12.05.2009 · In kaum einem anderen Land der OECD müssen Geringverdiener so viel Steuern und Abgaben zahlen wie in Deutschland. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Steuer- und Abgabenvergleichs der Organisation.
Von Christian SchubertIn kaum einem anderen Land der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) müssen Geringverdiener so viel Steuern und Sozialabgaben zahlen wie in Deutschland. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Steuer- und Abgabenvergleichs der Organisation. Auch Durchschnittsverdiener würden höher belastet als in den meisten OECD-Ländern, unabhängig davon, ob sie Single seien, einen Partner mit Erwerbseinkommen oder Kinder hätten. Nur wenn lediglich ein Partner arbeitet, seien Paare im internationalen Vergleich weniger schlecht gestellt und lägen im OECD-Vergleich im Mittelfeld.
Um die volkswirtschaftlichen Kosten für die Arbeitsplatzschaffung zu verdeutlichen bezieht die OECD ihre Daten auf die Arbeitskosten, die sie als den Bruttoverdienst plus die Sozialbeiträge der Arbeitgeber definiert. Die Abgabenbelastung errechnet sie aus der Einkommenssteuer abzüglich Bartransfers wie Kindergeld plus den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer.
Falsche Anreize bezüglich der Arbeitsaufnahme
Danach war ein alleinstehender Geringverdiener mit zwei Dritteln des deutschen Durchschnittsverdienstes (von jährlich 43.942 Euro) im vergangenen Jahr mit 47,3 Prozent der Arbeitskosten belastet, fast 14 Prozentpunkte mehr als im OECD-Durchschnitt und der zweithöchste Wert nach Belgien. Ein Alleinerziehender mit zwei Kindern und zwei Dritteln des Durchschnittsverdienstes hat eine Last von 34,8 Prozent zu tragen, während der OECD-Durchschnitt nur 18,4 Prozent beträgt.
„Anders als die progressive Einkommenssteuer vermuten lässt, sinkt in Deutschland die Belastung der Arbeitseinkommen ab einem bestimmten Punkt wieder“, schreibt die OECD. „So fallen in Deutschland bei einem Single mit einem Jahresgehalt von rund 63.000 Euro mit 53,7 Prozent die höchsten Abzüge durch Steuern und Sozialbeiträge an. Bei 110.000 Euro Jahresgehalt müssen dagegen nur noch 50 Prozent der Arbeitskosten an Sozialkassen und Staat abgeführt werden. Die Steuer- und Sozialabgabenquote liegt damit wieder auf dem Niveau eines Arbeitnehmers mit 36.500 Euro Jahresgehalt“, stellt die OECD fest.
Der Grund sind vor allem die hohen Sozialabgaben in Deutschland, die von der Beitragsbemessungsgrenze an aber nicht mehr steigen. Die OECD kritisiert zudem, dass die Abgabenbelastung hoch ausfalle, wenn beide Eltern einer Familie arbeiten. Die Belastung sei oft geringer, wenn ein Partner zu hause bleibe. Dies setze die falschen Anreize bezüglich der angestrebten Arbeitsaufnahme.
Als ob das nicht alle wüssten
San Fernando (San_Fernando)
- 12.05.2009, 16:32 Uhr
Da wird einem nur noch schlecht...
Johannes Salzmann (enJOyIT)
- 12.05.2009, 16:45 Uhr
Steuer- und Abgabenrecht ist kein Zufall, sondern pure Absicht!
A. Malliki (a.malliki)
- 12.05.2009, 16:53 Uhr
Höllen und Paradiese
Christoph Gruber (christophgruber)
- 12.05.2009, 17:07 Uhr
@San Fernando
Sven Michaelsen (Der_kleine_Amrumer)
- 12.05.2009, 17:14 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2371 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 103,23 $ | −0,02% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
Anonym bewerben? Ist das gut?