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Politologe Klaus Schroeder „Die Gesellschaft unterschätzt die Ungleichheit“

 ·  Eine gewisse Ungleichheit ist gut, wenn sie auf Leistung beruht: So argumentiert der Politologe Klaus Schroeder. Hinter der Diskussion über Armut und Reichtum sieht er auch politische Interessen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (60)
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Jens Bruckner

Falsche Begrifflichkeit

Wenn ich von einem "Armutsbericht aus Deutschland" höre, bildet sich bei mir zunächst ein großes Fragezeichen. Laut Wikipedia bezeichnet Armut primär den Mangel an lebenswichtigen Gütern z. B. Nahrung, Obdach, Kleidung - ergo: Es gibt in Deutschland keine Armut!

Unser Sozialsystem vermeidet grundsätzlich Armut, da jedem Menschen in Deutschland sein Obdach gezahlt wird, sofern er selbst nicht dazu in der Lage ist, ebenso erhält er Geld oder Gutschein für Nahrung und Kleidung.

Ein "Armutsbericht aus Deutschland" ist blanker Hohn für alle die wirklich arm sind. Dieser Titel ist Politik in reinform, insofern vielen Dank für diesen Bericht!

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Rainer Thesen

Politischer Quatsch

ist eigentlich eine Tautologie. schröder führt den Beweis. Aber vernünftige Leute werden ja nicht gehört.

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pedro bergerac

Der Unterschied zwischen Zukunft und Untergang

liegt in der Geldschöpfung.

Würde nämlich der Staat, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde nämlich der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er doch keine Kredite aufnehmen, keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen?

Wir könnten all unsere Arbeitsleistung, unsere Fähigkeiten, unsere Fertigkeiten, all unser Wissen und unsere Kraft in die Bewältigung der Probleme zu stecken, die wir durch das derzeitige Schuldzinsgeldsystem erst bekommen haben. Wir könnten wirkliche Bildung finanzieren, alle Mütter oder Väter könnten zu Hause bei Ihren Kindern bleiben. Wir könnten eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

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Nicholas Zumbulyadis

Es gibt kein leistungsloses Einkommen

An Konrad Betzl

Der Begriff des leistungslosen Einkommens, den wir auch hier in den USA als "unearned income" kennen, ist voellig gegenstandslos. Denn hohe Gewinne durch erfolgreiche Investitionen sind die Folgen einer treffsicheren Strategie die selbst eine Leistung darstellt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 10:40 Uhr
Peter Gorski

geht´s vielleicht doch ein wenig differenzierter?

Selbstverständlich gibt es *leistungslose Einkommen*, wobei ich den Begriff *leistunglos* lieber daran gemessen sähe, was Leistung für die Gesellschaft betrifft!
Selbst wenn wir die *Erben* mal ausser acht lassen und auch die, die zuhause selbst entscheiden in was sie investieren, bleibt noch ein ganze Industrie von Dienstleistern, die mit zum Teil dubiosen, kriminellen und gesellschaftsverachtenden Methoden die wundersame Geldvermehrung
für sich und andere betreiben!
Wenn natürlich der Zweck die Mittel heiligt, können selbst Kriminelle gesellschaftliche Achtung erfahren?

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Wolf Doleys

Reframe


Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Epiktet, Die Kunst vernünftig zu leben 3-5 (27)

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Martin Hofmann-Apitius

... und ich dachte ....

...dass Norbert Bolz mit seinem lesenswerten Buch "Traktat über die Ungleichheit" eigentlich schon alles dazu gesagt hätte. Schön, zu sehen, dass Klaus Schroeder jetzt doch noch neue Facetten dieser sehr grundsätzlichen Diskussion aufzeigen kann ....

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gisbert heimes

Der Unterschied zwischen arm und reich

besteht in der Erwerbsmöglichkeit von materiellen und der Teilhabe an kulturellen Gütern. Die hier real existierenden extremen Ungleichheiten können von keiner Interpretation und von keiner Statistik weggezaubert werden (oder von jeder).

