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Rekordtief Fed senkt Leitzins fast auf Null

17.12.2008 ·  Die amerikanische Notenbank Fed hat den Leitzins für die Vereinigten Staaten stärker als erwartet gesenkt. Die Notenbank entschied sich für eine fluktuierende Zinsrate zwischen 0 und 0,25 Prozent. Die Kurse von Aktien und Anleihen reagierten mit deutlichen Zugewinnen.

Von Norbert Kuls, New York
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Der geldpolitische Rat der amerikanischen Notenbank Fed hat den Leitzins überraschend auf ein Rekordtief gesenkt. Die Notenbank nahm die Fed Funds Rate, die Zielgröße für Tagesgeld, um mindestens 0,75 Prozentpunkte zurück. Die Fed nannte als neue Zielgröße eine Spanne von 0 Prozent bis 0,25 Prozent. Gleichzeitig teilte die Fed mit, „alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge“ zu nutzen, um die seit einem Jahr anhaltende Rezession zu bekämpfen.

Die meisten Volkswirte hatten im Vorfeld nur mit einer Senkung des Leitzinses um einen halben Prozentpunkt auf 0,5 Prozent gerechnet. Nur eine Minderheit hatte mit einer drastischeren Zinssenkung um 0,75 Prozentpunkte kalkuliert. Die Kurse von Aktien und Anleihen reagierten auf die Entscheidung der Notenbank mit deutlichen Kursgewinnen. Der Dow Jones-Index schloss mit einem Plus von 4,2 Prozent. Der Dollar gab gegenüber dem Euro und anderen wichtigen Währungen nach.

Inflationsrate gesunken

Die Notenbank rechnet zudem damit, dass sich der Leitzins angesichts der schwachen wirtschaftlichen Lage für „einige Zeit“ auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau bewegen werde. Fed-Chef Ben Bernanke hatte in den vergangenen Wochen bereits weitere Maßnahmen für eine Stützung der Konjunktur erwogen, weil der Leitzins nicht unter 0 Prozent gesenkt werden kann. So hatte die Notenbank ein Programm zum Kauf von Hypothekenanleihen der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac im Umfang von 600 Milliarden Dollar angekündigt. Das hat bereits zum Rückgang der Hypothekenzinsen geführt.

Jüngste Konjunkturdaten hatten eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage signalisiert. Besondere Besorgnis hatte der rasche Anstieg der Arbeitslosigkeit im November hervorgerufen. In November waren im Saldo mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze verloren gegangen. Insgesamt waren 2,8 Millionen Menschen weniger beschäftigt als vor einem Jahr. Analysten fürchten weitere 3 Millionen Arbeitslose bis zum Jahr 2010. Sinkende Energiepreise haben im November zudem dazu geführt, dass die Inflationsrate um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat sank.

Konjunkturprogramm in Vorbereitung

Unterdessen plant das amerikanische Repräsentantenhaus für Januar die Verabschiedung eines Konjunkturpakets von rund 600 Milliarden Dollar. Die Sprecherin der Kammer, Nancy Pelosi, sagte gegenüber Journalisten, dass die Demokraten bereits „hart“ an der Vorbereitung eines entsprechenden Gesetzesvorschlages arbeiteten. Das Konjunkturprogramm soll Steuererleichterungen und langfristige Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Brücken- oder Straßenbau beinhalten.

„Ich glaube, wir werden in dieser Spanne zu einem Konsens kommen“, sagte Pelosi. Volkswirte hatten 400 Milliarden Dollar für die Infrastruktur und 200 Milliarden Dollar für Steuersenkungen empfohlen. Vor zwei Wochen war noch von rund 500 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Pelosi sprach von Investitionen in erneuerbare Energien und umweltfreundliche Gebäude sowie vom Ausbau schneller Internetverbindung in bislang noch unterrepräsentierte Regionen.

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