http://www.faz.net/-gqe-7x7cr

Öffentliche Haushalte : Rekordbeschäftigung bringt Staat 66 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Arbeit lohnt sich - wie hier in der Kupferproduktion Bild: dpa

In Deutschland herrscht Rekordbeschäftigung. Das entlastet die Sozialversicherung und füllt den Staatshaushalt in gewaltigem Ausmaß, wie Berechnungen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zeigen.

          Die Rekordbeschäftigung in Deutschland entlastet die Sozialversicherung und füllt den Staatshaushalt in gewaltigem Ausmaß. Die Mehreinnahmen und Minderausgaben belaufen sich in diesem Jahr auf 66 Milliarden Euro. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsordnung (RWI) für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung erstellt hat, sowie aus neuen Zahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Summe entspricht mehr als 20 Prozent des Bundeshaushalts oder knapp sechs Prozent der öffentlichen Finanzen insgesamt.

          Der größte Effekt entsteht dabei der Zeitung zufolge (Ausgabe vom 7. Dezember) durch höhere Einnahmen. Mehr Beschäftigte bedeuten mehr Beitragszahler für die Sozialversicherungen. Allein dieser Effekt bringt nach der RWI-Berechnung für dieses Jahr 34 Milliarden mehr Einnahmen als 2005, dem Jahr mit der niedrigsten Beschäftigung seit der Jahrtausendwende. Das ist der Hauptgrund, dass die Rentenversicherung gerade auf einem Finanzpolster in Rekordhöhe sitzt. Genauso wie der Gesundheitsfonds.

          Mehr Beitragszahler für die Sozialversicherungen

          Mehr Beschäftigte zahlen auch mehr Steuern. Die Einnahmen aus der Lohnsteuer seien, ebenfalls im Vergleich zu 2005, um 15 Milliarden Euro gewachsen – allein durch die gestiegene Zahl an Stellen, schreibt die Zeitung weiter. Durch Lohnerhöhungen seitdem sind die Lohnsteuereinnahmen zusätzlich gestiegen. Das führt aufgrund des progressiven Steuertarifs zu überdurchschnittlichen Steuermehreinnahmen - eine schleichende Steuererhöhung (kalte Progression).

          Die höhere Beschäftigung bewirkt aber auch weniger Ausgaben. Es müssen weniger Arbeitslosengeld I und weniger Hartz IV bezahlt werden. Auch die Beiträge für die Renten- und Krankenversicherung der Arbeitslosen sinken, ebenso die Ausgaben für Wohngeld, Unterkunft und Heizung. Das IAB schätzt, dass Staat und Arbeitslosenversicherung für diese Leistungen 2014 rund 17 Milliarden Euro weniger ausgeben als vor einem knappen Jahrzehnt.

          Die hohen Entlastungen sind Folge einer Rekordbeschäftigung. Das RWI geht in diesem Jahr von 38,2 Millionen beschäftigten Arbeitnehmern aus, schreibt die Sonntagszeitung. Das wären noch einmal rund 400.000 Stellen mehr als 2013. Die Erwerbslosenquote dürfte unter fünf Prozent fallen.

          Weitere Themen

          Das Leid des Amateurfußballs Video-Seite öffnen

          Trotz Heim-WM im Abseits : Das Leid des Amateurfußballs

          Russlands Fußball-WM kostet Milliarden - der Sport und die kleinen Vereine profitieren davon kaum. Ihre Stadien sind häufig baufällig, ihre Plätze veraltet. Sie hatten gehofft, etwas vom WM-Kuchen abzubekommen - Fehlanzeige.

          Notprogramm endet Video-Seite öffnen

          Griechenlands Dauerkrise : Notprogramm endet

          Die Euro-Finanzminister rangen in Luxemburg bis in den frühen Morgen um die Details der nächsten Schritte. Der staatliche Schuldenberg ist mit 317 Milliarden Euro beinahe doppelt so hoch wie die Wirtschaftskraft und jeder fünfte Grieche ist arbeitslos.

          Topmeldungen

          DFB-Team gegen Schweden : Ein Endspiel für die Weltmeister

          Diejenigen Deutschen, die gegen das Aus in der Vorrunde ankämpfen müssen und im Team das Sagen haben, sind allesamt hochdekoriert. Ihr Ruhm hängt nicht mehr davon ab, wie sie die WM verlassen. Nun stellt sich eine entscheidende Frage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.