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Preisabsprachen Rekordstrafe für British Airways

01.08.2007 ·  Bis zu 520 Millionen Euro soll British Airways zahlen müssen: Dazu haben Wettbewerbshüter die Fluglinie verdonnert - wegen illegaler Preisabsprachen mit dem Konkurrenten Virgin Atlantic.

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Die britische Fluggesellschaft British Airways muss wegen illegaler Preisabsprachen eine Rekordstrafe von bis zu 520 Millionen Euro zahlen. Die britischen Wettbewerbshüter verdonnerten British Airways am Mittwoch zu einem Bußgeld von 121,5 Millionen Pfund (180 Millionen Euro) - das höchste in der Unternehmensgeschichte. Dazu wird jedoch noch eine Strafe in den Vereinigten Staaten hinzukommen, so dass British Airways mit einer Gesamtstrafe von bis zu 350 Millionen Pfund rechnet.

British Airways hatte mit dem Wettbewerber Virgin Atlantic Airways von August 2004 bis Januar 2006 Treibstoffzuschläge für Langstreckenflüge abgesprochen. In dieser Zeit stiegen die Zuschläge für einen normalen Langstreckenflug bei British Airways und bei Virgin Atlantic nach Angaben des Office of Fair Trading (OFT) von etwa fünf Pfund je Ticket auf etwa 60 Pfund. Virgin hatte die Absprachen selbst angezeigt und bleibt deshalb straffrei.

Es hätte noch schlimmer kommen können

Hätte British Airways das Fehlverhalten nicht zugegeben, wäre das Bußgeld noch deutlich höher ausgefallen. „Wenn das Unternehmen nicht mit uns zusammengearbeitet hätte, hätte British Airways viele Millionen Pfund mehr zahlen müssen“, sagte ein OFT-Sprecher.

British Airways hätte es schlimmer treffen können, urteilten auch Analysten. Das jetzt verhängte Strafgeld sei im Einklang mit den Erwartungen, vor allem angesichts der Rückstellungen, die British Airways schon gebildet habe. Die Aktie der Fluggesellschaft gab bis zum Mittag um 2,45 Prozent auf 388 Pence in einem insgesamt schwachen Marktumfeld nach.

Viele Airlines im Visier der Kartellwächter

Amerikanische und europäische Kartellbehörden hatten im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt gegen viele Airlines ermittelt und Büros durchsucht. Die Deutsche Lufthansa stimmte im vorigen September in den Vereinigten Staaten und Kanada in einem Zivilverfahren einem Vergleich mit Spediteuren zu, die gegen zu hohe Kerosinaufschläge und vermeintliche Absprachen geklagt hatten. Lufthansa richtete einen Fonds mit umgerechnet 62 Millionen Euro ein.

Auch deutsche Ferienfluggesellschaften mussten Anfang der 90er Jahre bereits wegen Absprachen bei Kerosinzuschlägen Bußgelder zahlen. Das Bundeskartellamt verlangte von allen zusammen gut sechs Millionen D-Mark und beschied, derartige Zuschläge müsse jede Fluggesellschaft individuell errechnen.

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