Sie sind im Marktsystem natürlich zwangsläufig, da die Marktteilnehmer selbst ungleich sind. Die demokratische Gesellschaft hält sie solange aus, wie sie mehrheitlich in der Illusion lebt, daß jeder durch 'harte Arbeit reich werden kann'; ersatzweise durch Kreativität bei den Finanzen und Steuern.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 16:12 Uhr
Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 27.12.2012 16:12 Uhr

@Hans Edelmann

Und welchem Zwck sollen diese Allgemeinplätze dienen?

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Hans Edelmann

Soziale Teilhabe und persönliches Glück hängen nicht unbedingt vom Wohlstand ab.

Kultur ist keine Frage des Reichtums. Viele Dichter und Denker waren materiell sehr arm,
hatten trotzdem großen Anteil an kulturellen Gütern oder haben solche sogar geschaffen.
Armut kann Würde verleihen, und Reichtum eine schwere Bürde darstellen. Die Menschen,
ob reich oder arm, können allerdings auch besaufen und berauschen, um ihr vermeintliches Unglück zu vergessen oder herbeizuführen.

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Edda Kuhlmann

Ablenkung vom eigentlichen Grund

Seit Jahrzehnten steigen die Sozialausgaben und damit Steuern und Abgaben. Waere es tatsaechlich moeglich, durch hoehere Steuern und Abgaben “die Armut” zu bekaempfen, muesste diese in Deutschland ruecklaeufig sein. Diesem ist nicht so, eine kritische Analyse, einschl. der Auswirkungen immer hoeherer Steuern und Abgaben, bleibt aus. Stattdessen wird ein Armutsbericht erstellt, der statistisch fragwuerdig ist und wichtige Aspekte einfach weglaesst, aber durch Schuerung des Sozialneides die Erhebung weiterer Steuern vorbereitet. Das Problem sind nicht die Einnahmen, sondern die Ausgaben; dass ein Kind im Schnee in Sandalen und uebergrossem Anorak herumlaeuft hat nichts damit zu tun, dass in Deutschland keine Vermoegenssteuer erhoben wird, seine Situation wird sich auch durch hoehere Steuern nicht verbessern. Nur laesst sich “Armutsbekaempfung” besser verkaufen als “wir koennen mit dem Geld anderer Leute einfach nicht umgehen, deswegen brauchen wir mehr davon.”

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 23:06 Uhr
Alexander Berndt

Umverteilung + Zinseszins

Es mag sich ja zu kommunistisch anhören, aber es sind eben nicht die Ausgaben, die das Problem sind. Suchen Sie bei youtube nach Dirk Müller und der Erklärung des Zinseszinssystems. Erleuchtend der "Josefpfennig". Das System führt immer dazu, dass irgendwann zuviel Reichtum bei Wenigen kumuliert, das wird dann immer ausgeglichen. Entweder der Staat sorgt über die Steuern für eine angemessene Umverteilung von oben nach unten oder die Natur sucht sich ihren Weg, Inflation Bürgerkrieg Revolution Währungsreform... Ich finde da sind Abgaben der vorzugswürdigste Weg. Aus meiner Sicht müsste der Staat allerdings die großen Vermgen viel stärker belasten und weiter unten viel mehr Freiräume lassen.

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Rolf Kahnt

"Arm und Reich" - Gehirnwäsche

Klaus Schroeders Aufklärung ist eine Wohltat in der unsäglich um sich greifenden "Arm und Reich" - Debatte, die mittlerweile den letzten Stammtisch in Hintertupfingen erreicht hat. Dahinter steckt System: meist linke Politiker (SPD, Grüne. Linke, Piraten) und linke Medien (FR, taz etc.) betreiben gründlich Gehirnwäsche, und das immer wieder, damit sich Steuererhöhungen politisch leichter durchsetzen lassen (siehe die Grünen-Forderung Jahreseinkommen ab 80 000 brutto (!) mit 47 % (!!) zu besteuern. Damit wird die Neiddebatte zusätzlich angeheizt. "Umverteilung" heißt der Deckmantel, der verbirgt, was dahinter steckt. Der Zeitpunkt kommt, dass uns unsere Politikerintelligenz all das demnächst als "alternativlos" erläutern wird. Zusätzliche Steuerabgaben werden besonders der Mittelschicht (!) abgeknöpft , damit unsere Politikerintelligenz unter anderem auch auf dem Abenteuerspielplatz "Europa" noch genügend Spielgeld zum Zocken hat. Schließlich müssen die Milliarden ja irgendwoher kommen.

