Es war einer der schwersten Schläge für den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, und er kam per Twitter: „Ich mach mich jetzt vom Acker. Wünsche mir, dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt“, hieß es in der Nacht zum 11. Januar um 0.31 Uhr. Die Sätze stammten von Peter Altmaier - einem der letzten, die Wulff in dessen Affäre rund um dubiose Kredite immer noch öffentlich verteidigt hatten. In jeder Talkshow hatte er sich vor den Bundespräsidenten gestellt. So wusste Bundeskanzlerin Angela Merkel noch wenigstens einen an Wulffs Seite - ohne dass sie sich selbst zu weit aus dem Fenster lehnen musste. Als Altmaier dann diesen Satz twitterte, war deutlich: Jetzt wird es ernst für Wulff.
Das Krisenmanagement in enger Zusammenarbeit mit Merkel, das ist Altmaiers Job schon per Definition: Als Parlamentarischer Geschäftsführer ist er es, der die Unionsabgeordneten in schwierigen Fragen auf Linie bringen muss. Er muss dafür sorgen, dass sie zur Abstimmung anwesend sind und dann auch die richtige Stimme abgeben - schon in diesem Amt ist er der Nachfolger von Norbert Röttgen.
Diesen Arbeitsplatz bekommt niemand, der mit Angela Merkel nicht kann - und wer ihn hat, der wird ganz automatisch zum Abwehrchef. Altmaier musste längst nicht nur Christian Wulff verteidigen. Sondern auch die Unionspolitik in der Schuldenkrise. Und selbst im vergangenen Sommer, als alle anderen im Urlaub waren, hatte Peter Altmaier die Stallwache.
Prompt war er es auch, der die Abwehrschlacht gegen die neue Konkurrenz von den Piraten aufnahm. Öffentlichkeitswirksam meldete er sich auf Twitter an, schrieb in der F.A.Z. über seine Erfahrungen und sammelte bald mehr als 10.000 Follower auf der Kurznachrichtenplattform - dort ist er beliebter als Familienministerin Kristina Schröder.
Der CDU ist er schon treu, seit er 15 Jahre alt ist, damals trat der Saarländer in die Schülerunion ein. 1994 wurde der damalige EU-Beamte zum ersten Mal in den Bundestag gewählt, über die Landesliste. Nur ein umweltpolitischer Schwerpunkt war an ihm bislang kaum zu erkennen - abgesehen von seiner Mitgliedschaft in der so genannten „Pizza Connection“, in der sich in den 90er Jahren junge Abgeordnete von Union und Grünen zum Pizzaessen trafen.
Aber ein Libero springt ein, wo er gebraucht wird.
Ja.
Horst Ziegler (pacificatore)
- 16.05.2012, 19:36 Uhr
Nur noch Not und Elend
Christoph Rohde (prediger1)
- 16.05.2012, 19:29 Uhr
Öko
Florian Adler (Florianadler)
- 16.05.2012, 18:23 Uhr
