26.02.2013 · Die Armutskonferenz will „soziale Unwörter“ aus dem Sprachgebrauch verbannen. Das Bündnis hat dazu eine Liste mit 23 abwertenden Begriffen erstellt. Nach Ansicht der Sprachwächter sind selbst Worte wie „alleinerziehend“ oder „arbeitslos“ diskriminierend.
Von Christoph SchäferRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
(oder ist das ganze nur IRONISCH gemeint?)
Grunz, grunz. Früher war alles irgendwie besser.
Wäre der Mensch doch auf der Evolutionsstufe stehen geblieben, auf
der er noch nicht sprach. Uns wäre dieser ganze Quatsch heute
erspart geblieben.
Mich würde einmal interessieren, was das für Menschen sind,
die sich solchen Dingen - höchstwahrscheinlich hauptberuflich und
bezahlt - widmen ¡UND! daran Freude und Erfüllung finden.
Allerdings möchte ich anmerken, daß ich die Formulieren
"vom Bildungswesen nicht Erreichte" für zu pauschal
erachte. Es sollte schon zwischen denjenigen, die das Bildungswesen
nicht erreicht hat und denjenigen, die sich vom Bildungswesen nicht
haben erreichen lassen wollen (zusätzlich zu denjenigen, die oft
auch mit Migrationshintergrund belastet sind) differenziert werden.
Mein Gott, das Negerkußbrötchen hat niemandem in Afrika
geschadet. Und für kein Zigeunerschnitzel mußte jemand auf
dem Balkan sterben.
Wir reglementieren uns zu Tode!
... hat nicht nur das Schwachsinn, es hat sogar das Nationale
Armutskonferenz geschaffen.
Das Gott kann vom Bildungssystem nie erreicht worden sein.
Fragte man sich, WARUM jeder Begriff, der etwa »Mitbürger mit Migrationshintergrund« beschreibt, umgehend eine negative Konnotation annimmt, stünde man womöglich bald vor der einen oder anderen unbequemen Erkentnis. Dann lieber öfters mal ein neues Wort – so können auch gleich die, die das alte Wort länger benutzen als zulässig, als Feinde des Fortschritts und des sozialen Friedens entlarvt, gebrandmarkt und geschasst werden.
Das Problem ist doch, daß mit solchen Manövern nicht die Realitäten hinter den Begrifflichkeiten geändert werden. Ob man "alleinerziehend" oder ein anderes Wort verwendet - wenn man damit mangelnde Erziehungsfähigkeit assoziieren möchte, wird das auch bei Begriff x der Fall sein. Und wer mit der "Person mit Migrationshintergrund" "einkommensschwach, schlecht ausgebildet und kriminell" verbindet, wird das auch dann noch tun, wenn man eine solche Person mit einem anderen Begriff y bezeichnet. Das Etikett ändert sich vielleicht, nicht aber der assoziierte Inhalt. Fatales Mißverständnis von Sprache, durch ihre politisch korrekte Vergewaltigung gesellschaftliche Verhältnisse ändern zu wollen.
Das Problem ist doch, daß mit solchen Manövern nicht die Realitäten hinter den Begrifflichkeiten geändert werden. Ob man "alleinerziehend" oder ein anderes Wort verwendet - wenn man damit mangelnde Erziehungsfähigkeit assoziieren möchte, wird das auch bei Begriff x der Fall sein. Und wer mit der "Person mit Migrationshintergrund" "einkommensschwach, schlecht ausgebildet und kriminell" verbindet, wird das auch dann noch tun, wenn man eine solche Person mit einem anderen Begriff y bezeichnet. Das Etikett ändert sich vielleicht, nicht aber der assoziierte Inhalt. Fatales Mißverständnis von Sprache, durch ihre politisch korrekte Vergewaltigung gesellschaftliche Verhältnisse ändern zu wollen.
Als Fahrradfahrer fühle ich mich auch schon lange diskriminiert und
missverstanden. Vielleicht hilft es, wenn wir den Begriff abschaffen.
Ich möchte ohnehnin auch als Mensch wargenommen werden. Also statt
Fahrradfahrer heißt es jetzt:
Mensch, der mit einem Muskelkraft-betriebenen Fahrzeug am Verkehr teilnimmt
Dumm, dümmer, politisch korrekt.
