Home
http://www.faz.net/-gqg-77816
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Politisch korrektes Deutsch Verbände wollen „soziale Unwörter“ zensieren

 ·  Die Armutskonferenz will „soziale Unwörter“ aus dem Sprachgebrauch verbannen. Das Bündnis hat dazu eine Liste mit 23 abwertenden Begriffen erstellt. Nach Ansicht der Sprachwächter sind selbst Worte wie „alleinerziehend“ oder „arbeitslos“ diskriminierend.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (164)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

  1 2 3 4 5 6 7  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 26.02.2013 14:21 Uhr

... die spinnen ...

(oder ist das ganze nur IRONISCH gemeint?)

Empfehlen
Claus Behrens
Claus Behrens (chipin) - 26.02.2013 14:19 Uhr

Grunz, grunz. Früher war alles irgendwie besser.

Wäre der Mensch doch auf der Evolutionsstufe stehen geblieben, auf der er noch nicht sprach. Uns wäre dieser ganze Quatsch heute erspart geblieben.
Mich würde einmal interessieren, was das für Menschen sind, die sich solchen Dingen - höchstwahrscheinlich hauptberuflich und bezahlt - widmen ¡UND! daran Freude und Erfüllung finden.
Allerdings möchte ich anmerken, daß ich die Formulieren "vom Bildungswesen nicht Erreichte" für zu pauschal erachte. Es sollte schon zwischen denjenigen, die das Bildungswesen nicht erreicht hat und denjenigen, die sich vom Bildungswesen nicht haben erreichen lassen wollen (zusätzlich zu denjenigen, die oft auch mit Migrationshintergrund belastet sind) differenziert werden.
Mein Gott, das Negerkußbrötchen hat niemandem in Afrika geschadet. Und für kein Zigeunerschnitzel mußte jemand auf dem Balkan sterben.
Wir reglementieren uns zu Tode!

Empfehlen
Rainer Schweitzer
Rainer Schweitzer (RSRS) - 26.02.2013 14:18 Uhr

Das Gott...

... hat nicht nur das Schwachsinn, es hat sogar das Nationale Armutskonferenz geschaffen.
Das Gott kann vom Bildungssystem nie erreicht worden sein.

Empfehlen
Arne Hällbecker

»Euphemismus-Tretmühle«

Fragte man sich, WARUM jeder Begriff, der etwa »Mitbürger mit Migrationshintergrund« beschreibt, umgehend eine negative Konnotation annimmt, stünde man womöglich bald vor der einen oder anderen unbequemen Erkentnis. Dann lieber öfters mal ein neues Wort – so können auch gleich die, die das alte Wort länger benutzen als zulässig, als Feinde des Fortschritts und des sozialen Friedens entlarvt, gebrandmarkt und geschasst werden.

Empfehlen
Katharina Thomas
Katharina Thomas (Katlis) - 26.02.2013 13:58 Uhr

Fatales Mißverständnis

Das Problem ist doch, daß mit solchen Manövern nicht die Realitäten hinter den Begrifflichkeiten geändert werden. Ob man "alleinerziehend" oder ein anderes Wort verwendet - wenn man damit mangelnde Erziehungsfähigkeit assoziieren möchte, wird das auch bei Begriff x der Fall sein. Und wer mit der "Person mit Migrationshintergrund" "einkommensschwach, schlecht ausgebildet und kriminell" verbindet, wird das auch dann noch tun, wenn man eine solche Person mit einem anderen Begriff y bezeichnet. Das Etikett ändert sich vielleicht, nicht aber der assoziierte Inhalt. Fatales Mißverständnis von Sprache, durch ihre politisch korrekte Vergewaltigung gesellschaftliche Verhältnisse ändern zu wollen.

Empfehlen
Katharina Thomas
Katharina Thomas (Katlis) - 26.02.2013 13:56 Uhr

Fatales Mißverständnis

Das Problem ist doch, daß mit solchen Manövern nicht die Realitäten hinter den Begrifflichkeiten geändert werden. Ob man "alleinerziehend" oder ein anderes Wort verwendet - wenn man damit mangelnde Erziehungsfähigkeit assoziieren möchte, wird das auch bei Begriff x der Fall sein. Und wer mit der "Person mit Migrationshintergrund" "einkommensschwach, schlecht ausgebildet und kriminell" verbindet, wird das auch dann noch tun, wenn man eine solche Person mit einem anderen Begriff y bezeichnet. Das Etikett ändert sich vielleicht, nicht aber der assoziierte Inhalt. Fatales Mißverständnis von Sprache, durch ihre politisch korrekte Vergewaltigung gesellschaftliche Verhältnisse ändern zu wollen.

Empfehlen
Harald Berlin

Fahrradfahrer

Als Fahrradfahrer fühle ich mich auch schon lange diskriminiert und missverstanden. Vielleicht hilft es, wenn wir den Begriff abschaffen. Ich möchte ohnehnin auch als Mensch wargenommen werden. Also statt Fahrradfahrer heißt es jetzt:
Mensch, der mit einem Muskelkraft-betriebenen Fahrzeug am Verkehr teilnimmt

Empfehlen
Alvar Rubin

Dumm, dümmer, politisch korrekt.