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Torsten Klier

Mit zwei Millionen Beschäftigten

ist die Helferindustrie der größte Arbeitgeber in der Bundesrepublik. Sie macht einen Umsatz zwischen 115 und 140 Milliarden Euro.
Dazu kommen tausende Diplomarbeiten, Promotionen, Assistentenstellen und Leerstühle in Armutswissenschaften.
Und als nettes Add-On ist die Armut ein schöner Stichwortgeber für Politiker, die was sagen wollen aber nichts zu sagen haben. „Wir müssen was tun gegen die Armut“ ist heutzutage ein nicht mehr wegzudenkender Redenfüllstoff wie etwa der Krampf gegen Rechts oder die Unterstützung der Frauenbefreiungsfront.

Dies nur damit wir wissen, welchem Riesen Schröder auf die Füße tritt. Dass die Nutznießer der Armutsindustrie hier gegen Schröder Gift und Galle spucken zeigt nur, dass er mit seiner Kritik uns Schwarze getroffen hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 23:07 Uhr
Alexander Berndt

Kritik = Recht?

Und wie darf man die Position von jemandem kritisieren, ohne dass er dadurch automatisch Recht zugesprochen bekommt ?

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Peter Gorski

Leben und Leben lassen!

meinetwegen könnten wir uns die gesamte Umverteilungsdebatte ersparen und Sozialneid in alle Richtungen vermeiden, wenn wir -
Die unteren Schichten von diesen teils Menschen unwürdigen Repressalien befreien
und der unteren Mittelschicht wieder faire Löhne zahlen würden!

So haben wir eben ein System, in dem sich einige daran bereichern, andere auszunutzen und das auch noch politisch legitimiert!
Das erzeugt auf Dauer massive Unzufriedenheit und die wirtschaftliche Notwendigkeit dieser Legitimierung ist bei exorbitanten Gewinnen vieler Grossunternehmer nicht mehr zu erklären!

Wir brauchen keine Gleichschaltung, aber faire Chancen und Verhältnisse
Leben und Leben lassen!

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Ottfried Meyer
Ottfried Meyer (Gladium) - 26.12.2012 16:56 Uhr

Aus christlicher Sicht: FREIHEIT am Arbeitsmarkt! Ohne Radikal-Reform geht es nicht!

Das Problem Deutschlands ist der sozialistisch organisierte Arbeitsmarkt. Daß die Bürger an ihm festhalten, ist ein Indiz für Vormodernes Denken und Spießbürgertum.

Die Wirtschaft braucht aber FREIHEIT. Und das auch am Arbeitsmarkt. Anstelle der Tarifautonomie muß auch am Arbeitsmarkt die VertragsFREIHEIT treten. Es muß möglich sein, daß Löhne, aber auch Fragen der Befristung von Arbeitsverhältnissen, Urlaubsansprüche und vor allem Fragen des Kündigungsschutzes individuell zwischen dem Arbeitgeber und dem einzelnen Arbeitnehmer ausgehandelt werden. Unternehmen erhalten dadurch ein Mehr an Flexibilität und ein mehr an FREIHEIT. Für den Staat bedeutet dies eine deutliche Kostenersparnis, da die Arbeitsgerichte obsolet werden und für juristische Fragen die ordentliche Zivilgerichtsbarkeit zuständig wird.
Auch aus christlicher Sicht ist die vollständige Deregulierung des Arbeitsmarktes sinnvoll. An einem FREIEN Markt können sich Gott und die Prinzipen der Bibel frei entfalten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 18:28 Uhr
Peter Gorski

Herr Meyer!

Freiheit ist ein schönes Wort!
Die Freiheit eines Einzelnen oder einer Gruppe muss aber da Grenzen erfahren, wo sie die Freiheit anderer beeinflusst oder nimmt!
Das gilt ganz besonders auch am Arbeitsmarkt, wo die Freiheit der Arbeitgeber Löhne zu reduzieren um selber mehr Gewinn zu generieren die Lebensqualität ganzer Volksgruppen beeinflusst oder nimmt!
Hier nicht zu regulieren, würde eine so immens ethisch gesunde Grundhaltung der Unternehmen gegen eigene Egoismen oder Verantwortung der Aktionäre gegenüber bedeuten, dass ich dies leider in den Bereich des Wunschdenkens verbannen muss!
Mit Wunschdenken aber wird das Volk nicht satt und die Bürger nicht zufrieden.
Für ein friedliches Miteinander einer Gesellschaft müssen aber möglichst viele zufrieden sein, nicht nur die Unternehmer und Arbeitgeber!
Das alles hat für mich mehr mit gesundem Menschenverstand als politischen Grundhaltungen zu tun!

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 26.12.2012 17:41 Uhr

@Ottfried Meyer

Man muß wahrlich kein Linker sein, um Ihre abstrusen - auch noch christlich begründeten Gedanken - abzulehnen. Was Sie fordern, ist der reine Manchester-Kapitalismus, wie ihn z.B. die Näherin in Bangladesch noch erlebt. Über dieses Stadium sollten Sie eigentlich hinaus sein.

Wenn Sie hier von "vormodernem Denken"der Bürger reden, dann trifft das am ehesten auf Sie zu. Extremmeinungen, wie Sie das hier tun, sind selten hilfreich.

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Paul Banaschak

sehr guter Artikel

deshalb gehört der Armutsbericht auch auf den Müllhaufen

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Julian Becker

Sinnentstellende Überschrift

Es ist schon erstaunlich, dass aus der Aussage "Die Gesellschaft unterschätzt die Produktivität einer gewissen leistungsbezogenen Ungleichheit" die Überschrift "Die Gesellschaft unterschätzt die Ungleichheit" gemacht wurde. Das entsellt meines Erachtens komplett den Sinn der Aussage. Von der F.A.Z. hatte ich so etwas nicht erwartet.

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Karl Hammer

Ob gut oder schlecht, es geht den Staat nichts an

Kein Bürokrat, kein Vertreter der Staatsverwaltung, hat das Recht, nach seinem Gusto dem Einen etwas weg zu nehmen um es jemand Anderem zu geben, egal, ob es sich bei dem um einen Armen oder um einen Lobbyisten handelt. Nur derjenige, der das Geld erarbeitet hat, hat auch das recht, über dessen Verwendung zu entscheiden. Gerechtigkeit ist eine Sache der Zwischenmenschlichkeit, keine Kategorie einer Bürokratie, die letzten Endes immer nur ihren eigenen Machterhalt im Sinn hat.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 16:45 Uhr
Karl Hammer

@Konrad Betzl

Sie denken in übergeordneter Kategorisierung und Regulierung, so wie es der Staat tut.
Die Antwort ist, es gibt niemanden, der übergeordnet von Aussen etwas entscheidet oder einordnet oder bestimmt. Alles entscheiden die Marktteilnehmer selber, nach ihren eigenen Urteilen und Möglichkeiten in freien Verhandlungen untereinander. Das Geld wechselt nur von privater Hand zu privater Hand. Wenn dadurch soziale Not entstent, ist jeder mitfühlende Mensch aufgerufen zu helfen, so, wie es immer schon war. Alle Marktteilnehmer haben sich an die grundsätzliche zivilistorische Ordnung zu halten, was heiß, das Eigentum des Gegenüber zu achten, nicht zu betrügen und nicht zu morden, so wie es immer schon war. Handel basiert auf Freiwilligkeit. Darüber hat der Staat zu wachen, über die Einhaltung der Verträge, über sonst nichts.

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Karl Hammer

@Konrad Betzl

Sie denken schon wieder in übergeordneten Ordnungen der Kategorisierung und Regulierung, so wie es der Staat tut.
Die Antwort ist, es gibt niemanden, der übergeordnet von Aussen etwas entscheidet oder einordnet oder bestimmt. Alles entscheiden die Marktteilnehmer selber, nach ihren eigenen Urteilen und Möglichkeiten in freien Verhandlungen untereinander. Das Geld wechselt nur von privater Hand zu privater Hand. Wenn dadurch soziale Not entstent, ist jeder mitfühlende Mensch aufgerufen zu helfen, so, wie es immer schon war. Neu wäre, daß auch der Staat sein Geld nur für eine Gegenleistung erhält und auf Basis eines Vertrages. Das wäre gerecht.