Gleichschaltung hatten wir schon mal. Hier wieder mit anzufangen ist völlig undemokratisch. Getarnt als political correctness bemüht man sich wieder um geistige Volksgesundheit. Ihh!
Davon abgesehen, dass ich nichts diskriminierendes zum Beispiel am
Begriff "alleinerziehend" sehen kann. Welche Erwartungen hegt
man bezüglich der Assoziationen mit einzelnen Begriffen? Glauben
diese Personen ernsthaft, dass eine Begriffsänderung, ein
Begriffsverbot, die Assoziationen entfernt?
Bei den Begriffen für unsere stark pigmentierten Mitbürger
zeigt sichs überdeutlich. Früher wurde der Begriff
"Neger" weitestgehend wertfrei genutzt, dann wurde
"Schwarzer" als wertfreier empfunden und inzwischen gibt es
sogar Leute die der Meinung sind dieser Begriff wäre ebenso schlimm...
Ich sehe es sogar als gefährlich für die Toleranz an, dies
allzusehr über die Begrifflichkiet zu definieren. Viel zu
häufig habe ich mitbekommen, dass gerade die, welche am penibelsten
auf PC Sprache achten, am zwanglosesten diskrimieren. Es scheint mir,
als würde PC Sprache gern im Sinne von "Ich kann nicht
intollerant sein, ich spreche PC" vorgeschickt.
Dass das Wort "Frau" politisch unkorrekt und durch den Begriff "Mensch mit Menstruationshintergrund" zu ersetzen ist, mag ja noch angehen. Dass aber ein Wort wie "arbeitlos" nicht mehr verwendet werden darf, ist mehr als problematisch. Demnächst wird es ein Ministerium geben, in dem zahlreiche Beamte ihre Existenzberechtigung durch Kontrolle sämtlicher Publikationen auf korrekte Wortwahl unter Beweis stellen. Dann fallen auch endlich so unselige Begriffe wie "Negerkuss" oder "Zigeunerschnitzel" (zu ersetzten durch "Sinti-und Roma-Schnitzel") weg. Irgendwie fällt mir jetzt George Orwell ein...
Solches Gedankengut ist mittlerweile mit Susanne Baer bis ins Bundesverfassungsgericht
vorgedrungen, falls sowas jemand für harmlose Spinnerei hält. Damit sind übrigens auch die Entscheidungen bez. Homosexualität usw. begründet.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 09:03 UhrBegriffe
Hallo Herr Belrin,
es stimmt, daß Schwule und Lesben für sich(!) auf
begrifflicher Exaktheit bestehen.
Allerdings fahren ihre Verbände derzeit einen massiven Angriff auf
die Begriffe Ehe, Familie, Eltern, Vater und Mutter, der sich massiver
Unterstützung der Frau Baer sicher sein kann.
Schönen Tag,
M. Esser
ich wüsste nicht, was Homosexualität damit zu tun hat...
Schwule und Lesben haben sich immer nur ganz deutlich und ehrlich als Schwule und Lesben bezeichnet und sie haben es seit vielen Jahrzehnten stets vermieden, beschönigendende Begrifflichkeiten auf sich anwenden zu lassen. Selbst der Begriff "Homosexualität" wird von den meisten Schwulen und Lesben als zu klinisch und beschönigend abgelehnt.
@Stegmann
Ich habe mal bei Wikipedia nachgeschaut. Sie haben leider Recht. Die
Themenschwerpunkte von Fr. Baer lassen Einiges befürchten.
Vlt. sollte man sich mal ihre Diss vorknöpfen, aber das wäre
wahrscheinlich diskriminierend ;-)
...sind wir alle so gleichgeschaltet und politisch korrekt, daß
anders sein und anders denken nicht mehr akzeptiert wird.
der Wahrheitsminister, Neusprech, Doppeldenk und B-Vakobular. ...
es ist so weit,
Orwell lässt grüßen...
Verharmlosungen durch eine heuchlerische Sprachzensur!
Wie sehr muß man "vom Bildungswesen Erreichter" sein, um
als "Armutskonferenz" auf einen derartigen
Schwachsinn zu kommen? Als wenn Begrifflichkeiten, schön oder
unschön, weil nun einmal sprachlich
etabliert, an dem dahinter stehenden Befund etwas ändern würden?!
