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Präsidentschaftswahl Tristes aus Frankreich

 ·  Wirtschaftspolitisch bieten Frankreichs Präsidentschaftskandidaten ein tristes Bild. Nur ein einziger hat bislang das Wort „Anstrengung“ in den Mund genommen.

Artikel Lesermeinungen (2)

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Oswin Haas
Oswin Haas (osos1009) - 24.04.2012 10:39 Uhr

Genauso kurzer wie blauäugiger Kommentar.

Die "einfachen Rezepte" der extremen französischen Parteien können nicht einfacher sein als das sehr simple staatliche Sparen auf Kosten der eh schon geplagten und so in ihren Ängsten verhöhnten Bürger. Die Menschen in Frankreich wie sonstwo müssen sich immer mehr anstrengen und leben dafür immer schlechter. Dagegen wird die "Anstrengung" des Investierens immer besser belohnt. Das, was in den öffentlichen Kassen fehlt, befindet sich in den Taschen der meist internationalen Investoren, die immer weniger Steuern bezahlen.

Im Freiraum der Globalisierung herrscht das Recht des Stärkeren. In der Zivilgesellschaft nennt man Mauern vor solchem "Recht" Gesetz und Moral. Nicht der Schutz vor der Globalisierung, sondern diese selbst erzeugt Isolierung, nämlich jene viel gravierendere der Entfremdung der Menschen untereinander in der verallgemeinerten Konkurrenz. Die Leiden im Einwanderungs- und Integrationsproblem gehen auf dasselbe Konto.

Das alles nicht zu sehen ist wahre Tristesse.

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michael hergen

Wenn Populisten Politik machen........

Es ist (leider) kein französisches Spezifikum, dass Menschen nur mit großer Überzeugung zu einer größeren "Anstrengung" bereit sind. Fragen Sie mal Ihre Kinder oder Schüler. SIe weckt selten überschäumende Begeisterung. Genauso ist es in der Politik. Die Soziologen sprechen zwar immer vom aufgeweckten Citoyen, der von sich aus die Dinge regelt. Tatsache ist aber auch, dass der sogenannte mündige Bürger immer noch gerne an die Hand genommen wird, dass man ihm zeigt, warum und wieso eine politische Entscheidung, ein sozialer Schnitt, Rentenkürzungen etc. dringend notwendig sind. Wenn die gegenwärtigen Politiker in der EU dazu nicht fähig sind, von links bis rechts, werden sie ihr Stammvolk verlieren. Ist der Fiskalpakt perdu. Kann Europa einpacken. Die Lichter ausknipsen. Politiker reden den Bürgern gerade vor Wahlen immer nach dem Mund, siehe Hollande. Das ist keine große Kunst. Die Wahrheit entscheidet sich nach der Wahl. Sie liegt in der Überzeugungsarbeit beim Bürger. Im Parlament.

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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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