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Regionale Unterschiede Viele junge Hartz-IV-Empfänger in Berlin

 ·  Fast ein Fünftel der 15 bis 24 Jahre alten Berliner bekommen Hartz IV; in München dagegen sind es nur etwas mehr als fünf Prozent. Das ergab eine Studie des DGB zu regionalen Unterschieden bei der Jugendarbeitslosigkeit.

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Der Anteil junger Menschen an den Hartz-IV-Empfängern ist in Berlin am höchsten und in München am niedrigsten. Das ergab eine am Donnerstag bekannt gewordene Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) von 14 Städteregionen. Demnach bezogen in Berlin mit 19,2 Prozent fast ein Fünftel der 15-  bis 24-Jährigen Hartz IV, in München waren es nur 5,1 Prozent. Hohe Hartz-IV-Quoten in dieser Altersgruppe gab es auch in Duisburg mit 17,4 Prozent sowie Dortmund mit 15,7 und Bremen mit 14,7 Prozent.

Relativ gut sah es demnach außer in München auch in Dresden mit einer Hilfequote von 9,6 Prozent sowie in Aachen mit 10,0 und  Nürnberg mit 10,2 Prozent aus. Bundesweit waren Mitte des Jahres 8,8 Prozent aller 15- bis 24-Jährigen auf Hartz IV angewiesen. Die  Hilfebedürftigkeit lag damit um 0,5 Prozentpunkte höher als für alle Menschen im erwerbsfähigen Alter. Ein relativ großer Anteil dieser hilfebedürftigen jungen Menschen lebt laut DGB eher in großstädtischen Regionen.

„Die Erfolge beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit haben bisher nichts daran ändern können, dass Jugendliche ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko haben“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP aus der Studie. Im September 2012 lebten demnach 534.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren von Hartz IV, allerdings war weniger als die Hälfte von ihnen arbeitslos. „Das Verarmungsrisiko dieser Jugendlichen ist hier offensichtlich längst  nicht immer Ausdruck nur eigener beruflicher Integrationsprobleme, sondern relativ oft auf das Fehlen Existenz sichernder Arbeitsplätze der Eltern zurückzuführen“, heißt es in der Studie.

Bei Kindern unter 15 Jahren lag die Hilfequote im Juli 2012 bundesweit sogar bei 15,3 Prozent. Armut gehe einher mit schlechten Bildungschancen, so die Analyse. An Hauptschulen gebe es dreimal öfter arme Schüler. „Eltern armer Kinder entscheiden sich häufiger gegen weiterführende Schulen, weil ihre Kinder früher Geld verdienen sollen“, so die DGB-Analyse. Relativ geringe berufliche Perspektiven förderten wiederum Resignation und Mutlosigkeit. „Es verwundert nicht, wenn jugendliche Hartz-IV-Empfänger die Schule  ohne Schulabschluss verlassen.“

Weise will Anwartschafts-Regelung verändern

Derweil sorgt ein neuer Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit für Diskussionen: Frank-Jürgen Weise hat angeregt, dass Arbeitnehmer mit Kurzzeit-Stellen künftig schneller einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld I erwerben sollen. Damit könnte verhindert werden, dass jemand bei einem Arbeitsplatzverlust wegen fehlenden Anspruchs auf das zumeist höhere Arbeitslosengeld I direkt in Hartz IV falle, sagte Weise in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zwischen November 2011 und Oktober 2012 waren 721.000 Beschäftigte nach einem Verlust ihrer Stelle direkt zu Hartz-IV-Beziehern geworden.

„Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeitarbeit, befristete Stellen oder Zeitarbeit haben in den vergangenen Jahren den größten Zuwachs gehabt. In diesen Fällen müssen wir tatsächlich überprüfen, ob die bestehende Anwartschafts-Regelung für das Arbeitslosengeld I noch passt“, sagte Weise. „Das wird bereits durchgerechnet.“

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