Noch schlimmer: die vom jeweiligen Sachverhalt Betroffenen werden ein
weiteres Mal stigmatisiert,
wenn auch auf 'hohem sprachlichen (Un-)Niveau', das etliche Betroffene
aufgrund ihrer
"bildungsfernen" Herkunft noch nicht eimal selbst zu erkennen vermögen!
Derart bestrebt, Sprache zu 'bereinigen', führt zu einer
Problemnivillierung und damit im Ergebnis
zu einer Statusverfestigung der Betroffenen.
Arme Armutskonferenz!
...die Entwicklung in diesem Land nimmt immer groteskere Züge an.
Die geistige Armutskonferenz macht Vorschlage in orwellschen
Dimensionen. Die Politik läßt Volksvermögen an
Stromkonzerne und Pleitbanke umverteilen. Bei Verkehrsündern werden
Hausdruchsuchungen durchgeführt, Führerscheinentzug wird
angedroht bei staatlich nicht genehmen Kommentaren bei Facebook.
Armes Deutschland! Leider hat man als Deutscher keine Lobby.
Was für ein Bild von sich selbst und der Gesellschaft muss man eigentlich haben,
um sich berufen zu fühlen, anderen zu diktieren, wie die sich
auszudrücken haben? Das geht doch irgendwie schon
gefühlsmäßig nicht mit der Grundannahme zusammen, dass
der, dem ich seine Ausdrucksweise diktieren will, mit mir
gleichberechtigt auf einer Stufe steht? Das Gesellschaftsbild dieser
„Sprachkünstler“ ist offensichtlich zutiefst
undemokratisch, paternalistisch und totalitär!
Kleinen Kindern kann und muss man (als Erziehungsberechtigter)
Anweisungen erteilen, wie sie sich auszudrücken haben.
Gegenüber mündigen Bürgern haben solche Bevormundungen
gefälligst zu unterbleiben. Ich bin erwachsen und dulde niemanden,
der sich als mein Vormund aufspielt!
Dann bitte auch "Armutskonferenz" umbennen
Z.B. Unterdurchschnittlich-Verdienende-Konferenz oder Unnütze Kaffeebude oder Sozialindustrieller Komplex (bitte ergänzen).
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 13:58 UhrUnwort "arm"
Wie wäre es mit "pekuniär unbedarft" statt "arm"?
"Die Armutskonferenz will „soziale Unwörter“ aus
dem Sprachgebrauch verbannen."
Man will Wörter verbannen!!! Man will den Einheitsmenschen
erschaffen. man will real und biologisch vorhandene Unterschiede negieren!
Hat irgendjemand hier im Geschichtsunterricht aufgepaßt??
Wer hier im Forum hat Kinder? Wer hier möchte seinen Kindern eine
solche Gesellschaft antun?
MfG
Denen war hoffentlich nur langweilig und meinten das nicht ernst.
Hinter der Maske der "Antidiskriminierung" verstecken sich
ziemlich totalitäre Denkstrukturen, weil hier nicht nur die Sprache
umformuliert, sondern auch noch die Gedanken manipulieren will. Man
kanns auch Gehirnwäsche nennen.
Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: "Vom
Bildungswesen nicht Erreichte".
Wer soll das sein? "Deppen" oder diejenigen, die das
großzügige Geschenk dieser manipulativen "Bildung"
nicht annehmen konnten/wollten? Diese Formulierung finde ich jedenfalls
noch diskriminierender als "bildungsfern".
Wie werden dann eigentlich diejenigen genannt, die sich dieser
"Antidiskriminierung" widersetzen? Etwa "von
Antidiskriminierung nicht Erreichte"?
Und was ist, wenn ich mich von der "Antidiskriminierung
diskriminiert" fühle?
Falsch, eine von denen sitzt sogar im Bundesverfassungsgericht! Ihr Name ist Susanne Baer.
---
Warum heist XXL eigentlich XXL
...ich fühl mich immer so Dick dabei. Warum man das nicht ändern kann. (Eine Frau im Klamottenladen). Der Mirgant hat den Ausländer abgelöst. Roma den Zigeuner. Ich glaube die Bezeichung ist egal, solange es gleichen Gesellschaftlichen Vorurteile heraufbeschwört.
| Name | Kurs | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |