http://www.faz.net/-gqe-754rc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 17.12.2012, 15:01 Uhr

Ökostromförderung Arme zahlen am meisten für die Energiewende

Arme Haushalte zahlen überproportional viel für die Energiewende, hat das Institut der Deutschen Wirtschaft ausgerechnet. 1,3 Prozent ihres Einkommens fließen demnach 2013 in die Ökostromförderung - bei den Reichen sind es nur 0,2 Prozent.

© dpa Strom wird teurer.

Arme Haushalte werden nach einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) durch die Förderkosten für erneuerbare Energien besonders stark belastet. Geringverdiener seien von der Umlage über den Strompreis fast genauso stark betroffen wie wohlhabende Haushalte, teilte das IW am Montag mit. Das liege daran, dass sich der Verbrauch von Strom auch bei steigendem Einkommen kaum verändere. Bei den einkommensschwächsten zehn Prozent würden ab dem Jahr 2013 gut 1,3 Prozent des Einkommens in die Ökostromförderung fließen, bei den einkommensstärksten zehn Prozent seien es nur 0,2 Prozent.

Der Bundesverband erneuerbare Energien (BEE) warnte davor, die Energiewende für soziale Probleme verantwortlich zu machen. „Mit den erneuerbaren Energien werden zudem erstmals die Kosten für die nachfolgenden Generationen, die durch Umwelt- und Gesundheitsschäden oder die Einlagerung von Atommüll entstehen, real verringert.“

Schäuble widerspricht CDU-Mittelstandsvereinigung

Unterdessen ließ Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mitteilen, dass zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen infolge höherer Strompreise nicht an die Bürger zurückgegeben werden sollen. Eine Ministeriumssprecherin betonte am Montag in Berlin, unter dem Strich würden die Bürger an anderer Stelle weniger ausgeben, so dass sich an den Gesamtsteuereinnahmen kaum etwas verändern werde.

Mehr zum Thema

Zu Berechnungen der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, wonach die auf breiter Front steigenden Strompreise dem Staat 3,4 Milliarden Euro Mehreinnahmen bescheren, sagte die Sprecherin: „Das ist schlicht falsch.“ Einige Energiefachleute rechnen im kommenden Jahr mit Zusatzeinnahmen von 1 bis 1,5 Milliarden Euro. Derzeit überprüft die Bundesregierung Rabatte für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch bei der Förderung von Solar- und Windenergie, um auf diese Weise die Verbraucherkosten wieder etwas einzudämmen.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Lohnlücke Deshalb verdienen Frauen weniger

Werden Frauen mit dem Gehaltszettel diskriminiert? Ein Institut hat jetzt ausgerechnet, warum sie weniger Lohn bekommen. Die Familienministerin mag die Studie nicht. Mehr

13.06.2016, 15:44 Uhr | Wirtschaft
Berlin Bund und Länder vertagen Beratungen zu Flüchtlingskosten

Bund und Länder haben ihren Streit über die Verteilung der Kosten für die Integration von Flüchtlingen vertagt. Spätestens bis zum 8. Juli werde es einen Termin mit den Ministerpräsidenten, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Vizekanzler Sigmar Gabriel und ihr geben, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend nach einem Treffen im Kanzleramt. Mehr

17.06.2016, 19:03 Uhr | Politik
Gastbeitrag Unser Finanzausgleich kann allen schmecken

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann verteidigt das Modell der Bundesländer: In der Politik geht es nicht ums Prinzip, sondern um Kompromisse. Mehr Von Winfried Kretschmann

20.06.2016, 15:12 Uhr | Wirtschaft
Energiewende Weniger Förderung für Windräder an Land

Die Bundesregierung will den Ausbau der Windkraft an Land drosseln und Subventionen kürzen. Statt fester Fördersätze sollen Ausschreibungen für mehr Wettbewerb sorgen. Die Windindustrie ist alarmiert. Mehr

10.06.2016, 12:18 Uhr | Wirtschaft
FDP-Chef Christian Lindner Wir leiden nicht an einer posttraumatischen Störung

Christian Lindner und die FDP werben mit Steuerentlastungen um Wählerstimmen – dabei hat das 2013 schon nicht funktioniert. Außerdem will die Partei den Soli abschaffen. Mehr Von Manfred Schäfers, Berlin

23.06.2016, 07:13 Uhr | Wirtschaft

Ein neuer Deal für die Briten

Von Heike Göbel

Manche sagen, man müsse an den Briten jetzt ein Exempel statuieren, damit andere Länder nicht auch die EU verlassen. Das führt in die Irre. Es liegt im Interesse der EU, den Briten die Tür nicht zuzuschlagen. Mehr 57


Märkte nach dem „Brexit“
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Euro in Dollar --  --
  FTSE 100 --  --
  Pfund in Euro --  --
  Pfund in Dollar --  --
  Gold --  --

„World Wealth Report“ So viele Millionäre leben in Deutschland

Weltweit hat das Vermögen der Millionäre im vorigen Jahr um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar zugelegt. Deutschland ist dabei unter den vier Ländern mit den meisten Millionären – und hatte überdurchschnittliche Zuwächse. Mehr Von Christian Siedenbiedel 80 47

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --