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OECD-Studie "In anderen Ländern lebt man gesünder, länger und preiswerter"

09.12.2009 ·  Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der teuersten der Welt, bietet aber oft nur durchschnittliche Ergebnisse. Das geht aus einer Studie der OECD hervor, in der Gesundheitsindikatoren der Industrieländer verglichen werden.

Von Andreas Mihm
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Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der teuersten der Welt, bietet aber oft nur durchschnittliche Ergebnisse. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, in der Gesundheitsindikatoren der Industrieländer verglichen werden. Sie bestätigt ähnliche Studien.

Deutschland habe ein leistungsfähiges Gesundheitssystem, das eine Versorgung für nahezu die gesamte Bevölkerung gewährleiste, bilanzieren die Autoren. Allerdings werde im Vergleich zu anderen Ländern, die eine ähnlich breite Versorgung gewährleisten, mehr Geld für das Gesundheitssystem ausgegeben. "In vielen OECD-Ländern sind die Menschen gesünder, leben länger, und das bei geringeren Kosten", sagte Generalsekretär Angel Gurría.

10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Gesundheit

Als wichtige Kostenfaktoren macht die Organisation die vielen Krankenhausbetten, hohe Ausgaben für Medikamente, relativ hohe Ärztehonorare sowie überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten im deutschen Gesundheitssystem aus. Zugleich warnt sie vor Engpässen in den Krankenpflege und begründet das auch mit der "eher mäßigen Bezahlung" der Pflegeberufe.

Deutschland habe im Jahr 2007, dem Untersuchungszeitraum, 10,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Gesundheitsversorgung ausgegeben. Das sei nach Amerika, Frankreich und der Schweiz der höchste Wert in der OECD. Je Person gerechnet, lägen die Ausgaben nach vergleichbarer Kaufkraft in Deutschland um ein Fünftel über dem OECD-Durchschnitt. Allerdings scheinen die Maßnahmen zur Kostendämpfung gefruchtet zu haben: Anders als in den meisten anderen Ländern seien die Gesundheitsausgaben in Deutschland nicht schneller gewachsen als die Wirtschaftsleistung - trotz der rasch alternden Bevölkerung und des damit wachsenden medizinischen Bedarfs.

OECD: Die Deutschen leben ungesund

Bei den Gesundheitsausgaben liege Deutschland an zehnter Stelle der Industrieländer, bei der Lebenserwartung werde nur Platz 14 von 30 Ländern erreicht. Bei Herzinfarkt und Krebsleiden liege das Todesrisiko mal knapp über, mal unter dem OECD-Durchschnitt. "Alle Länder können die Leistungen ihres Gesundheitssystems verbessern." Solche Verbesserungen bedeuteten nicht unbedingt höhere Ausgaben.

Die OECD untersuchte auch gesundheitsschädliches Verhalten. Das sei in Deutschland so verbreitet wie anderswo. Allerdings gehöre Deutschland zu den wenigen Staaten, in denen der Anteil rauchender Frauen zunehme. Als bedenklich wertet die OECD, dass Jugendliche sich zu wenig bewegten und zu selten Obst äßen. Der Anteil fettleibiger 15-jähriger Mädchen habe sich von 2001 bis 2006 verdoppelt und sei "so schnell gestiegen wie in fast keinem anderen OECD-Land".

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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