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Praxisgebühr : FDPopulisten

Aus purem Populismus ist die Koalition dabei, die Praxisgebühr abzuschaffen. Das wäre falsch. Dass die FDP vorangeht, zeigt: Ihr fehlt der ordnungspolitische Kompass.

          Aus purem Populismus ist die Koalition dabei, die Praxisgebühr abzuschaffen. Das wäre falsch. Dass die FDP dabei vorangeht, zeigt, wie sehr ihr ein ordnungspolitischer Kompass fehlt.

          Die Praxisgebühr ist nur ein Teil jener Zuzahlungen, die Kassenpatienten im Krankenhaus, in der Apotheke, bei der Massage, für Heil- und Hilfsmittel zahlen. Wer sie abschafft, müsste also auch diese Zuzahlungen abschaffen. Diese Forderung der Linken klingt nur folgerichtig.

          Auch das Bürokratieargument der Ärzte trägt nicht weit. Hat sich schon mal einer von ihnen darüber beklagt, es sei so aufwendig, das Geld für jene Therapien einzuziehen, die Kassen nicht bezahlen? Nicht zuletzt: Die Praxisgebühr macht dem Versicherten deutlich, dass die ärztliche Leistung einen Geldwert hat. Sie belastet nur diejenigen, die die Leistung tatsächlich in Anspruch nehmen - wenn auch nur in einem sehr bescheidenen, das Solidarprinzip nicht verletzenden Maß.

          Allein die Verknüpfung zwischen Leistung und Zahler rechtfertigt die Praxisgebühr. Sie abzuschaffen, weil gerade mal Überschüsse im System sind, zeigt das ganze Maß der ordnungspolitischen Verwirrung: Denn wenn, dann muss der Beitragssatz sinken.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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