03.08.2010 · An der Börse sinken die Strompreise, für den Verbraucher steigen sie. Schuld ist zu geringer Wettbewerb. Das jedenfalls werfen die Grünen den großen Stromkonzernen vor - mit Hilfe einer neuen, von ihnen in Auftrag gegebenen Studie. Eine Milliarde Euro zu viel sollen die Kunden demnach bezahlt haben.
Die Preise an der Strombörse sinken, aber der Verbraucher merkt davon auf seiner Stromrechnung nichts. Das jedenfalls werfen die Grünen den deutschen Stromkonzernen vor - mit Hilfe einer von ihnen in Auftrag gegebenen Studie. Daraus geht hervor, dass die Konzerne ihren Kunden in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro zu viel in ihren Stromrechnungen abgefordert haben sollen.
„Unser Gutachter sagt, dass ungefähr eine Milliarde zu viel in Rechnung gestellt wird“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, am Dienstag im Deutschlandfunk. Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeute das, dass rund 52 Euro im Jahr zu viel bezahlt werden müssen.
Börsenpreise sinken, Verbraucherpreise steigen
Die Studie argumentiert vor allem damit, dass die Preise an der Leipziger Strombörse in den vergangenen beiden Jahren um 30 bis 40 Prozent gesunken seien. Durchschnittlich 0,8 Cent pro Kilowattstunde an geringeren Beschaffungskosten hätten die Konzerne demnach nicht an ihre Kunden weitergegeben. Bei einem gesamten Absatz in Deutschland von rund 131 Milliarden Kilowattstunden ergebe sich daraus eine Summe von einer Milliarde Euro, die den Verbrauchern vorenthalten werde, so zitiert die „Saarbrücker Zeitung“ aus dem Gutachten.
Zugleich seien Preiserhöhungen „nicht gerechtfertig“ gewesen. Auch wenn die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien etwas gestiegen sei, hätte es daher Preiserhöhungen, wie die jüngste um 1,5 Cent pro Kilowattstunde bei RWE, nicht geben dürfen, sagte Höhn. Sie seien nicht gerechtfertigt gewesen.
Höhn sprach von einem unfairen Preisgebaren der Konzerne und forderte Schritte gegen die Monopolstellung der großen Stromkonzerne in Deutschland. „Der mangelnde Wettbewerb hat sich ja in den letzten Jahren erst richtig herausgestellt“, sagte sie. Das habe zu einer Gewinnexplosion bei den Konzernen geführt. „Von daher muss man wirklich an die Monopolstellung gerade von RWE und Eon ran, weil die durch die Monopolstellung einfach unfaire hohe Preise fordern“, sagte sie. Würden nun noch die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert, würde man diese Monopolstellungen noch fördern und in die Zukunft fortschreiben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.329,78 | −2,54% |
| Dow Jones | 12.393,50 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,2331 | −0,24% |
| Rohöl Brent Crude | 99,78 $ | −1,81% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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