Gleichschaltung hatten wir schon mal. Hier wieder mit anzufangen ist völlig undemokratisch. Getarnt als political correctness bemüht man sich wieder um geistige Volksgesundheit. Ihh!

Empfehlen
Andreas Sturm

Und was soll sich ändern?

Davon abgesehen, dass ich nichts diskriminierendes zum Beispiel am Begriff "alleinerziehend" sehen kann. Welche Erwartungen hegt man bezüglich der Assoziationen mit einzelnen Begriffen? Glauben diese Personen ernsthaft, dass eine Begriffsänderung, ein Begriffsverbot, die Assoziationen entfernt?
Bei den Begriffen für unsere stark pigmentierten Mitbürger zeigt sichs überdeutlich. Früher wurde der Begriff "Neger" weitestgehend wertfrei genutzt, dann wurde "Schwarzer" als wertfreier empfunden und inzwischen gibt es sogar Leute die der Meinung sind dieser Begriff wäre ebenso schlimm...
Ich sehe es sogar als gefährlich für die Toleranz an, dies allzusehr über die Begrifflichkiet zu definieren. Viel zu häufig habe ich mitbekommen, dass gerade die, welche am penibelsten auf PC Sprache achten, am zwanglosesten diskrimieren. Es scheint mir, als würde PC Sprache gern im Sinne von "Ich kann nicht intollerant sein, ich spreche PC" vorgeschickt.

Empfehlen
Heinz-Otto Künstler

soziale Unwörter

Dass das Wort "Frau" politisch unkorrekt und durch den Begriff "Mensch mit Menstruationshintergrund" zu ersetzen ist, mag ja noch angehen. Dass aber ein Wort wie "arbeitlos" nicht mehr verwendet werden darf, ist mehr als problematisch. Demnächst wird es ein Ministerium geben, in dem zahlreiche Beamte ihre Existenzberechtigung durch Kontrolle sämtlicher Publikationen auf korrekte Wortwahl unter Beweis stellen. Dann fallen auch endlich so unselige Begriffe wie "Negerkuss" oder "Zigeunerschnitzel" (zu ersetzten durch "Sinti-und Roma-Schnitzel") weg. Irgendwie fällt mir jetzt George Orwell ein...

Empfehlen
bernd stegmann

Solches Gedankengut ist mittlerweile mit Susanne Baer bis ins Bundesverfassungsgericht

vorgedrungen, falls sowas jemand für harmlose Spinnerei hält. Damit sind übrigens auch die Entscheidungen bez. Homosexualität usw. begründet.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 09:03 Uhr
Closed via SSO

Begriffe

Hallo Herr Belrin,

es stimmt, daß Schwule und Lesben für sich(!) auf begrifflicher Exaktheit bestehen.

Allerdings fahren ihre Verbände derzeit einen massiven Angriff auf die Begriffe Ehe, Familie, Eltern, Vater und Mutter, der sich massiver Unterstützung der Frau Baer sicher sein kann.

Schönen Tag,

M. Esser

Empfehlen
Harald Berlin

ich wüsste nicht, was Homosexualität damit zu tun hat...

Schwule und Lesben haben sich immer nur ganz deutlich und ehrlich als Schwule und Lesben bezeichnet und sie haben es seit vielen Jahrzehnten stets vermieden, beschönigendende Begrifflichkeiten auf sich anwenden zu lassen. Selbst der Begriff "Homosexualität" wird von den meisten Schwulen und Lesben als zu klinisch und beschönigend abgelehnt.

Empfehlen
Bandas Naike

@Stegmann

Ich habe mal bei Wikipedia nachgeschaut. Sie haben leider Recht. Die Themenschwerpunkte von Fr. Baer lassen Einiges befürchten.
Vlt. sollte man sich mal ihre Diss vorknöpfen, aber das wäre wahrscheinlich diskriminierend ;-)

Empfehlen
Sebastian Geipel

Irgendwann...

...sind wir alle so gleichgeschaltet und politisch korrekt, daß anders sein und anders denken nicht mehr akzeptiert wird.

Empfehlen
Jochen Mextorf

"1984" ...

der Wahrheitsminister, Neusprech, Doppeldenk und B-Vakobular. ...
es ist so weit,
Orwell lässt grüßen...

Empfehlen
Horst-G. Willweber

Verharmlosungen durch eine heuchlerische Sprachzensur!

Wie sehr muß man "vom Bildungswesen Erreichter" sein, um als "Armutskonferenz" auf einen derartigen

Schwachsinn zu kommen? Als wenn Begrifflichkeiten, schön oder unschön, weil nun einmal sprachlich

etabliert, an dem dahinter stehenden Befund etwas ändern würden?!

