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Öffentlicher Dienst Verdi-Tarifkommission billigt Kompromiß

20.05.2006 ·  Verdi und Beamtenbund stimmen dem am Freitag getroffenen Tarifkompromiß zu. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund dagegen lehnt die Einigung ab: „Dieser Vertrag ist für uns weder bindend noch zwingend“.

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Die Verdi-Tarifkommission hat am Samstag den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder gebilligt. Von 93 anwesenden Mitgliedern stimmten 75 für die Abmachung. 13 waren dagegen, fünf enthielten sich, teilte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, in Potsdam mit. Auch die Tarifkommission der Tarifunion des Beamtenbundes (dbb) stimmte zu.

Die Gewerkschaften hatten am Freitag nach schwierigen Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einen Kompromiß gefunden und damit den schweren Tarifkonflikt beendet. In einer Urabstimmung werden jetzt noch die Verdi-Mitglieder befragt.

Der Vertrag stellt nach Worten Bsirskes sicher, daß es im öffentlichen Dienst keine tariffreien Zonen gibt. Dies sei auch ein Erfolg des Streiks der vergangenen 14 Wochen und trage zur Befriedung der Verhältnisse bei. Mit dem Abschluß werde der für Kommunen und Bund bereits geltende Reformtarifvertrag auf die Länder übertragen.

Video: Ärzteprotest in Berlin

Ärztegewerkschaft will Kompromiß nicht anerkennen

Zum Streit mit den Ärzten sagte Bsirske, der Tarifvertrag sei eine Gesamtlösung. Er werde auch den berechtigten Interessen der Ärzte gerecht. Ihre Arbeitsbedingungen würden verbessert, ihre Gehälter angehoben und die Bereitschaftsdienste begrenzt.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will den Potsdamer Abschluß dagegen nicht anerkennen. „Dieser Vertrag ist für uns weder bindend noch zwingend“, sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, vor der Hauptversammlung der Ärztegewerkschaft am Samstag in Magdeburg. „Verdi organisiert keine Ärzte, da könnte Herr Möllring ja auch mit der Taxifahrergenossenschaft einen Tarifvertrag für Ärzte machen.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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