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Konrad Betzl

"...der such das Geld erarbeitet hat..."

Da gibt es mindestens 2 unterschiedliche Fälle: 1) Wie sollen die Einkommen behandelt werden, die aus leistungslosem Einkommen entstehen? Hier wurde nichts erarbeitet! Ihrer Aussage nach haben die über die Verteilung dieses Einkommens keine Verfügung. 2) Wie wissen wir, ob die Bezahlung einzelner Tätigkeit dem Beitrag zum gesellschaftlichen Wohl entspricht? Es kann darüber diskutiert werden, wer für die allgemeine Gesundheit der Gesellschaft wichtiger ist - der Müllmann oder der Gesundheitsminister. Wenn es nur nach dem "Erarbeiten" geht, dann sollte der Bankräuber entsprechend Ihrer Aussage auch das Verteilungsrecht über seine in der ERwerbsarbeit erwirtschafteten Einkünfte haben. Vielleicht wäre es doch besser, sich die Konsequenzen der eigenen (plakativen, nach Zustimmung wenig Denkender heischend) Aussagen zu überlegen, bevor man sie vom Stapel lässt!

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Walther Schmidt

Das ist eine sehr scharfsinnige Analyse

Eine scharfsinnige Analyse von Herrn Schröder. Besonders bedenklich ist aber, dass viele Leser offenbar das politische Wirken von Frau v.d.L. nicht einzuordnen vermögen. Dabei hat sie in den letzten Jahren als bundespolitische Supernanny doch ihr etatistisches Weltbild immer wieder deutlich gemacht bzw. verwirklicht. Die Uschi denkt an die Menschen - also diejenigen, die nicht auf einem Landgut ihr Dasein fristen müssen - und daher im Hamsterrädchen ihre Runden drehen sollen. Die Politikerin v.d.L. hat dann am Ende Ihrer Karriere etwas erreicht und wir können uns mit den Hinterlassenschaften herumärgern. Der Lokalpolitiker baut die neue Mehrzweckhalle, der Bundespolitiker führt eine neue Sozialleistung "Elterngeld" ein. "Wir haben den neuen Anspruch auf ... eingeführt", heißt es dann. Im Jahre 1988 war der Militärhaushalt der großte Einzelposten im Etat, dann kam der Mauerfall. Die Verteidigungskosten konnten gesenkt werden. Wo ist eigentlich das ganze Geld geblieben?

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Carlos Anton

Arme und Reiche sind nicht das Problem

Das Problem sind weder die Reichen noch die sogenannten Armen. Für die Armen wird der Sozialstaat immer sorgen, wenn man sich auch streiten kann ob der Hartz4-Satz ausreichend und ein Mindestlohn erforderlich ist. Die Reichen verdanken ihren Wohlstand vor allem unternehmerischer Tätigkeit, daher profitieren von ihrem Erfolg alle. Man sollte jedoch überlegen, ob man leistungsloses Einkommen, wie Erbschaften und Kapitalerträge, stärker belastet. Das Hauptproblem ist jedoch die Mittelschicht, denn wenn irgendwelche Steuern für Gutverdiener gefordert werden, ist diese meist voll getroffen. So haben Familien der Mittelschicht oft trotz harter Arbeit kaum mehr Einkommen als Hartz-4-Empfänger, die vielleicht noch etwas schwarz arbeiten. Das ist das eigentliche Problem.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 18:40 Uhr
Hans Edelmann

Wer in der Vergangenheitsform denkt, versteht die Gegenwart nicht vollständig.

Reichtum entsteht in der Gegenwart prinzipiell nicht mehr durch Kapitalerträge, sondern durch Anlegen zusätzlicher Beträge aus hohen Unternehmerlohn- und Arbeitseinkommen. Kapitalerträge hingegen wie Zinsen und Zinseszinsen werden heute regelmäßig über den
Zugriff der Inflation auf das Kapital schon vollständig aufgezehrt. Darüber hinaus auch
noch erhobene Steuern mindern bereits die Kaufkraft des gesparten Kapitals samt Zins
und Zinseszinsen. Allein der Staat profitiert dabei im Ergebnis jetzt aus dem sogenannten
"leistungslosen Einkommen" und nützt die Sparsamkeit seiner Bürger für sich aus.
Sparer sind daher heutzutage die Dummen und werden vom Staat einfach nur noch
ausgenützt.

