftigung den erhofften Überschuss der Rentenversicherung vermindern. In den Folgejahren würde sich eine dauerhaft negative Entwicklung am Arbeitsmarkt stärker niederschlagen.

Entlastend wirkt sich 2009 das zweite Konjunkturpaket aus. Die Rentenversicherung spart durch die Senkung der Krankenkassenbeiträge viel Geld: Die Herabsetzung des Beitragssatzes um 0,6 Prozentpunkte bedeutet auf das Jahr gerechnet für Rentenkassen eine Ersparnis von 600 Millionen Euro. Gilt der niedrigere Beitrag erst von der Jahresmitte an, beliefe sie sich auf 300 Millionen Euro. Diese Einsparungen ermäßigen den Betrag von rund 14,8 Milliarden Euro, den die Rentenversicherung für dieses Jahr für die Krankenversorgung der Alten eingeplant hatte. Ihre Ausgaben für die Rente werden auf 207 Milliarden Euro veranschlagt.

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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