Noch schlimmer: die vom jeweiligen Sachverhalt Betroffenen werden ein weiteres Mal stigmatisiert,

wenn auch auf 'hohem sprachlichen (Un-)Niveau', das etliche Betroffene aufgrund ihrer

"bildungsfernen" Herkunft noch nicht eimal selbst zu erkennen vermögen!

Derart bestrebt, Sprache zu 'bereinigen', führt zu einer Problemnivillierung und damit im Ergebnis

zu einer Statusverfestigung der Betroffenen.

Arme Armutskonferenz!

Empfehlen
Alexander Pfaff

Man merkt...

...die Entwicklung in diesem Land nimmt immer groteskere Züge an. Die geistige Armutskonferenz macht Vorschlage in orwellschen Dimensionen. Die Politik läßt Volksvermögen an Stromkonzerne und Pleitbanke umverteilen. Bei Verkehrsündern werden Hausdruchsuchungen durchgeführt, Führerscheinentzug wird angedroht bei staatlich nicht genehmen Kommentaren bei Facebook.
Armes Deutschland! Leider hat man als Deutscher keine Lobby.

Empfehlen
Walter Müller

Was für ein Bild von sich selbst und der Gesellschaft muss man eigentlich haben,

um sich berufen zu fühlen, anderen zu diktieren, wie die sich auszudrücken haben? Das geht doch irgendwie schon gefühlsmäßig nicht mit der Grundannahme zusammen, dass der, dem ich seine Ausdrucksweise diktieren will, mit mir gleichberechtigt auf einer Stufe steht? Das Gesellschaftsbild dieser „Sprachkünstler“ ist offensichtlich zutiefst undemokratisch, paternalistisch und totalitär!

Kleinen Kindern kann und muss man (als Erziehungsberechtigter) Anweisungen erteilen, wie sie sich auszudrücken haben. Gegenüber mündigen Bürgern haben solche Bevormundungen gefälligst zu unterbleiben. Ich bin erwachsen und dulde niemanden, der sich als mein Vormund aufspielt!

Empfehlen
Heinrich Kanther

Dann bitte auch "Armutskonferenz" umbennen

Z.B. Unterdurchschnittlich-Verdienende-Konferenz oder Unnütze Kaffeebude oder Sozialindustrieller Komplex (bitte ergänzen).

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 13:58 Uhr
Gerhard Dünnhaupt

Unwort "arm"

Wie wäre es mit "pekuniär unbedarft" statt "arm"?

Empfehlen
Daniel Mietke

Das ist Gender-Faschismus!

"Die Armutskonferenz will „soziale Unwörter“ aus dem Sprachgebrauch verbannen."

Man will Wörter verbannen!!! Man will den Einheitsmenschen erschaffen. man will real und biologisch vorhandene Unterschiede negieren!

Hat irgendjemand hier im Geschichtsunterricht aufgepaßt??
Wer hier im Forum hat Kinder? Wer hier möchte seinen Kindern eine solche Gesellschaft antun?

MfG

Empfehlen
Bandas Naike

Denen war hoffentlich nur langweilig und meinten das nicht ernst.

Hinter der Maske der "Antidiskriminierung" verstecken sich ziemlich totalitäre Denkstrukturen, weil hier nicht nur die Sprache umformuliert, sondern auch noch die Gedanken manipulieren will. Man kanns auch Gehirnwäsche nennen.

Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: "Vom Bildungswesen nicht Erreichte".
Wer soll das sein? "Deppen" oder diejenigen, die das großzügige Geschenk dieser manipulativen "Bildung" nicht annehmen konnten/wollten? Diese Formulierung finde ich jedenfalls noch diskriminierender als "bildungsfern".

Wie werden dann eigentlich diejenigen genannt, die sich dieser "Antidiskriminierung" widersetzen? Etwa "von Antidiskriminierung nicht Erreichte"?

Und was ist, wenn ich mich von der "Antidiskriminierung diskriminiert" fühle?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 13:26 Uhr
bernd stegmann

Falsch, eine von denen sitzt sogar im Bundesverfassungsgericht! Ihr Name ist Susanne Baer.

---

Empfehlen
Bernd Auer

Warum heist XXL eigentlich XXL

...ich fühl mich immer so Dick dabei. Warum man das nicht ändern kann. (Eine Frau im Klamottenladen). Der Mirgant hat den Ausländer abgelöst. Roma den Zigeuner. Ich glaube die Bezeichung ist egal, solange es gleichen Gesellschaftlichen Vorurteile heraufbeschwört.

Empfehlen
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge

Alles auf Anfang in der Werbung

Von Julia Löhr

Mit neuer Technik soll Werbung nun endlich die Verbraucher erreichen, zu deren Interessen sie wirklich passt. Aber wenn die Branche es tatsächlich ernst meint mit dem Neuanfang, dann sollte sie damit am besten in den Personalabteilungen beginnen. Mehr 1 5


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --