05.12.2005 · Innovationen: Die größten Frachtschiffe fassen mehr als 13.000 Container an Bord. Das Problem ist der Engpaß Hafen. Weil die Giganten oft zu groß und schwer sind, ist das Bestehen kleinerer Schiffe sicher.
Wenn Automobilhersteller ihre neuesten Modelle vorstellen, interessieren sich die Autonarren vor allem für Beschleunigung, Geschwindigkeit und Kurvenlage des Gefährts. Treffen sich Schiffsbauer und Schiffsbegeisterte zählen, andere Werte: die Länge, die Breite. der Tiefgang; bei Containerschiffen die Zahl der Boxen, die geladen werden können.
Als Do-Soon Cho, Vice-Präsident des koreanischen Schiff- und Maschinenbaukonzerns Hyundai Heavy Industries (HHI), vor wenigen Wochen den von seinen Ingenieuren und der Hamburger Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd (GL) erarbeiteten Entwurf für sein neuestes Containerschiff in Hamburg vorstellte, brachte der Koreaner die Augen der mehr als 100 anwesenden Gäste zum Glänzen.
Das größte Containerschiff um 45 Prozent übertroffen
Länge: 382 Meter. Breite: 54,2 Meter. Tiefgang: 13,5 Meter. Tragfähigkeit: bis zu 13 440 Standard-Container (TEU) mit einem durchschnittlichen Gewicht von 11,4 Tonnen. TEU heißt übersetzt Twenty-feet Equivalent Unit und bezeichnet die Länge der einzelnen Container, die 20 Fuß oder umgerechnet 6,06 Meter lang sind. Das Produkt der koreanisch-deutschen Zusammenarbeit sprengt alle Dimensionen. Die Kapazität der bisher größten Containerschiffe (9200 TEU) wird damit um 45 Prozent übertroffen.
„Wenn Sie heute den Vertrag mit uns schließen, bestellen wir morgen den Stahl“, scherzte Do-Soon Cho bei der Vorstellung in Hamburg. Nach unbestätigten Gerüchten soll Maersk, die mit Abstand größte Reederei der Welt, bereits zugeschlagen haben.
Stürmischer Wachstum des Containerverkehrs
Für Trevor Crowe, Marktanalyst vom Londoner Maklerhaus Clarksons, steht fest, daß bald immer mehr große Containerschiffe eingesetzt werden. Er begründet seine Einschätzung mit dem stürmischen Wachstum des weltweiten Containerverkehrs, das zwangsläufig zum Bau größerer Schiffe führen müsse.
Vor allem auf den Hauptrouten von Asien nach Europa oder Südamerika werden die Containerriesen eingesetzt. Der Verkehr auf diesen „Rennstrecken“ nimmt ständig zu. Um alle Waren transportieren zu können, pendeln die Schiffe heute mit Höchstgeschwindigkeit und maximaler Beladung zwischen den Kontinenten.
Giganten passen nicht in jeden Hafen
Die Münchener Conti-Reederei ist die erste, die ein Schiff mit 9.500 TEU einsetzen wird. Auf stark befahrenen Strecken können die Kosten mit den großen Schiffen gedrosselt werden. Jeder Anlauf eines Hafens kostet Zeit und Geld. Auch wenn die Gebühren für die Containerriesen höher sind als für die kleineren Schwesterschiffe, läßt sich Geld sparen.
Die Giganten der Meere bescheren aber auch Probleme. Wegen ihrer enormen Breite könnten sie nicht überall eingesetzt werden. Nicht alle Häfen bieten dazu die Voraussetzungen, da sie nicht tief genug für die schweren Pötte sind. Oft werden die Waren deshalb von den großen Häfen mit kleineren Schiffen weiterverteilt. Deshalb rechnet Burkhard Lemper, Branchenexperte vom Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, mit der wachsenden Nachfrage nach kleineren Schiffen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2373 | +0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 103,25 $ | 0,00% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
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