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Dennis Sieberman

Je nach Blickwinkel

Wenn der Michel sich, angeleitet von vielen Ratgebern, fürs Finanzamt so erbarmungswürdig wie nur möglich darstellt, gilt das als verwerflich: "Der rechnet sich arm".
Wenn dasselbe mit fast identischen Methoden durch Politinstitute und interessierte Verbände geschieht, dann gilt das als wirklich notwendige Aufklärung. "Die Wahrheit".
Den (wenigen) wirklich Armen ist damit aber nicht geholfen und es ist schon verwunderlich, wenn seit 1991 eine "Nationale Armutskonferenz" glaubt tagen zu müssen.
Dadurch werden alle eigentlich erfreulichen Verbesserungen und Unterstützungen zu elementaren Nothilfen. Das Mindeste quasi. Ein Hohn für die wenigen wirklich Bedürftigen.

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Wolfgang Kolberg

Bauchrednerpuppe der Bilderberger

Orwellsche Umdeutungen im Interesse der Reichen und Mächtigen unter dem Gewand von Pseudo-Wissenschaft: Arm ist Reich, Spaltung ist Einheit, Wahrheit ist Lüge, Frieden ist Krieg... Ich hoffe die Bilderberger bezahlen Sie wenigstens gut, Herr Schroeder.

WIR wissen am Tag X für welche Seite SIE geredet haben.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 17:07 Uhr
Walther Schmidt

Herr Kolberg, es gibt viele, die die Realitäten nicht sehen wollen.

Glauben Sie nicht auch, dass das wesentliche Streben der Politiker die eigene Wiederwahl ist? Und wer hat die meisten Stimmen? Die wenigen Reichen oder die vielen Armen? Also für wen arbeiten die Politiker? Der einzige Grund für einen Politiker, etwas für die Reichen zu tun, ist, wenn anderenfalls der Wagen gegen die Wand fährt. Mit Umdeutung hat das nichts zu tun. Von "Arm" und "Reich" zu reden, während die "Armen" eine bessere medizinische Versorgung genießen als ein gesetzlich Versicherter, ist übrigens ein Teil der Umdeutung, der Sie aufgesessen sind.

Alles Gute, viel Spaß beim Warten auf den Tag X!

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Paul Banaschak

Leider kann ich nicht ein Argument in ihrem Beitrag erkennen

Lediglich dumme Sprüche.

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K Zinser
K Zinser (kzin) - 26.12.2012 14:53 Uhr

Arm und Reich - Einkommen, Vermögen, nicht monetär Werte, Scheineliten und öffentliche Gelder

In dem Interview mit Klaus Schröder sind einige interessante Punkte - insbesondere die höhe des Mindestlohnes - enthalten.

Zu kurz kommt aber Einkommen,Vermögen, die schlechte Durchlässigkeit im System, das äußerst wichtige unterstützen der Leistungsträger als auch das Auffangen derer die in eine Schieflage geraten sind.

Der Gini-Koeffizient der Einkommernsverteilung ist ein gutes Maß.

Bereits beim miserablen, sonderfallorientierten Steuersystem aber auch bei der Absicherung der Menschen versagt Deutschland. In kaum einem anderen reichen Land in Europa ist der einzelne in der Gesellschaft so unwichtig wie hier. Menschenwürde, Mindesteinkommen, Ausbildungschancen, von den Beschäftigungsverhältnissen in den Rotlichbereichen ganz zu schweigen.

Noch viel schlimmer sind aber die Teile der Gesellschaft welche es schaffen, sei es durch Posten in den (Kommunal-)Parlamenten als auch durch Lobbyismus, sich hart erarbeite öffentliche Gelder zum persönlichen Nutzen unter den Nagel zu reissen.

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20.12.2012, 18:21 Uhr

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Von Ralph Bollmann

Väter sollen künftig weniger arbeiten, aber Mütter sollen mehr arbeiten: In Deutschland wird über die Familienarbeitszeit debattiert. Ein neuer Verteilungskampf hat begonnen. Mehr 33 9


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